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Bayonne 20160728

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Siebenundvierzigster Tag, 28. Juli 2016

Bayonne liegt im französischen Teil des Baskenlandes am Zusammenfluss der Flüsse Adour und Nive.  Bayonne ist auch durch das Volksfest Fêtes de Bayonne bekannt. Das fünftägige Fest beginnt traditionell an dem Mittwoch, der dem ersten Sonntag im August vorangeht.

Etappe  Vieux-Boucau-les-Bains – Bayonne

Vieux-Boucau-les-Bains, Bayonne

Vieux-Boucau-les-Bains – Bayonne 51  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.351 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Donnerstag, den 28. Juli 2016

Vieux-Boucau-les-Bains – Bayonne

Gesamtstrecke: 50249 m
Maximale Höhe: 19 m
Minimale Höhe: -5 m
Gesamtanstieg: 433 m
Gesamtabstieg: -441 m
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My Camino vom Donnerstag, den 28. Juli 2016

Nach 2 Nächten im Badeort Vieux-Boucau-les-Bains brechen wir nach dem französischen Frühstück zur letzten größeren Etappe dieser Pilgerreise auf.

Um kurz vor 9 Uhr sitzen wir im Sattel und verlassen die Einkaufsstraße Richtung Radweg. Der Himmel ist heute morgen bedeckt und wir fahren bei etwas über 20 °C los.

Weite Teile des Radwegs sind auch heute mit dem Jakobspilgerweg identisch. Unterwegs sehen wir zahlreiche Wegweiser zum Pilgerweg.

Zunächst ist der Radweg in der von gestern gewohnten Qualität der Fahrradautobahn. Die Steigungen sind gering und es ist fast windstill. Wir kommen zügig durch die schon gewohnte Dünen- Wald- und Heidelandschaft voran.

Dann kommen wir nach einer Stunde Fahrt an geschälten Korkeichenbeständen vorbei. Bei dem Anblick graust es mir. Hier im Südwesten von Frankreich möchte ich keine Korkeiche sein, der alle paar Jahre die Haut pardon die Rinde geschält wird.

Ab hier teilen sich Fußgänger und Radfahrer den Weg. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme sollte das keine Schwierigkeit sein – denken wir. Der Weg wird im weiteren Verlauf sowohl von Rennradfahrern, Mountainbikern, Ausflugsradlern und Trekking-Radfahrern, Joggern, Skatebordfahrern, Rollerfahren, Wanderern, Fußgängern, Kinderwagen etc. mit hohem Aufkommen in beiden Richtungen genutzt und kreuzt sehr oft mit abgesicherten Übergängen die Straße. Zwischendurch wird der Weg auch mal ruppig und eng. Abschnittsweise ist der Weg stark überlastet. Das alles fordert über 40 Kilometer unsere wirklich volle Aufmerksamkeit. Das kostet besonders in den langen Ortsdurchfahrten viel mehr Kraft als wir uns für den heutigen Tag vorgestellt haben.

Trotz ordentlicher Pausen und moderaten Temperaturen sind wir letztendlich doch gestresst als wir endlich in Bayonne am Fluß  Adour ankommen.

Umso mehr genießen wir den Quai in 1a Radwegqualität. Hier können wir die letzten Kilometer entspannt fahren und nehmen uns Zeit für die Skyline der Altstadt. Seit gestern ist hier die Fêtes de Bayonne  mit zahlreichen Veranstaltungen. Auf dem gegenüberliegendem Ufer sehen wir auch die großen Fahrgeschäfte. Am Quai sind auch zahlreiche Basken in weiß mit roten Halstüchern unterwegs. Auch die ersten Baskenmützen tauchen auf.

Gegen 16 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft. Auch hier begrüßt uns die Rezeptionistin in weiß mit rotem Halstuch. Wir checken ein und machen erst mal Pause. Den Besuch der Altstadt verschieben wir auf den morgigen Freitag. Zum Abend sind wir regeneriert und essen im angegliederten Grill-Restaurant.

Das Hauptziel der Pilgerreise die Altstadt von Bayonne wird von uns morgen erreicht. Bis zum historischen Zentrum sind’s vom Hotel zirka zwei Kilometer.

