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OL6 Haltern-Hünxe

Pilgern mit dem Fahrrad vor der Haustür

Meine Planung zu dem Westfälischen Jakobsweg 1 der Route Osnabrück-Wuppertal finden Sie / findet Ihr hier.  Das zugehörige Stempelstellenverzeichnis und das Unterkunftsverzeichnis sind auf den Seiten des LWL zu finden.

Donnerstag, 28. April 2016

Fahrradkilometer:  49 km
Gesamt-Fahrradkilometer: 249 km

OL6 Haltern-Hünxe

Diese letzte Etappe ist mein Weg nach Hause und kein ausgeschilderter Jakobsweg. Ich berühre die Route Industriekultur und die Römer-Lippe-Route auf meinem Weg nach Hause.

Tatsächliche Route Haltern-Hünxe
49 km

Gesamtstrecke: 48976 m
Maximale Höhe: 48 m
Minimale Höhe: 22 m
Gesamtanstieg: 488 m
Gesamtabstieg: -491 m
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Nach einer erholsamen Nacht und dem sehr guten Frühstück in der First Claas Jugendherberge Haltern am See sitze ich um 9:15 Uhr im Sattel. Mit 7 °C bis 8 °C  ist es zu dieser frühen Stunde wärmer als in den letzten Tagen. Der Wind hat sich auch etwas beruhigt und der Himmel ist blau/weiß. Dunkle Wolken sind heute eher selten zu sehen.

Meine Route führt mich zunächst am Halterner See entlang. Nach gut 6 km  bewundere ich auf dem Marktplatz das alte Rathaus und die St. Sixtuskirche. Der verkehrsfreie Marktplatz liegt in der Sonne und zeigt sich von seiner besten Seite. Ich entschleunige hier, kaufe Brötchen für später und mache erst mal in der Morgensonne eine Trinkpause.

Ich suche mir auf meiner vorgeplanten Route den Weg aus der Stadt Haltern am See, quere die Bahngleise und die Lippe und tangiere den Wesel-Datteln-Kanal.  Dann geht’s am Kanal entlang.

Nach gut 13 km will mein Navi und der Radweg in die Lippeauen nach rechts. Der Weg am Kanal ist aber ganz neu und geht auch noch weiter. Die Hinweisschilder, dass hier ein Betriebsgelände beginnt habe ich bar des schönen Weges am Kanal „überlesen“. Nach ca. 1 km ist dann aber „Ende Gelände“- also lieber umdrehen. Auf der anderen Seite des Kanals sehe ich Fußgänger – also kann man vielleicht da drüben direkt am Kanal weiterfahren, denke ich so. Ich drehe rum, und quere den Kanal bei der nächsten Brücke, fädele mich durch eine Werksiedlung und komme stolz auf einem geschotterten Kanalweg Richtung Westen am anderen Kanalufer an.  Geht doch, denke ich so. Die Freude ist nur kurz. Auch hier kommt alsbald „Ende Gelände.“ Ich drehe wieder rum, habe aber keine Lust mich durch die Werkssiedlung zurück zu fädeln. An der Brücke gibt’s keine Auffahrt. Egal nehme ich halt die nächste Brücke Richtung Osten. Ups – auch hier ist keine Auffahrt; aber eine Treppe mit 3 x 11 Stufen. Ich sattele nach den ersten elf Stufen die Vordertaschen ab und trage sie schon mal hoch. Dann das hole ich das Fahrrad – bis zur 32. Stufe läuft alles gut. Dann wird’s bei der 90° Wendung auf der letzte Stufe eng, enger – kawumm – ah der Kettenschutz hängt, setzt auf. Oh – leider kein Kettenschutzblech sondern Kettenschutzkunststoff. Das knackige Geräusch sagt mir: der ist hin. Aber das Fahrrad ist oben. Ich bin auch oben. Das Gepäck ist oben. Da oben auf der Brücke ist aber auch eine doppelte Leitplanke zwischen Geländer und Fahrradweg. Hmm – passt Gustav und das Fahrrad zwischen Geländer und doppelter Leitplanke durch? Ist knapp; aber sollte gehen. Gesagt getan. Gepäck an’s Fahrrad und los schieben. Ganz schön eng, sehr eng. Da – ein lange nicht mehr gehörtes Geräusch an der Hose. Stopp – Kontrollblick ans linke Hosenbein: Klarer Fall: einer Klinke in Form einer Sieben. Oh je.  Da ist ja endlich das Ende der Brücke: Sackgasse meiner Sonderspur. Also doch: Alles absatteln. Jetzt ist mein Fahrrad super leicht und lässt sich sehr gut und elegant über die doppelte Leitplanke heben. Und schon steht mein Fahrrad auf dem Fahrradweg am Ende der Brücke. Jetzt nur noch aufsatteln, aufsitzen und den Original-Track des Navis fahren.

