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La Rochelle 20160710

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Neunundzwanzigster Tag, Sonntag 10. Juli 2016

La Rochelle ist ein wichtiges Schifffahrts-, Handels– und Fremdenverkehrszentrum.

Etappe L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle

L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle

L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle 41  Fahrradkilometer
L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle    3 km zu Fuß schiebend
L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle 10 km per Kleintransporter

Streckenabschnitt insgesamt: 868 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 10. Juli 2016

L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle

Gesamtstrecke: 53292 m
Maximale Höhe: 52 m
Minimale Höhe: -2 m
Gesamtanstieg: 372 m
Gesamtabstieg: -379 m
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My Camino am Sonntag, den 10. Juli 2016

Um es vorab zu sagen: Uns geht’s gut wir sind am Tagesziel. Der Weg dahin ist nach zwei drittel der Tagesstrecke anders als geplant verlaufen. Ich habe eine Panne am hinteren Laufrad mit einem beschädigten Mantel bei knapp 41 Tageskilometern mitten in der Pampa. Wir schieben 3 km, da die Panne unterwegs trotz flicken und Schlauchwechsel nicht behebbar ist und wir zwar Ersatzschläuche; aber keinen Reserve-Mantel dabei haben. Als wir zu Fuß an der Kreuzung unserer Route an die  D202 kommen, sprechen wir einen sehr hilfsbereiten Franzosen an. Unser Plan ist es an diese Stelle ein Taxi zu bestellen für 2 Personen, 2 Fahrräder und unser Gepäck. Der Plan misslingt, trotz intensiver Telefonate durch den überaus hilfsbereiten Franzosen. Auch ein Anruf bei der Polizei hilft nicht weiter.  Wir können hier heute am Sonntagnachmittag einfach kein Taxiunternehmen ausfindig machen, das zwei Fahrräder transportieren kann oder will. Auch der Bahnhof hier ist stillgelegt. Weitere 10 km bis zum Tagesziel schieben ist für uns bei über 30 °C auch keine wirkliche Option.  Alternativ überlegen wir die Fahrräder hier anzuschließen und erst mal mit uns und dem Gepäck zum Hotel zu fahren. Und morgen mit einem Mantel und Werkzeug per Taxi zurück zu kommen. Wir haben jedoch noch Glück der Sohn kommt am Kanal mit seinem Schlauchboot an und auf dem Parkplatz  steht sein Kleintransporter. Vater und Sohn reden kurz und sagen, dass sie uns samt Fahrrädern und Gepäck nach La Rochelle bringen. Wir bedanken uns überglücklich und sind dankbar, als die ganze Familie uns komplett mit zwei Autos am Hotel abliefert.

Aber jetzt der Reihe nach:

Wir frühstücken um 8 Uhr pünktlich auf der Terrasse vor unserem schönen Zimmer. Unsere Radtaschen sind bereits gepackt. Wir wollen pünktlich los, da die Strecke heute für uns etwas länger ist. Ich schreibe noch einen Gästebucheintrag nach dem Aufsatteln. Freundlich verabschieden wir uns von der sehr höflichen und fürsorglichen Maman. Die Vermieterin Dolorès scheint unterwegs zu sein.

Schnell noch Baguette und Wasser kaufen und wir fahren aus L’Aiguillon-sur-Mer über Landstraße und Wirtschaftswege heraus. Wir fahren an größeren Sonnenblumen- und Kornfeldern vorbei. Die Bauern machen Heu und haben mit dem Mähdreschern begonnen.

Die Wirtschaftswege haben unterschiedlichste Oberflächen. Asphalt unterschiedlichster Qualität, Schotter, sehr losen Schotter, unbefestigte Wiesenwege, schmale Deichkronen – das ganze Programm. Die Wege an den kleinen Kanälen und die Brückenunterführungen sind teilweise sehr ruppig und anspruchsvoll. Da wir wenig Wind oder Rückenwind haben, kommen wir trotzdem recht gut voran. Entlang der Kanäle geht’s oft viele Kilometer immer geradeaus. Nach 30 Tageskilometern haben wir nach einer unserer Trinkpausen einen scharfen Richtungswechsel für knapp 2 km Gegenwind.  Danach geht’s wieder viele Kilometer geradeaus und windfrei weiter.