Brücke St. Esprit  in Bayonne

Flussüberquerungen stellten damals die größten Gefahren dar. Beim Überschreiten einer Furt wurden die Pilger am anderen Ufer oft von Räubern erwartet, Fährleute betrogen sie um ihre Habe. So war der Bau der, Brücke St. Esprit über den Adour im Jahre 1125 eine große Erleichterung für alle Pilger auf dem Weg nach Santiago. In der Folge des nun besonders starken Besucherstromes erbaute der Hospitalierorden die Stiftskirche St. Esprit am Ende der Brücke. Sehenswert ist in dieser, im 15. Jh. veränderten Kirche, das schöne Gewölbe mit Sternen und einer Darstellung der Flucht aus Ägypten. Nach der Brücke erreichten die Pilger die Stadt Bayonne, wo das Haus Nr. 43 in der Rue Maubec mit dem Zeichen der Muschel noch an das ehemalige Hospitalier Hospiz erinnert.

Kathedrale Sainte Marie

In der Kathedrale Sainte Marie deutet eine Jakobsstatue aus dem 13. Jh. auf die damalige  Bedeutung der Stadt. Dieser bemerkenswerte Sakralbau wurde an der Stelle einer romanischen Kirche ab dem 13. Jh. erbaut. Er ist ein seltenes Beispiel einer Kathedrale des Midi, die den gotischen Stil des Nordens vorweist. Der danebenliegende Kreuzgang war einst der größte in ganz Frankreich, von den ursprünglichen Galerien ist nur noch ein Teil erhalten.

Altstadt

Ab Mitte 17. Jh. war Bayonne ein wichtiger Hafen für die Einfuhr von Mais und Schokolade. Beim Bummel durch die hübsche Altstadt mit Patrizierhäusern und Fachwerkbauten verlocken die „Chocolatiers“, die handwerklichen Schokoladenhersteller.
Quelle: Thekla Schrange † und Aloys Schäfer

Bilder des Tages
Unterkunft

ibis budget Bayonne
6 avenue du Grand Basque
64100 Bayonne
Frankreich

Vieux-Boucau-les-Bains 20160726-27

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Fünf- und sechsundvierzigster Tag, 26. und 27. Juli 2016

Bis 1578 hieß Vieux-Boucau Port d‘Albret und war ein wichtiger Hafen am Adour. Nach der Umleitung des Flusses wurde der Hafen aufgegeben und der Ort erhielt den Namen, der Alte Mündung bedeutet. Durch den Ort führt ein Kanal, der einen zentral gelegenen, 60 ha großen Salzwasser-Badesee speist.

Etappe   Mimizan Plage – Vieux-Boucau-les-Bains

Mimizan Plage, Contis-Plage, Léon, Vieux-Boucau-les-Bains

Mimizan Plage – Vieux-Boucau-les-Bains 65 Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.300 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Dienstag, den 26. Juli 2016

Mimizan Plage, Vieux-Boucau-les-Bains

Gesamtstrecke: 64644 m
Maximale Höhe: 38 m
Minimale Höhe: -36 m
Gesamtanstieg: 597 m
Gesamtabstieg: -550 m
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Tatsächliche Route vom Mittwoch, den 27. Juli 2016

Die Räder bleiben im Stall. Wir schlendern zu Fuß an diesem  Ruhetag durch den Badeort Vieux-Boucau-les-Bains.

My Camino vom Dienstag, den 26. Juli 2016

Nach zwei Nächten im Badeort Mimizane-Plage satteln wir heute nach dem guten Frühstück gegen 8:30 Uhr und einem kurzen Plausch mit dem sehr freundlichen und zuvorkommenden Personal vom Hôtel Bellevue auf.  Wir starten mit  reichlichen Wasservorräten direkt auf dem Radweg, der an der Unterkunft liegt. Der Himmel ist heute morgen überwiegend bedeckt. Dadurch hält sich die Temperatur mit knapp über 20 °C auf einem sehr fahrtauglichem Wert.

Vor uns liegt eine Etappe mit 65 Kilometern durch Dünen-, Wald- und Heidelandschaften. Der zweispurige Radweg hat einen recht neuen Belag und ist zu 95% in einem Topzustand. Trotzdem ist die Strecke für uns  durchaus anspruchsvoll. Die ersten gut 40 Kilometer geht’s durch die Dünenlanfschaft. Die Steigugen sind beachtlich. Die Hügel sind meist kurzwellig, d.h. in den kurzen Abfahrten können wir oft Schwung für die sich anschliessende Auffahrt nehmen. Dadurch kommen wir zu unserer eigenen Überraschung flott voran und erreichen für uns Entschleunigte ein hohe Durchschnittsgeschwindigkeit vpn 16 km/h. Wir sind durch den gestrigen Ruhetag ausgeruht und überhaupt gut in Form. Die Dünenlandschaft ist oft licht bewaldet und an vielen Stellen blüht die Heide. Bei einer Atempause entdecken wir staunend Korkeichen.

