Schlagwort-Archive: Bouin

Saint-Jean-de-Monts 20160704-05

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Drei- und vierundzwanzigster Tag, 4. und 5. Juli 2016

Das Ziel für die nächsten zwei Tage ist der beliebte Badeort Saint-Jean-de-Monts. Das Herz der Stadt liegt östlich der mit Pinien bepflanzte Dünenlandschaft.

Etappe Bouin – Saint-Jean-de-Monts

Bouin, Beauvoir-Sur-Mer , La Barre-de-Monts, Notre-Dame-de-Monts, Saint-Jean-de-Monts

Bouin – Saint-Jean-de-Monts 30  Fahrradkilometer
Abendrunde Notre-Dame-de-Monts 9  Fahrradkilometer
Kleiner Abstecher zum Strand 4  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 700 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Montag, den 4. Juli 2016

Bouin – Saint-Jean-de-Monts 

Gesamtstrecke: 29884 m
Maximale Höhe: 16 m
Minimale Höhe: -1 m
Gesamtanstieg: 197 m
Gesamtabstieg: -199 m
Herunterladen

Kleine Abendrunde nach  Notre-Dame-de-Monts

Gesamtstrecke: 8038 m
Maximale Höhe: 19 m
Minimale Höhe: 5 m
Gesamtanstieg: 98 m
Gesamtabstieg: -98 m
Herunterladen

Tatsächliche Route vom Dienstag, den 5. Juli 2016

Kleiner Abstecher zum Strand am Ruhetag

Gesamtstrecke: 3214 m
Maximale Höhe: 15 m
Minimale Höhe: -48 m
Gesamtanstieg: 133 m
Gesamtabstieg: -73 m
Herunterladen

My Camino am Montag, den 4. Juli 2016

Das Frühstück in Bouin ist im Ferme Auberge beinahe typisch französisch; allerdings ohne Croissant; aber dafür mit frisch gekochtem Ei.

Wir beginnen unsere heutige Etappen bei bewölktem Himmel und knapp 18 °C. Es ist trocken. Als wir das Gelände des Hofes verlassen, kommt im wildesten Galopp eine kleine Herde Vaches Highlands (Hochland Rinder) herangestürmt und kreuzt unseren Radweg. Eine Vollbremsung ist zwar nicht nötig; aber die Erde bebt durch die Hufe. „Ist mal wieder alles gut gegangen“ denken wir und sind von den Tieren stark beeindruckt. Leider ist das Ganze viel zu schnell, um ein Foto oder ein Filmchen zu machen. Egal, diese Begegnung werden wir wohl lange in unserer Erinnerung behalten. – Beeindruckend!

Wir fahren weiter und wählen die Alternative durch die Salzwiesen an der D758 entlang. Die Straße ist ordentlich befahren und hat keinen Radweg. Ich fahre mit gelber Warnweste und wir kommen auf dem frischen Asphalt-Belag sehr zügig voran.

Im Ort Beauvoir-Sur-Mer überlegen wir  nochmal, ob wir die Variante über den kuriosen Damm Le Passage Du Gois nehmen könnten, denn das Wetter ist gut und die Gezeiten mit dem Niedrigwasser um 12 Uhr passen zu unserem Fortschritt der heutigen Etappe. Ich gebe etwas knurrend der weiblichen Intuition nach und wir fahren weiter die Abkürzung über die D22/D38. So bleibt das kleine Abenteuer bei Ebbe über den Damm zu fahren ein Traum.

In  La Barre-de-Monts ist mal wieder direkt gegenüber der Kirche ein Gasthaus. Hier legen wir eine längere Trinkpause mit Kaffee und Wasser ein. Auch diese Bar ist eine der hier üblichen Kombination aus Tabak-, Lotto-Laden, Café und Kneipe. Hier ist Montag-Mittag ordentlicher Betrieb.