Nach einer weiteren. längeren Trinkpause bei gut 40 km und über 30 °C  stehen die Räder mangels Schatten in der Sonne. Nur ein kurzes Stück nach der Weiterfahrt, platzt mein Schlauch im Hinterrad mit einem lauten Knall.

Wir flicken den Schlauch. Beim Aufpumpen ist noch alles o.k. Irgendwie sitzt der Mantel an einer Stelle komisch. wir denken wir haben einen Fehler gemacht und überprüfen noch mal alles. Aber beim zweiten Versuch geht der Flicken ab. – komisch. Wir ziehen einen neuen Schlauch ein und prüfen den Mantel an der Stelle wo das Loch war genau. Dann wir uns deutlich, dass der Mantel beschädigt ist. Wenn wir Druck drauf geben kommt der Mantel aus der Felge, das ist für den Schlauch bei Belastung tödlich. Ohne Last hält der Luftdruck und wir entscheiden bis zur nächsten Siedlung zu schieben. Den Rest  der Geschichte habe ich oben vorab erzählt.

Zu Abend essen wir um die Ecke in einer kleinen Brasserie. Die ist schon stark für das Endspiel der EU 2016 Portugal : Frankreich aufgerüstet. Es gibt daher kurz vorm Spiel heute nur 3 Gerichte zur Auswahl. Wir wählen Entrecote und belohnen uns für den Pannen-Stress des Tages mit eine paar Bier. Das Essen ist überraschend gut und wir sehen zu, dass wir vor dem Anpfiff wieder im Hotel sind.

Morgen

muss ich versuchen einen neuen passenden Mantel aufzutreiben:

Ein Fahrradladen gib’s in unserer Straße Cycles Chiasson
https://www.chiasson.fr/
Ouvert du mardi au samedi, de 9h à 12h30 et de 14h à 19h30
Leider hat der montags  zu.

Ein zweiter liegt am Radweg Cyclable La Rochelle
8 bis quai Senac de Meilhan, 17000 La Rochelle
https://la-rochelle.cyclable.com/
Telefon 04.81.65.19.16 (du lundi au vendredi de 9H à 17H30)

Bilder des Tages
Videoschnipsel des Tages

Unterkunft

Hôtel Les Rosiers
56 boulevard André Sautel
17000 La Rochelle
Frankreich

L’Aiguillon sur Mer 20160709

My Camino Orlèans – Bayonne

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Achtundzwanzigster Tag, Samstag 9. Juli 2016

In L’Aiguillon sur Mer mündet der Fluss Lay in den Atlantischen Ozean.

Etappe Saint-Vincent-sur-Jard – L’Aiguillon sur Mer

Saint-Vincent-sur-Jard, La Terrièr,  La Faute-sur-Mer, L’Aiguillon sur Mer

Saint-Vincent-sur-Jard – L’Aiguillon sur Mer 31  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 824 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Samstag, den 9. Juli 2016

Saint-Vincent-sur-Jard – L’Aiguillon-sur-Mer

Gesamtstrecke: 30602 m
Maximale Höhe: 22 m
Minimale Höhe: 1 m
Gesamtanstieg: 317 m
Gesamtabstieg: -310 m
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My Camino am Samstag, den 9. Juli 2016

Das erst typisch französisch aussehende Frühstück überrascht mit einer sehr guten Käseauswahl. Wir frühstücken mit einem Paar aus dem Elsass an einem Tisch. Die Wirtin ist wie gestern Abend sehr gesprächig und will nochmal unser heutiges Ziel wissen:   L’Aiguillon sur Mer.