Was soll ich sagen: Erstens dumm gelaufen und das kann ich eigentlich besser. Zweitens der von mir selbst geplante Original-Track ist ein wunderbarer Abschnitt bei Lippramsdorf auf der Römer-Lippe-Route mit der Victoria-Schleife. Man bin ich blöd – aber nicht weitersagen.  Und das nächste mal vertraue ich wieder auf meine eigene Planung.

Nun geht’s endlich am Auguste-Victoria-Schacht 8 vorbei und dann auf einer stillgelegten Bahntrasse entlang. Hier ist es außerdem fast windstill. Im Gegensatz zum Kanal, da bläst heute ein zwar schwächerer und wärmerer Gegenwind von Westen, der nach wie vor ordentlich Kraft kostet. Am Ende der Bahntrasse geht’s wieder Richtung Lippe und durch das Naturschutzgebiet Lippeaue. Nach Querung der Lippe setze ich meine Heimfahrt längs des Kanals fort.

Bei beachtlichem Gegenwind erreiche ich Dorsten. Die Stadt lasse ich heute links liegen, quere die B224 und am Ende der Stadt mache ich am Kanal in der Nähe der Lippefähre Baldur meine „hart verdiente“  Mittagspause auf einer Bank. Die Sonne schiebt das Thermometer in den angenehmen Bereich. Auf der offensichtlich neuen Sitzbank packe ich endlich meine beiden Vordertaschen aus und koche! Lecker! Das kommt gut. Zum Schluss noch einen Filter-Kaffee.

Anschließend abwaschen, einpacken und aufsitzen. Jetzt sind’s bis Hünxe nur noch  16 km – Endspurt.

Gegen viertel nach Vier komme ich glücklich, zufrieden, angereichert mit neuen Erfahrungen und inspiriert von den Begegnungen gesund, demütig und dankbar wieder zu Hause bei meiner lieben Walli an.

Fazit

Mein Fazit zu dieser Tour finden Sie / findest Du hier.

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Unterkunft

zu Hause

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OL5 Lünen-Haltern

Pilgern mit dem Fahrrad vor der Haustür

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Mittwoch, 27. April 2016

Fahrradkilometer:  43 km
Gesamt-Fahrradkilometer: 200 km

OL5 Lünen-Haltern

Tatsächliche Route Lünen – Haltern am See
43 km

Gesamtstrecke: 42621 m
Maximale Höhe: 109 m
Minimale Höhe: 31 m
Gesamtanstieg: 598 m
Gesamtabstieg: -646 m
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Nach dem anstrengenden Gegenwind von gestern und dem langsamen Internet lag ich früh in der Kiste und habe sehr gut geschlafen.  Pünktlich um 8 Uhr sitze ich alleine im Foyer der etwas in die Jahre gekommenen Jugendherberge bei einem exklusiven Frühstück, da ich in dieser Nacht der einzige Gast der DJH Lünen am Cappenberger See bin. „Gleich reisen 60 Kinder an„, erzählt mir die Leiterin Bettina Tröster und fragt nach meinem Tagesziel für heute.

Die Betreiberin der DJH – früher hätte man gesagt die Herbergsmutter- lächelt mich mitleidig an, als sie mir die Tür aufhält und mich zusammen mit meinem Fahrrad in den Nieselregen entlässt.  Ich sehe den Regen entspannt entgegen. Man kann nicht immer schönes Wetter haben. In den letzten Tagen hatte ich meistens nur sehr kurze Schauern. Heute Morgen sieht es allerdings zunächst nach Dauerregen aus.