Kurz nach unserer Pause verlassen wir die Departement-Straßen und schwenken wieder auf den Radweg Ev1 ein. Jetzt fahren wir Näher an der Atlatikküste durch wunderschöne Wald- und Dünenlandschaften. Es geht wellig auf und nieder. Der Belag ist Schotter und ab und zu Sand.

Einige Kilometer vor dem Ziel in Notre-Dame-de-Monts verpassen wir den Radweg nur um einige Meter und machen eine kleine „Rundfahrt“ durch die Sportanlagen und den kleinen Wald im Ort.

Letztendlich erreichen wir durch die Abkürzung natürlich unser Tagesziel sehr früh um 13 Uhr. Die Rezeption hat von 12 bis 14 Uhr  geschlossen. Wir parken unsere Räder vor dem Swimmingpool und machen Mittag aus unseren Vorräten. Pünktlich um 14 Uhr erscheint die sehr freundliche Rezeptionistin, eingecheckt haben wir schnell. Unsere Fahrräder können wir direkt vor unserem Apartment parken. Das ist sehr praktisch.

Unsere Unterkunft Résid’Azur ist eine kleine Ferienanlage und hat ein gepflegtes Schwimmbecken. Sie  liegt  an den Dünen in Strandnähe zwischen den Orten Notre-Dame-de-Monts und  Saint-Jean-de-Monts und direkt am Fahrradweg.

So, jetzt erst mal eine Runde schwimmen. Dann Wäsche waschen und duschen. Anschließend in einer kleinen Abendrunde mit dem Rad zum Geldautomaten, Einkaufen und zum Abendessen an den Atlantik in  Notre-Dame-de-Monts.

Strahlend blauer Himmel begleitet uns heute Abend. Wir essen vorne dicht an der Küstenlinie im „La Pergola“. Der Kellner Ludo ist super freundlich und das Essen ausgezeichnet. Das Restaurant gehört bisher mit zu den Besten dieser Reise.

My Camino am Dienstag, den 5. Juli 2016

Das typische kleine französische Frühstück (petit Dejeuner) wird direkt im Apartment serviert – sehr bequem heute und morgen.

Vormittags hängen wir erst mal ruhetagsgerecht ordentlich ab. Die kleine Ferienanlage ist gemütlich und hält uns angenehm fest. Mittags leben wir von unseren Vorräten und essen in der Anlage. Es ist schön hier.

Aber die kleinen Pflichten rufen. Mit dem Wasserschlauch entfernen wir endlich den fest sitzenden Dreck aus unseren wenigen Schlamm- und Regentagen während der letzten 700 Fahrradkilometer. Anschließend noch alle Schrauben prüfen und die Ketten ölen.

Am frühen Nachmittag genieße ich noch mal den Pool. So wünscht sich klein Gustav einen Ruhetag.

Am späten Nachmittag brechen wir zu einer kleinen Strandrundfahrt und der üblichen Einkaufstour auf. Wir wollen kurz die drei in der Nähe gelegenen Strände am Atlantik anschauen. Gleich am ersten Strand Plage Des Tonnelles gefällt es uns so gut, dass wir hier bei wunderschönem blauen Himmel hängen bleiben. Wir finden die Naturstrände ohne Spektakel a la Blackpool (GB) oder Bibione (I) erholsamer. Auch im Supermarche können wir unsere Wünsche decken. Während Walli einkauft trinke ich zwei große Kaffee in der gegenüberliegenden Strandbude. Es ist interessant und gemütlich hier und es gibt Bier vom Fass. Als Walli vom Einkaufen aus dem Supermarche Proxi zurück kommt, sagt sie: „Wir müssen auch mal an unseren Mineralienhaushalt am heutigen Ruhetag denken.“ Gesagt getan: Wir stellen von Kaffee auf Fassbier um. 😉

Unser Kumpel Kalli hat heute Geburtstag, da legen wir noch eine extra Runde Heineken für Kalli ein. Prost Kalli und alles Gute!