Vor und nach dem Frühstück lade ich noch von der Terrasse aus ein paar Bilder hoch und um 9:40 Uhr sitzen wir im Sattel. Nach einem kurzen Stück durch den Ort führt uns der geschotterte Radweg in die Dünen und den Wald. Das muntere auf und ab und kurze Sandpassagen kennen wir ja schon. Wir kommen schnell ins schwitzen. Die Wellen fordern uns. Wir legen öfter kurze Trinkpausen ein.

Bei La Terrièr verlassen wir den Radweg und machen im Ort in einer Bar (Lotto, Tabak, Bar) unsere geliebte und notwendige vormittägliche Kaffee- und Wasserpause. Wir kommen mit jungen Café-Besuchern, die uns ansprechen,  kurz ins Gespräch. Nur hundert Meter weiter holt zwischendurch Walli Brot und Wasser. Das ist für unsere Mittagspause oder das Abendbrot, je nach dem, was sich so unterwegs ergibt. Nach La Terrièr fädeln wir uns wieder auf unsere Radroute ein.

Auf einem Radweg parallel zur D105 kommen wir jetzt sehr gut voran. Ich lese inzwischen knapp 30 °C im Halbschatten auf dem Tacho meines Fahrrades ab. Dem zufolge trinken wir zwischendurch öfter was. Dann folgt der Radweg – seitlich durch einen Damm getrennt – der D1046. Auf dem frischen Asphalt kommen wir sehr schnell vorwärts. Ruck zuck sind wir nur noch 4 km vor dem Tagesziel. Wir fahren an vielen Ferienhäusern und Campingplätzen vorbei. Rot leuchtende Schirme laden uns zu einem Mittagsimbiss ein. Zu Hamburger und Frites gibt’s auch frisch  gezapftes Pelforth. Der „Maître“ ist ein kleiner Kasper und unterhält zwischendurch seine Gäste.

Frisch gestärkt und mit ausgeglichenem Mineralienhaushalt geht’s in den kurzen Endspurt. Vor dem kleinem Ort  L’Aiguillon sur Mer liegt der Ort La Faute-sur-Mer. Im Vorbeifahren entdecken wir eine gute sortierte Einkaufsstraße. Wir halten, schieben noch eine Kaffee- und Wasserpause ein. Walli füllt im benachbarten coop unsere Vorräte auf für ein gutes Abendessen am Samstag. Wir gehen davon aus, dass es im Zielort und in der Nähe der Unterkunft kein Restaurant gibt. Meistens liegen wir mit unseren Schätzungen diesbezüglich richtig; aber heute sehen wir auf den letzten Metern zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

Unsere Unterkunft ist super komfortabel. Wir „residieren“ in einem sehr stilecht umgebauten  dörflichen Schlachthaus. Auf die gestrige Nachfrage der Vermieterin Dolorès haben wir uns für 15 Uhr avisiert. Wir legen eine Punktlandung hin. Genau um 15 Uhr stoppe ich die Tour-Navigation und -Aufzeichnung der GPX-Daten auf unserer Terrasse.

Alles super, groß und geschmackvoll mit riesiger Terrasse. Und die Fahrräder stehen direkt im Nachbarraum im Stall. Nur mit dem WiFi klappt’s zunächst nicht. Erst fehlt das Password und dann mangelt es innen am Empfang.  Und die heutige zuständige Maman der Vermieterin weiß  mit den neuen Technologien nicht so gut Bescheid. Eine Mail vom Smartphone und die Antwort von Dolorès bringen die Klärung: Dans le classeur. Et installez vous dans la cour. (… in der Arbeitsmappe. Und sitze im Hof)

Morgen verlassen wir die große Region Pays de la Loire und erreichen planmäßig La Rochelle in der Region Poitou-Charentes.

Bilder des Tages
Unterkunft

La Maison Salée
29 bis rue Jacques Moreau
85460 L’Aiguillon sur Mer
Frankreich