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Soulac-sur-Mer 20160717

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

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Sechsunddreißigster Tag, 17. Juli 2016

Das heutige Ziel wollen wir über die Fähre Royan – Le Verdon erreichen. Soulac-sur-Mer liegt auf der Halbinsel westlich der Gironde-Mündung, im Médoc, an der Atlantik-Küste.

Die Stadt wird erstmals 1035 als Ort eines Klosters erwähnt. Ab 1103 unterstand es als Priorat der Benediktiner-Abtei Sainte-Croix in Bordeaux. Zu dieser Zeit entwickelte sich der Hafen zu einem Startpunkt für die Pilgerreise nach Santiago de Compostela, dem Jakobsweg. Pilger aus ganz Europa gingen hier an Land, um den chemin littoral entlang der Atlantikküste, über Andernos-les-Bains, Bayonne, Hendaye, und über Irun weiter auf dem spanischen Camino de la Costa, zu Fuß zu bewältigen. Für ihr erstes Gebet an Land wurde die Kirche Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres erbaut. Seit 1998 ist sie als Teil des Weltkulturerbe der UNESCO „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet. Heute gilt der Küstenweg in Frankreich als Nebenweg zu den Hauptrouten des Jakobsweges.

Etappe Royan – Soulac-sur-Mer

Royan, Le Verdon, Soulac-sur-Mer

Royan – Soulac-sur-Mer 14  Fahrradkilometer
Royan –  Le Verdon  6 km via Fähre

Streckenabschnitt insgesamt: 994 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 17. Juli 2016

Royan – Soulac-sur-Mer

Gesamtstrecke: 19529 m
Maximale Höhe: 55 m
Minimale Höhe: -32 m
Gesamtanstieg: 364 m
Gesamtabstieg: -359 m
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My Camino vom Sonntag, den 17. Juli 2016

Nach dem französichen Frühstück, holen wir die Fahrräder aus dem Keller, satteln bei strahlend blauem Sonntagshimmel auf. Dann geht’s einen guten Kilometer am heute morgen noch entspannten Boulevard entlang. Kurz vor dem Fähranleger fahren wir auf der Autostraße. Wir lösen am speziellen Fahrradschalter unser Ticket für die Überfahrt. Es führt eine Doppel-Fahrradspur direkt bis zur Anlegestelle. Beide Fähren sind unterwegs. Als „unsere“ Fähre anlegt spuckt sie eine große Zahl Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger aus.

Eine gute Stunde später sind wir auf den anderen Seite und machen erst mal eine Trinkpause in einem Café. Der Kaffee tut gut; denn heute morgen war der Filterkaffee ausnahmsweise mal nicht so toll. Einen Liter Wasser trinken wir zusätzlich, denn die Sonne brutzelt schon kräftig.

Nach Tagen „endlich“ wieder Schilder, die auf den Jakobsweg hinweisen. Im Café kommen wir noch mit Holländern ins Gespräch, die ebenfalls mit dem Fahrrad auf dem Velodyssée-Radweg unterwegs sind. Die beiden waren auch schon mit den Rädern in Santiago de Compostela. Jetzt sind sie mit Zelt unterwegs. Wir kommen natürlich ins Gespräch …

Dann brechen wir auf und folgen den Schildern. Die Etappe ist gut ausgeschildert. Wir sehen wie üblich zahlreiche Radweghinweise und auch einige Hinweise auf den Jakobsweg. Die Strecke führt an einer kleinen Bahnlinie entlang und ist im Wesentlichen doppelspurig und gut in Schuss. Ab und zu kreuzen wir die Bahnlinie. Die Übergänge sind auf dem Boden auffallend grün gekennzeichnet. Allerdings sind die Übergänge zum Gleis sehr ruppig und breiten Spalten ausgefallen. Die Biegeradien sind oft mit 90° viel zu eng. Aber wir wollen nicht meckern. Der Weg verläuft durch die Dünen und am Waldrand oft im Schatten von Bäumen, was bei dem Wetter sehr angenehm ist.

Nach gut zwölf Fahrradkilometern sind wir bereits an der Promenade. Bausünden und Hotels in Schukartonbauweise sind hier so gut wie nicht vorhanden. Die Touristenort Soulac-sur-Mer ist überhaupt sehr  gefällig.

Am Central Plage parken wir unsere Fahrräder im Schatten eines ungenutzten Gebäudes und machen direkt nebenan beim Italiener eine lange Mittagspause. Der Blick auf den feinen Sandstrand, die Promenade und den Ozean sind atemberaubend schön. Um die Ecke ist die Einkaufsstraße Rue de la Plage mit vielen kleine Geschäften in oft historischen Häusern. Sieht aus wie im Bilderbuch und erinnert an die Belle Époque. Als dann noch eine Dixielandband an der Ecke kurz aufspielt, fühlen wir uns an den Anfang des letzten Jahrhunderts versetzt. – Eine wunderbare Mittagspause.

Wir fahren nach der Pause noch ein Stück an der gelungenen Promenade entlang und dann ortseinwärts zum Hotel. Unsere Unterkunft liegt nahe der Kirche.

Leider ist unser Zimmer noch nicht fertig und wir können erst gegen 15:30 Uhr einchecken. Wir hängen in der Zwischenzeit im Garten des Hotels ab. Unser Zimmer hat eine Terrasse auf der auch unsere Fahrräder parken. Das ist natürlich wieder super bequem.

