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2015-06-22 Neunter Tag Trittenheim

Die Planung zu dieser Etappe findest Du hier.

Etappe Traben-Trarbach bis Trittenheim

Tatsächliche Route vom 22.06.2015

Tageskilometer: 55 km
Streckenabschnitt insgesamt: 459 km

Gesamtstrecke: 54312 m
Maximale Höhe: 172 m
Minimale Höhe: 113 m
Gesamtanstieg: 580 m
Gesamtabstieg: -615 m
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My Camino

Nach dem Frühstück stand kurz am Fahrrad die fällige Kettenpflege an. Kettenspray habe ich natürlich dabei. Von einer freundlichen Reinigungskraft der DJH staubte ich einen alten Lappen zum Reinigen der Zahnkränze und der Kette ab.

Schon um 8:30 Uhr ging’s die steile Abfahrt an die Mosel runter. Zwischendurch muss ich nochmal mein Kettenschutzblech neu montieren. Ich bin schon so früh unterwegs, da meine Wetter-App signalisierte, dass es ab „mittags“ regnet. Ich will trocken vor dem Regen herfahren. Der Plan geht aber nicht auf, nach wenigen km ist es wettermäßig bereits „Mittag“. Erst fallen nur ein paar Tropfen, aber dann entwickelt sich das Wettergeschehen zum Dauerregen. Wenn ich in Fahrtrichtung zum Horizont schaue, sieht’s nach flächendeckenden Regen aus. Schauern ist heute daher nicht die richtige Strategie. Also vorwärts trotz Regen und manchmal kräftigem Gegenwind heißt heute die Devise.

Die Strecke und die Landschaft des Mosel-Radweges sind wunderbar, wenn da nicht der Regen wäre. Aber damit habe ich schon gerechnet. Ich kann keine 40 Tage auf diesem Abschnitt unterwegs sein und erwarten, dass jeden Tag die Sonne scheint. Regen ist nur Wasser und normal …

Ich bin auch heute streckenweise auf dem Mosel-Camino unterwegs. Alle 10 km plane ich eine kurze Trinkpause ein. Länger rasten macht heute keinen Sinn, da um diese Zeit alle Biergärten, Gasthäuser usw. noch geschlossen haben. Nach etwas über 20 km taucht Bernkastell-Kuess auf und mental ist mein Akku – als ich einen geöffneten Italiener sehe – sofort leer. Also mit Kaffee, Suppe und Nudeln schon um 10:30 Uhr kräftig auftanken! Während ich mich aufwärme kommt auch die Mail-Bestätigung für’s Zimmer auf einem Weingut 45 km vor Trier in Trittenheim.

Nach diesem Stopp fahre ich die restlichen 30 km quasi durch. Von einer kleinen Trinkpause und ein bisschen Popo entspannen mal abgesehen. Dazu halte ich an einem Campingplatz, treffe anderer schauernde Radfahrer und wie fast immer entdecken die meine Jacobsmuschel. Was folgt? natürlich reden wir kurz über Santiago … „das Wetter soll da diese Tage auch nicht besser sein.“ berichtet eine einzelne Radfahrerin, die alleine von Trier nach Koblenz unterwegs ist. 

Der Gegenwind ist in den Moselschleifen heute kräftig bis extrem heftig. Jetzt nur noch ein letzter Anstieg zur Moselbrücke. Ich bin froh als ich in Trittenheim auf dem Weingut ankomme. Ich hänge alles was ich an hab zum Trocknen auf und falle ins Bett. Abendessen lasse ich bis auf einen Power-Riegel ausfallen.

Meine Diabetes-Werte sind natürlich bei der Bewegung der letzten Tage schön niedrig.

Morgen will ich weiter nach Trier und dort einen zusätzlichen Tag Pause einlegen.

Im Rechenzentrum gab’s einen defekten Switch, der ausgetauscht wird. Deshalb war diese Seite bis ca. 22:00 Uhr heute Abend nicht erreichbar. – Sorry!

Bilder des Tages

… leider kein Wetter zum Fotografieren

2015-06-21 Achter Tag Traben-Trarbach

Die Planung zu dieser Etappe findest Du hier.