Nach einem sehr steilen aber kurzem Abgang führt der Pilgerweg am See entlang. Der anhaltende Nieselregen und 7 °C bin ich bis auf ein paar Gassigeher alleine unterwegs. Als ich den nördlichen Teil der Stadt Lünen erreiche sind auch hier nur wenig Leute unterwegs. Der Pilgerweg führt am Bahnhof Lünen vorbei. Kurz danach mache ich noch vor der Lippe-Brücke einen Abstecher zur Kirche St. Marien. Das Pfarrheim wird allerdings renoviert und ist geschlossen. Pilgerbuch und Stempel sind in der Kirche leider nicht zu finden. Als ich nach einer Weile wieder aus der Kirche komme, hat es aufgehört zu regnen.

Ich folge wieder dem Pilgerweg und überquere die Lippe. Der Weg führt durch die „anspruchsvoll gestalteten Fußgängerzone, in der sich altes Fachwerk und moderne Architektur harmonisch gegenüberstehen„.

Alsbald erreiche ich die Kirche St. Georg. Hier hat das Pfarrbüro geöffnet und ich bekomme einen Pilgerstempel in meinen voller werdenden Pilgerausweis. Die Kirche ist zwar geschlossen aber die Mitarbeiterin macht sich einen Weg in die Sakristei und schließt mir die Kirche auf. Auf dem Rückweg kommen wir über meine Rad-Pilgerei ins Gespräch.

Ich fahre weiter in südlicher Richtung und quere die Bundesstraßen B54 / B236 Nach der Überquerung des Datteln-Hamm-Kanals, verlasse ich – für diesen Abschnitt – den Jakobsweg. Ich folge zunächst dem Kanal in Richtung Westen Richtung Heimat. Dem vom Westen kommenden Wetter fahre ich entgegen und habe mal wieder entsprechenden Gegenwind. Allerdings ist der Gegenwind heute nicht so heftig, wie gestern. Gelegentlich schauert es. Die Regen- oder Graupelschauern sind wieder sehr kurz. Meist nehme ich mir dann vor unter der nächsten Brücke zu schauern. Bevor ich aber jeweils die nächste Brücke erreiche ist der Spuk meist vorbei. Der Himmel wird dann oft auch wieder blau. Es ist halt April-Wetter. Wenn die Sonne mal länger scheint, steigen auch die Temperaturen auf manchmal 14 °C und mehr an.

Ich erreiche das mehrfache Kanalkreuz Datteln und wechsele vom Datteln-Hamm-Kanal zum Dortmund-Ems-Kanal. Anschließend umfahre ich den Dattelner Liegehafen. Dann quere ich nochmal den Dortmund-Ems-Kanal und schwenke auf den Wesel-Datteln-Kanal ein. Die Streckenführung ist hier durch die Brücken dreidimensional. Da mein Navi aber nur zwei Dimensionen kennt, muss ich mich bei den vielen Wasserstraßen und Brücken öfter mal vergewissern, ob ich noch die richtige Richtung habe. Alles klappt. Kurz bevor ich auf den Wesel-Datteln-Kanal einschwenke mach ich noch beim Kiosk „Kilometer 21“ kurz Station, nehme einen Kaffee, ein Mineralwasser und ein Bockwürstchen. Der Kiosk-Chef füllt mir auch noch meine Wasserflasche auf, während draußen sich mal wieder eine Hagelschauer austobt.

Eigentlich habe ich vor in der Schutzhütte an der Lippe bei Olften endlich mal wieder meinen Spirituskocher anzuwerfen und mir eine Reispfanne zu kochen. Der Abstecher zum Unterstand gehe ich forsch an; aber die Querung der Lippe, die ich erwartet hatte, gibt’s so nicht. Oder sie ist nicht zugänglich. Um nicht einen größeren Umweg während der nächsten sich ankündigen Hagelschauer fahren zu müssen, breche ich die Schutzhütten-Koch-Aktion ab und kehre über die Römerroute und Ahsen an den Wesel-Datteln-Kanal zurück um meinen Weg zur Jugendherberge in Haltern am See  fortzusetzen. Gut, dass ich am Kiosk „Kilometer 21“ mir für alle Fälle eine Bockwurst mit Brötchen zugeführt habe. 😉

Die Lippe mäandert sich neben dem Kanal entlang, ist aber vom Kanal aus selten zu sehen. Kurz bevor ich den Kanal verlasse und auf den Flaesheimer-Damm einschwenke könnte man alternativ auch die Lippe-Fahrradfähre „Maifisch„, die so wie der „Quertreiber“ konzipiert ist, nehmen. Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis zur modern und komfortablen Jugendherberge Haltern am See, dem heutigen Tagesziel. Hier kennt man mich noch vom letzten Jahr, als ich bei einer meiner Trainingstouren hier Station machte. Um kurz vor 3 Uhr hab ich abgesattelt und nehme erst mal einen vorzüglich Kaffee-Crema aus dem Brennautomaten. – Klasse!