Gegen Abend besuchen wir die geschichtsträchtige Kirche Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres . Dort hat die Jakobusfigur einen Fototermin  mit Walli. 😉 Einen Pilgerstempel bekommen wir anschließend noch in der Tourist Information, die am heutigen Sonntag bis 19 in der Rue de la Plage geöffnet hat.

Unser Weg führt uns heute Abend weiter zum Sandstrand an der Promenade. In einem Strandcafé löschen wir unseren Durst mit Bière à la pression. Mit jeweils einer Portion Pommes (assiette de frites) und  je zwei Kugeln Eis (deux boules de Glace) auf der Hand begnügen wir uns zum Abendessen. Dabei philosophieren wir noch über den Jakobsweg und die ehemals in den Sanddünen verschütteten Kirche, die heute wieder freigelegt und in Betrieb ist.

Der französische Küstenweg – auch Weg der Engländer genannt 
Im Mittelalter war der Küstenstreifen zwischen der Girondemündung und dem baskischen St. Jean de Luz ein frequentierter Seitenweg der Via Turonensis. Pilger aus England, Holland, aus der Normandie und der Bretagne wählten mit Vorliebe diese Strecke, die viele bis Soulac mit dem Boot zurücklegten. Wie damals üblich, gaben berühmte Reliquien oft den Ausschlag für die Richtung, aber auch Flussübergänge, sichere Hospize des Templerordens oder befestigte Römerstraßen.  Ein „Pilgerführer“ warnte damals: „Wenn dein Weg dich durch die Landes führt… und du nicht auf deine Füße achtest, dann wirst du schnell bis zum Knie versinken, der Meeressand ist trügerisch“. Trotz dieser Warnung wählten viele Pilger diesen Pfad, der auf dem kürzesten Weg zu den Pyrenäen führte. Heute bietet diese Variante des Jakobsweges Gelegenheit mit dem Fahrrad auf den Pilgerspuren zu wandeln. Über 550 km gekennzeichnete Fahrradwege führen von Soulac bis zur spanischen Grenze durch reizvolle Dünenlandschaften und vorbei an salzigen Binnenseen mit einer reichen Vogelwelt.
Quelle: Thekla Schrange † und Aloys Schäfer

Bilder des Tage

Videoschnipsel des Tages

Unterkunft

L’Ecume des Jours
4 rue Périer de Larsan,
33780 Soulac-sur-Mer
Frankreich

Royan 20160716

My Camino Orlèans – Bayonne

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Fünfunddreißigster Tag, 16. Juli 2016

Das Tagesziel für heute ist Royan, das am  Atlantik an der Trichtermündung der Gironde liegt.

Etappe La Tremblade – Royan

La Tremblade, Royan

La Tremblade – Royan 43  Farradkilometer

Streckenabschnitt insgesaümt: 980 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Samstag, den 16. Juli 2016

La Tremblade – Royan

Gesamtstrecke: 42210 m
Maximale Höhe: 22 m
Minimale Höhe: -3 m
Gesamtanstieg: 457 m
Gesamtabstieg: -453 m
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My Camino vom Samstag, den 16. Juli 2016

Eine sehr schöne Fahrt am Atlantik entlang. Die Etappe führt durch Wälder, Dünen und die Promenaden der Badeort entlang der Strecke.

Die Dünen sind teilweise ganz schön steil, wie man am Höhenprofil und den fast 500 Höhenmetern sehen kann. Aber auf jede Auffahrt folgt eine Abfahrt. Die Wege sind meist geteert oder gut befestigt. Auf Baumwurzeln müssen wir aber immer gefaßt sein, genauso wie auf Abbruchkanten und Schlaglöcher.

Vormittags haben wir fast keinen Wind. Am Nachmittag frischt der Wind teilweise in einzelnen Abschnitten kräftig auf. Die Temperaturen liegen morgens bei 20 ° C, am Nachmittag auch über 30 °C.

Auf dem Radweg ist richtig viel los. Aber in den Badeorten sind es nicht nur Radfahrer sondern auch oft Fussgänger. Überhaupt ist es an der Küste voll geworden. Die französische Hauptferienzeit beginnt und dazu kommt das Wochenende mit überragend gutem Wetter.

Kurz vorm Tagesziel machen wir in Royan eine leicht verspätete Mittagspause. Die Stadt brummt. Es fahren viele Autos hier. Das liegt nicht nur an der Fähre.

Der Boulevard hat einen eigenen zweispurigen Fahrradweg. Trotzdem kommen wir wegen des starken Gewusels kaum voran.

Unser Hotel liegt direkt am Boulevard. Die Velogarage ist im Keller. Ich trage die Räder die Treppe runter. Dann duschen und im kühlen Zimmer erst mal erholen.

Es ist kurz nach 8 Uhr abends und die Sonne bruzzelt unvermindert vom blauen Himmel mit voller Kraft. Wir sitzen entspannt im Schatten von Kiefern und testen das belgische Bier JUPILER vom Fass. Überhaupt treffen wir hier oft auf belgisches Bier.

Ein schöner Tag! ?

Morgen früh geht’s zur Fähre auf die andere Seite des riesigen Mündungstrichters der Gironde.

Bilder des Tages
Unterkunft

Les Embruns, Royan
18 bis Boulevard Garnier
17200 Royan
Frankreich