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OJ1 Ulm-Biberach

Pilgern mit dem Fahrrad von
Ulm nach Konstanz am Bodensee

Die Planung zum Oberschwäbischen Jakobusweg  Route Ulm-Konstanz finden Sie / findet Ihr hier.

Sonntag, 1. Mai 2016

Fahrradkilometer:  59 km
Gesamt-Fahrradkilometer: 74 km

OJ1 Ulm-Biberach

Tatsächliche Route Ulm-Biberach
59 km

Gesamtstrecke: 58878 m
Maximale Höhe: 542 m
Minimale Höhe: 472 m
Gesamtanstieg: 737 m
Gesamtabstieg: -698 m
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Nach dem schwäbischen Abendessen habe ich entspannt und sehr gut geschlafen. Das Frühstück war ordentlich. Beim Auschecken treffe ich noch eine Tischnachbarin von gestern Nachmittag. Es gab dann nach dem das Vorgeplänkel gestern endlich zu Ende war, doch noch Ergebnisse. Ein Präsidium wurde gewählt. Im Hotel Ulmer Spatz treffe ich beim Frühstück noch die gut gelaunten Bläserinnen und Bläser eines Posaunenchores aus Herford. Sie brechen gleichzeitig mit mir auf und wollen im Congress Centrum Ulm gleich auftreten. Ich vermute die Truppe nimmt am Wettbewerb für Orchester teil.

Um kurz vor 9 Uhr sitze ich bei erfreulichen 10 °C im Sattel. Das Wetter ist gut. Es ist trocken und es weht so gut wie kein Wind. Die Sonne ist hinter den Wolken bzw. dem Hochnebel öfter zu erkennen.

Ich fahre die paar Meter zum Ulmer Münster um den gestern nicht mehr geschafften Pilgerstempel zu besorgen. Leider klappt das zunächst heute Morgen auch nicht. Das Münster ist heute bis 11:30 Uhr für Besucher geschlossen, so mache ich auf dem Weg. Vor dem Ulmer Münster am Münsterplatz rüstet der DGB-Schwaben zum Kampftag.

Über Marktplatz und Rathaus und durch den Metzger-Turm fahre ich hinunter zum Donauradweg. Um zügig aus der Stadt zu kommen, fahre ich zunächst an der Donau entlang. Später schwenke ich dann auf den Oberschwäbischen Jakoubsweg ein. Nach wenigen 100 m gleich nach dem Fischerviertel und neben dem Oberen Donauturm treffe ich Fritz. Er ist 75 und erzählt, dass er alleine mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Passau ist.

Die Oberfläche und die Beschilderung des Donauradweges sind hervorragend. So komme ich sehr gut voran und genieße die Donau. Nach 5 Tages-km komme ich aber  auf dem Donauradweg nicht wie geplant weiter, da wegen Bauarbeiten der Donauradweg gesperrt ist. Es gibt eine Umleitung für Radfahrer. Das klappt zunächst auch sehr gut. Die Etappe entfernt sich aber leider von der Donau und führt durch ein eher langweiliges Industriegebiet. Bei Tageskilometer 14 – also 45 km vor dem Tagesziel – bin ich wieder bei Erbach auf der geplanten Route. Wenige Kilometer später schwenke ich dann auf den Oberschwäbschen Jakobusweg ein und folge weitgehend seinem Verlauf.

Schon von weitem ist der Erbacher Schlossberg mit Kirche St. Martin und Schloss zu sehen. Ich fahre weiter in Richtung Donaurieden. Auch hier feiert man/frau den 1. Mai mit einer „modernen“ Wanderung. Rollende Disco inklusive.

Der folgende Anstieg von 470 m auf 520 m ist recht heftig. Ich brauche mehre Pausen, komme aber ohne Schieben oben beim dort sitzenden Jakobus am Cursillo-Haus an.