Bilder des Tages

Unterkunft

Jugendherberge Haltern am See
Stockwieser Damm 255
45721 Haltern am See
Der Check-in ist zwischen 14:00 bis 20:00 möglich
Tel.: 02364-2258
Fax: 02364-169604
E-Mail: jh-haltern@djh-wl.de
N51° 45.072′ E7° 14.743′

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4 Tage: Auf den Spuren des Westfälischen Jakobsweges 4

Planung und Anfahrt

Pilger- und Trainingstour

Auf den Spuren des Westfälischen Jakobsweges 4

Donnerstag, 30.04.2015 bis Sonntag, 03. Mai 2015

Hünxe-Haltern-Münster-Velen-Wesel

Gesamtstrecke: 253359 m
Maximale Höhe: 162 m
Minimale Höhe: 19 m
Gesamtanstieg: 745 m
Gesamtabstieg: -764 m
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Donnerstag, 30. April 2015
Hünxe – DJH Haltern am See

Tatsächlich gefahrene Route am 30.04.2015

Gesamtstrecke: 48287 m
Maximale Höhe: 59 m
Minimale Höhe: 27 m
Gesamtanstieg: 466 m
Gesamtabstieg: -437 m
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Eindrücke

Um kurz nach 9:00 Uhr starte ich in Hünxe. Die Temperatur liegt bei 12 °C bis 18 °C, der Himmel zeigt sich heiter bis wolkig. Bei leichtem Rückenwind komme ich schnell und zügig voran. Der Trainingserfolg der letzten Monate zeigt sich auch zum Start der mehrtägigen Trainingstour. Mühelos bleibe ich bis auf zwei kurze Trinkpausen knapp 2 1/2 Stunden im Sattel. Zum ersten Mal fahre ich mit fast vollständigem Gepäck. Das Fahrrad läuft stabil. Obwohl ich meine den jetzt höheren Schwerpunkt, durch die zusätzlich querliegende Tasche auf dem Gepäckträger zu spüren. Das Auf- und Absteigen funktioniert durch meine verbesserte Fitness auch recht gut.

Dorsten lasse ich heute rechts liegen und genieße die Lippe-Landschaft hinter Dorsten. Allerdings ist hier die Lippe begradigt und in ein Korsett gezwungen. Anschließend fahre ich auf bzw. neben der ehemaligen Bahntrasse weiter. Dort kann ich bei einer Trinkpause einen Storch im Nest beobachten. – Herrlich!

Da ich früher als erwartet in Haltern ankomme, mache ich einen Abstecher zu Innenstadt. Heute ist Markt. Und ich schaue mir von Außen die Hauptkirche St. Sixtus an.

Aus Budgetgründen beschließe ich einen Imbiss von Metzger und Bäcker zu nehmen. Das war allerdings bitter: „Ich glaube so eine miserable Frikadelle habe ich noch nie gegessen.“ Dafür war die Laugenstange und der Kaffee von einem anderen Bäcker am Ende der Fußgängerzone wieder versöhnlich und o.k.

Auf dem Weg zur Jugendherberge fahre ich am See entlang. Dort eröffnet gerade ein Mittelding zwischen Biergarten und aufgemotzer Pommesbude. Der Apfelkuchen und der Kaffee Crema sind prima. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Jugendherberge. Die DJH Haltern am See macht einen Super-Eindruck. Freundlicher und zuvorkommender Empfang, ein Super-Fahrradhaus, kostenloses W-LAN ein funktionierender Kaffee-Automat mit sehr guten Kaffee crema. Ein Einzelzimmer mit eigenem Bad. Alles funktioniert prima.  Moderate Preise. Was will man mehr? Beim Beziehen der Bettwäsche kommen Erinnerungen an die DJH Mosenberg und unsere Bläserlehrgänge auf.