Wind kommt nur sehr wenig auf. Die Sonne versteckt sich vormittags noch hinter den Wolken. Die Temperaturen steigen daher nur moderat an. Ideales Radlerwetter am heutigen Vormittag. Das scheinen auch andere Radfahrer so zu sehen. Der Rad- und Jakobsweg ist stark befahren.

Wir machen zahlreiche Trinkpausen. In Contis-Plage auch unsere beliebte Kaffee- und Wasserpause. Wir sitzen in zwei alten, dicken Sesseln. Andere Fernradfahrer frühstücken hier. Es ist sehr gemütlich. Aber irgendwann  müssen wir weiter.

Nach gut 40 Kilometern gehen wir beim heftigsten Anstieg des Tages aus dem Sattel und schieben ein kurzes Stück. Dann folgt eine lange und teilweise steile Abfahrt. Die Dünenetappe liegt danach für heute hinter uns. 

Am See L’étang de Léon machen wir Mittagspause. Auch hier kommen wir mit anderen Radfahrern ins Gespräch, die uns wegen unserer stark beladenen Räder ansprechen.

Nach der Mittagspause wird der Weg zur französischen Pilgerstadt Léon für kurze Zeit etwas ruppig. Auch die Sonne meldet sich zurück und bruzelt mit voller Kraft. Schnell sind wieder über 30 °C erreicht. Die Auffahrt zur Kirche lassen wir wegen dem Anstieg und der Mittagshitze aus.

Schafhirten sind hier (Landes) wohl früher auf Stelzen durch die Gegend gelaufen, damit sie in der hohen Heide Ihre Schafe finden. Der Ort Léon trägt solch einen Schäfer auf Stelzen sogar im Wappen.

In den Wäldern mit Pinien und Kiefern kommen wir an zahlreichen Campingplätzen und Jugendcamps vorbei.

Hinter Léon wird der Weg wieder exzellent. Den leichten, kontinuierlichen Anstieg kriegen wir gut hin. Hier gibt’s entlang des Weges sogar schattige Bänke, die wir gerne nutzen. Nach jedem Anstieg folgt ein Abstieg. Die leichte Abfahrt nutzen wir bis zum Tagesziel aus und fahren teilweise längere Abschnitte im größten Gang.

Gegen 16 Uhr liegt eine der längsten Etappen dieser Tour hinter uns. Im Hotel starten wir vor dem Eincheken mit einerTrinkpause und freuen uns, dass die Etappe sehr gut gelaufen ist und wir wenig erschöpft, ja fast noch fit am Tagesziel sind.

Wir bringen das Gepäck in den zweiten Stock und die Räder in den Stall. Dann folgt die übliche Fahrradpilger-Routine: waschen, duschen, kurz schlafen, Ort erkunden, gemütliche Möglichkeit für’s Abendessen und den Tagesausklang suchen. Zu Abend essen wir heute im Hotel.

My Camino vom Mittwoch, den 27. Juli 2016

Nach dem französischen Frühstück geht Walli den Ort erkunden und Wasser einkaufen. Ich sitze auf der Terrasse des Hotels im Schatten, schaue dem startenden Treiben auf der Einkaufsstraße zu. Zwischendurch editiete ich den gestrigen Tagesbericht mit dem Smartphone.

Zur Mittagszeit geniessen wir die Sonne und laufen bis zum Salzwassersee Lac Marin vor. Direkt am Ufer lassen wir die Kaffeepause  non stop in eine längere Mittagspause in einer Brasserie am Salzsee übergehen.

Nachmittags ruhen wir total entschleunigt auf dem Zimmer aus.

Zeit zum Innehalten. Unsere diesjährige große Reise – unser Weg  2016 – geht nun mit großen Schritten dem diesjährigen physikalischen Zielort Bayonne entgegen. Wir haben auf diesem Streckenabschnitt seit Orléans vieles „erfahren“.  Dankbar und demütig schauen wir schon heute erfüllt auf die letzten sechsundvierzig Tage zurück. Am morgigen Donnerstag startet unsere letzte größere Fahrrad-Etappe auf der Hinfahrt dieser Pilgerreise.

Bilder der Tage

Hôtel Marinero
15, Grand Rue
40480 Vieux-Boucau-les-Bains
Frankreich