Etappe Cochem-Ernst bis Traben-Trarbach

Tatsächliche Route vom 21.06.2015

Tageskilometer: 52 km
Streckenabschnitt insgesamt: 404 km

Gesamtstrecke: 51857 m
Maximale Höhe: 136 m
Minimale Höhe: 79 m
Gesamtanstieg: 457 m
Gesamtabstieg: -407 m
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My Camino

Am heutigen Sommeranfang ist das Wetter eher bedeckt und es scheint heute Morgen etwas zu nieseln. Das erkenne ich nur an einem Paar mit Regenschirm auf dem Fuß-/Radweg vor meinem Fenster. Laut meiner Wetter-App sind es 10°C und um 10 Uhr soll es trocken sein. Der Steillage gegenüber sieht jetzt schon trocken aus.

Die Unterkunft hier in Ernst ist eine absolute Empfehlung. Das mit der Wäsche hat natürlich bestens geklappt. Am Frühstückstisch steht die Wäsche bereit. Das Frühstück ist – wie alles hier – exzellent. Heute Abend möchte ich in der Jugendherberge in Traben-Trarbach übernachten.

Der Streckenverlauf ist heute – im Gegensatz zu gestern – und bis auf die letzten km sehr, sehr schön. Allerdings auch mit kleiner Bergprüfung, die wie immer mit tollen Aussichten belohnt wird. Allerdings ist heute kein Fotografier-Wetter. Die Fahrradwege sind top in Ordnung und laufen meist fern der Autostraßen fast immer nah an der Mosel entlang. In Zell wechsele ich das Ufer. Dann ist es etwas crossiger.

Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch; aber es regnet (lange) Zeit nicht. In Zell an der Mosel-Schleife ist ein Fahrradrennen. Als ich froh und stolz die höchste Stelle ohne Schieben überwinde, rauschen plötzlich zig Rennfahrer an mir vorbei – Respekt! Später stelle ich fest: Es handelt sich um den Mittel-Mosel Triathlon.

In Pünderich mache ich heute ein Trinkpause. Hier ist auch einer der zahlreichen Campingplätze direkt an der Mosel. Die Nummernschilder sind meist gelb. Der Wirt ist ein Holländer. Es gibt zwei Fassbier. Ich komme mit einem Paar aus Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein ins Gespräch. Die beiden sind seit Mitte Mai mit dem Wohnmobil unterwegs. Wir reden übers Reisen, das aktive Rentnerdasein und die Zeit zum Innehalten.

Ich fahre weiter nach Reil. Kurz nachdem ich über die Brücke wieder das Ufer gewechselt habe, sagt mein Magen: Mittag- oder Abendessen steht an. Vor einem schönen Lokal mit Moselblick stehen massenweise Fahrräder. Hier mache ich 8 km vor Traben-Trarbach verspätet Mittag oder man kann auch sagen ich essen heute etwas früher zu Abend. Was für ein Glück, denn der Mosel-Spießbraten ist Spitze. Kaum hab ich bestellt, beginnt eine heftige und lange Regenschauer. Ich sitze unterm Sonnenschirm im Trockenen.  Der Regen dauert länger als ich hoffe, so komme ich auch noch in den Genuss einer belgischen Waffel mit Vanille-Eis zum Nachtisch. Ich denke: Das hab ich mir nach der Bergprüfung auch verdient und wer weiß, ob ich in der Jugendherberge noch ein Abendessen nachbuchen kann. Auch hier liege ich richtig.  Nach langem Warten hört der heftige Regen auf und ich fahre mit starken Antritt und gut gestärkt die letzten km zur Jugendherberge in Traben-Trarbach.

Die DJH liegt doch höher am Berg als ich berechnet und erwartet habe. Bei der Auffahrt gebe ich zum Schluss klein bei und schiebe die letzten Meter. Ich komme von außen zwar trocken an, aber von Ihnen bin ich zu guter Letzt mächtig ins Schwitzen gekommen.

Die Ausstattung der Familienjugendherberge ist eher einfach. W-LAN funktioniert nur im Foyer. Handy-Empfang gibt’s nicht. Dafür ist die Aussicht klasse. Der Preis ist sehr günstig. Inzwischen scheint auch die Sonne und es ist warm. Heute am Sonntag bin ich fast der einzige Gast. Ab morgen ist wieder hier alles komplett belegt.

Bilder des Tages