Die „eine angekündigte Regenschauer“ kommt. Und so kann ich erstmal  in aller Ruhe duschen und meine Erprobungen der Ausrüstung fortsetzen. Die platzsparenden Seifenplättchen (Pocket Hand Wash, Sea to Summit) funktionieren nicht nur exzellent beim Händewaschen, sondern auch als Rasierschaum. Auch das 4-in-1 Waschmittel (4 Wash-Eco, Vaude) funktioniert auch als Shampoo prächtig und riecht sogar angenehm gut. Meine Microfaser-Funktionshandtücher kommen zum ersten mal zum Einsatz. Meine anfänglich Skepsis wird von Begeisterung überdeckt. Die Dinger (PackTowl (R) und das TS3071 von TravelSave (R))  funktionieren tatsächlich wie ein Handtuch und trocken sehr schnell.

Die Jugendherberge gefällt mir sehr gut und so buche ich auch das Abendessen hier.

… Oh es wird schon dunkel – nein „die zweite angekündigte Regenschauer“ kommt.

Bilder des Tages

Freitag, 01. Mai 2015

Mal sehen wie das Wetter am Tag der Arbeit wird. Heute geht’s weiter nach Münster.

Tatsächlich gefahrene Route am 01.05.2015

Gesamtstrecke: 49637 m
Maximale Höhe: 84 m
Minimale Höhe: 44 m
Gesamtanstieg: 382 m
Gesamtabstieg: -377 m
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Eindrücke

Bei strahlender Sonne und 5°C bin ich um kurz vor 9:00 Uhr losgeradelt. Zunächst ging’s am Stausee in Haltern entlang. Der ursprünglich geplante Absprung vom See direkt durch den Wald ist mir zu aufgeweicht. Da der Regen in der Nacht hier zuviel Schlamm und Matsch generiert hat. Vom See bis Dülman ging’s über 10 km kontinuierlich leicht bergauf. In Dülmen drehe ich zwei kleinere Ehrenrunden, da ich den Routenverlauf verpasse. Mittlerweile bin ich knapp 2 Stunden im Sattel und es sind 10°C, es ist bewölkt und ich mache drinnen ca. 23 km vor’m Ziel eine Kaffee-Pause. Der Biergarten ist um 11:00 Uhr am 1. Mai in Hiddingsel noch leer und es ist zum draußen Sitzen zu kalt. Das wird sich aber im Laufe des Maifeiertages noch ändern …
Die Strecke geht überwiegend durch Wald und Flur an vielen einzelnen Bauernhöfen vorbei. Dabei geht mir durch den Kopf: Früher roch es in der Nähe eines Bauernhofes oft nach Gras, Heu und Stroh und meist auch nach Kuh- und Schweinemist. Heute riecht es anders. Für mich ist es verfaultes Futter. Die Bauern nennen  das stikende Zeug Silage.
Vereinzelt tauchen meist jugendliche „Wanderer“ auf, die heute fast immer einen Handwagen mit Getränken dabei haben. Je näher ich nach Münster komme um so mehr erhöht sich die Dichte und „Breite“.
In Albachten mache ich knapp 6 km vor dem Tagesziel eine kurze Getränkepause. Als ich in Münster Roxel ankomme, findet ein sehr guter Jazzfrühschoppen …
Auf Grund des riesigen Events am Hotel, der so ganz nach meinem Geschmack ist, streiche ich den Abstecher nach Münster und genieße die Veranstaltung und die exzellente Küche des Hauses.

Bilder des Tages

Samstag, 02. Mai 2015

Heute ist Super-Fahrradpilger-Wetter.

Tatsächlich gefahrene Route am 02.05.2015

Gesamtstrecke: 59228 m
Maximale Höhe: 164 m
Minimale Höhe: 55 m
Gesamtanstieg: 739 m
Gesamtabstieg: -759 m
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Eindrücke