In der Stiftung und Herberge  Cursillo-Haus St. Jakobus in Oberdischingen lerne ich heute die freiwilligen Helfer Angela und Theo aus den Niederlanden kennen. Sie sind erfahrene Jakobs-Pilger und arbeiten hier seit letzter Woche ehrenamtlich und helfen dieses Jahr bis zum Freitag vor Pfingsten quasi als Hospitalera und Hospitalero mit. Theo besorgt mir eine Flasche Wasser. Gerne gebe ich dafür eine gute Spende. Angela drückt den Pilgerstempel in meinen Ausweis und zaubert auch noch einen zweiten Stempel vom Ulmer Münster hervor – wie wunderbar. Ich komme mit den beiden ins Gespräch über Ihre bisherigen Wege und Ihre Arbeit hier in Oberdischingen im Corsillo-Haus St. Jakobus. Ein sehr schönes Gespräch und gut zum Innehalten und Entschleunigen. Ich trage mich noch ins Pilgerbuch ein und gebe noch mal „Special Thanks to Angela and Theo„. Nach dem Aufstieg kommt die schöne Abfahrt. Nachdem ich die B311 gekreuzt habe, verliere ich den Jakobsweg. Nehme leider erst die falsche Richtung und lande in einer Sackgasse am Klärwerk Ulm. Auch mein zweiter Versuch findet sein Ende am mit dem Beginn eines Wiesenweges. Später lese ich noch mal im Outdoor-Reiseführer, dass ich hier hätte weiter schieben können. Es sind nur wenige 100 m. Sei’s drum ich fahre den Umweg über die verkehrsreiche B311 und treffe vor Ersingen wieder auf den Jakobusweg am Ende des Wiesenweges.

Es kommt Risstissen – auch hier komme ich an einer Maifeier vorbei . Weiter geht’s nach Laupheim. Hier ist es ganz ordentlich wellig. Bis zur Ortmanns-Kapelle und dem Rathaus in Laupheim komme ich aber ohne Schieben zurecht. Die letzten Meter zu Kirche und Rathaus schiebe ich. Danach geht’s das Rauf und Runter weiter. Auch einen Kilometer weiter an Schloss und Kirche feiert man/frau den Maitag.  ich mache hier eine Trinkpause. Anschließend geht’s auf Schotterwege durch die Felder, die lassen sich gut fahren.

Nach Schemmerhofen rauf kommt allerdings auf dem letzten Kilometer ein Anstieg auf 542 m der mich zum Schluss doch aus dem Sattel holt. In der schon weithin sichtbaren Kirche St. Martin mit ihrem Walmdachturm werde ich mit einem sehr schönen Pilgerstempel belohnt. Nach der sehr steilen Abfahrt geht’s auf dem Jakobusweg weiter. Auch in St. Blasius in Maselheim gibt’s in der Kirche einen Pilgerstempel.

Die Temperaturen haben sich von 10 °C am Morgen im Laufe des Vormittages auf 15 ° C hochgeläppert. Die Sonne ist hinter dem Dunst und den Wolken leider nicht wirklich raus gekommen. Am Nachmittag werden die Wolken dichter und es kühlt sich auf 11 °C ab. Aus den dunkleren Wolken fallen auch einzelne Regentropfen. Der Regen hält sich zurück, so dass ein Schauern sich nicht lohnt. Allerdings meine Windstopperjacke hole ich aus den Gepäcktaschen, denn mit den Regentropfen kommt etwas Wind auf. Und auf den freien Flächen bläst der Gegenwind, wie könnte es kurz vor dem Ziel auch anders sein. 😉

Nachdem ich auf den letzten 6 Tageskilometern lieber dem Radweg statt dem Jakobusweg gefolgt bin, treffe ich quasi „von hinten“ in Biberach ein.  Ich fahre über den Kirchplatz von St. Martinus und Maria zum Marktplatz. Gegen 16 Uhr komme ich dank meiner zusätzlich bemühten Wegpunktnavigation meines Fahrrad-Navis an der Pferdewechselstation „Grüner Baum“ an. Bei der freundlichen Wirtin bestelle ich ein Bier bevor ich absattele und mein Fahrrad in den Pferdestall bringe. Ich bekomme den Zimmerschlüssel und nehme noch ein zweites Bier, um meinen Mineralien- und Wasserhaushalt auf zu füllen. Ich riskiere schon mal einen Blick in die Speisekarte, das steigt die Vorfreude auf die traditionelle Küche zu mal ich heute kein Mittag gemacht habe. Nach 59 km und resultierenden 737 m Anstieg ist auch schön am Tagesziel „ohne Verluste“ angekommen zu sein. Ich bin zufrieden und glücklich.

Gegen 19 Uhr gehe ich nach unten ins bereits gut gefüllte Traditions-Gasthaus. Ich bestelle eine Fädlesuppe und nehme den Sonntagsbraten (Kalb) mit Spargel, Kartoffeln und Salat. Dazu trinke ich ein süffiges Export-Bier. Zum Nachtisch gönne ich mir noch einen Rhabarberkompott aus dem eigenen Garten. Zum guten Schluss noch einen Kaffee crema. Alles zusammen  mal wieder sehr, sehr gut. Ein wunderbarer Pilgertag. DANKE!

Bilder des Tages

Unterkunft

Grüner Baum
Traditionsgasthof mit Hotel
Andreas Höschele
Schulstraße 5-9
88400 Biberach a.d. Riß
Telefon 07351-802040
Deutschland

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