Bin seit kurz nach 9 Uhr unterwegs. Im Stift Tillbeck steuere ich die erste Stempelstelle an – Vergebens. Die Pforte der Stift-Verwaltung verweist auf das Cafe am Turm. Hier weiß die überforderte Bedienung nichts vom Stempel und nichts vom Jakobsweg.  Das gleiche Dilemma erlebe ich in Schapdetten.  Im Dettener-Dorfladen weiß man nix vom Jakobsweg und einem Stempel dafür. Auch in Nottuln finde ich in der Kirche keine Stempelstelle. Außer einem gemeindeinternen Prospektfragebogen „Privatquartiere für Jakobspilger  gesucht“ deute hier nichts auf die in wenigen Tagen bevorstehende Eröffnung des Jakobsweges hin. Unterwegs taucht allerdings die Ausschilderung des neuen Jakobsweges auf. Meine Stempel-Hoffnungen ruhen jetzt auf das Kloster Gerleve und Coesfeld. Auch hier sind die Stempelstellen geschlossen oder man/frau weiß von nix. Immerhin improvisiert die Klostergaststätte und eine lebenserfahrene Bedienung stempelt meinen Pilgerausweis mit ihrem normalen Geschäftsstempel. Die Bäckerei in Darup improvisiert ebenfalls.

Die Hügel in Darup waren heute etwas anspruchsvoller. Der Coesfelder Berg hat es in sich – da musste ich dann doch zwei mal aus dem Sattel und ein Stück schieben.
In Coesfeld laufe ich den Kunstverein an. Leider ist – trotz anders lautender Ankündigung – die Stempelstelle um 14:15 Uhr an diesem Samstag geschlossen. Dafür hat die Küche in einem Cafe am Jakobiwall noch geöffnet und ich kann „hausgemachte“ Pasta als leicht verspätetestes Mittagessen genießen.
Meine Routenwahl für den letzten Tagesabschnitt Coesfeld-Velen war landschaftlich an einer viel befahrenen Straße entlang sub-optimal; aber dafür bin ich zügig in Velen. Das Hotel im sogenannten Sportschloss hat ein gutes Niveau und liegt in einem wunderschönen Park. Der Kaffee auf der Terrasse ist sehr gut und das Personal ist  freundlich. Hier ist eine Heiratsfabrik. Der Hochzeitsfotograf ist ein wenig nervig. Und der Bugatticlub hat Jahrestreffen …
Nach der kleinen Wäsche habe ich geduscht und gehe jetzt mein Fahrrad wegschließen und essen. Das Restaurant in Orangerie ist ausgezeichnet.

Bilder des Tages

Sonntag, 03. Mai 2015

Heute soll das Wetter Regen bringen.

Tatsächlich gefahrene Route am 03.05.2015

Gesamtstrecke: 55882 m
Maximale Höhe: 122 m
Minimale Höhe: 28 m
Gesamtanstieg: 623 m
Gesamtabstieg: -660 m
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Eindrücke

Das Wetter bleibt schön. Nach einem ausgezeichnetem Frühstück und bei strahlend blauen Himmel sowie 17 °C  startet ich kurz nach 9 Uhr. Der Fahrrad-Navigator und ich finden den geplanten Fahrradweg erst nach dem zweiten Anlauf und so drehe ich um das Schloss Velen herum noch eine Ehrenrunde.

Nach 7 Tageskilometern erreiche ich …

In Borken …

Raesfeld lasse ich im Gegenwind liegen …

Kurz vor Marienthal fahre ich wieder den ausgeschilderten Pilgerpfad entlang. Nach dem Besuch der Klosterkirche in Marienthal kehre ich ins Gasthaus Elmer ein und mache im Biergarten Mittagspause.

Aus Marienthal heraus führt der Pilgerpfad zunächst über die Landstraße und biegt nach einigen 100m rechts in einen Feldweg Richtung Wesel ein. Auf Grund der sich zuziehenden Wetterlage fahre ich geradeaus nach Drevenack und Hünxe weiter. Auf Höhe des Gasthauses Pannebäcker  zeigt mein Tacho 200 km an. Auch auf den letzten km macht der Gegenwind aus dem Süden die Fahrrad-Pilgertour wieder zur Trainingstour. Erst im Tal am alten Bahndamm entlang mildert der Wald den Gegenwind.

Der erste Regentropfen fallen erst als ich bereits in Hünxe wieder angekommen bin und vor unserer Haustür absattele. Der Tacho zeigt knapp 214 km an. Eine wunderschöne 4-Tagesfahrt geht zu Ende. – Bis auf die Stempelstellen eine runde und eindrucksvolle Pilgerfahrt. – DANKE!

Bilder des Tages