Wir wollen heute auf unserer schönen Terrasse zu Abend essen. Alles was dafür wichtig ist, haben wir eingekauft. Es gibt natürlich Wasser, Baguette, Käse, Schinken und Tomaten. Zum Nachtisch noch einen Apfel. Auf den Rotwein verzichten wir heute Abend, da wir auf Vorrat am Strandcafé schon genug Heineken auf Kalli getrunken haben.

Morgen geht’s weiter über Saint-Jean-de-Monts nach Saint-Gilles-Croix-de-Vie. Eine kurze Strecke.

Bilder der Tage
Videoschnipsel des Tages – 4. Juli 2016

Videoschnipsel des Tages – 5. Juli 2016

Unterkunft

Résid’Azur
Chemin du Petit Sochard,
85160 Saint-Jean-de-Monts
Frankreich

Bouin 20160703

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Zweiundzwanzigster Tag, Sonntag 3. Juli 2016

Bis in das 18. Jahrhundert befand sich Bouin noch auf einer Insel (Île de Bouin). Erst mit der Trockenlegung der Salzwiesen wurde diese Insel zum Festland.

Etappe La Bernerie-en-Retz – Bouin

La Bernerie-en-Retz, Les Moutiers-en-Retz, Bouin

La Bernerie-en-Retz – Bouin 23  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 657 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 3. Juli 2016

La Bernerie-en-Retz – Bouin

Gesamtstrecke: 22566 m
Maximale Höhe: 33 m
Minimale Höhe: 1 m
Gesamtanstieg: 225 m
Gesamtabstieg: -244 m
Herunterladen

My Camino am Sonntag, den 3. Juli 2016

Um kurz nach halb 10 Uhr sind wir beim Fahrradmechaniker. Er tauscht meine Pedalen aus. Um das Ergebnis ansatzweise vorwegzunehmen: „Es knackt jetzt „leiser“ und scheinbar nur noch vom Sattel?“

Es sind 17 °C und der Himmel ist grau in grau. Feiner Nieselregen begrüßt uns auf der geänderten Streckenführung. Wir verzichten auf den geplanten Hügel und fahren direkt durch die Küstenorte auf der D97 und im Anschluss durch die Salzwiesen. In Les Moutiers-en-Retz ist neben der Église Saint-Pierr sonntäglicher Markt. Dadurch verfransen wir uns leicht, da der Kirchplatz gesperrt ist. Nach einem kurzen Schlenker fahren wir jedoch durch den Nieselregen angetrieben zügig weiter.  Sehr schöne Landschaftsbilder ziehen an uns vorbei. Salzwiesen mit Entwässerungsgräben, Salinen, Dünen, Nadelwälder, Felder mit Getreide und immer wieder Salzwiesen mit ihren Entwässerungssystemen.  Leider nur überhaupt kein Fotografier-Wetter. An der Küstenlinie sehen wir im Nebel des Nieselregens ab und zu ein großes Schiff – oder sind es Fata Morgana im Nebel?

Nach Querung des Küstenflusses Le Falleronc ändern wir spontan erneut unser heutige Etappenführung.   Da der Wind zunimmt und zwischendurch der Nieselregen immer mal wieder einsetzt, kürzen wir über eine Nebenstraße die Anfahrt auf Bouin ab. Wir verzichten auf die Fahrt an der Wasserkante auf dem Euro Velo 1 (Velodyssée) und somit auf ein Stück am Golf von Biskaya (Golfe de Gascogne).

Wir nehmen statt dessen die wenig befahrene D181. Dadurch verkürzen wir unsere Etappe von geplanten 31 km auf reale 23 km. Das ist bei dem in Böen kräftigen Gegen- und Seitenwind für uns Herausforderung genug. Im Nieselregen und Nebel taucht die Kirche von Bouin am Horizont auf. Und die ist real. Wir freuen uns und passieren die Steigung in den Ort mit Rücken- und Seitenwind schnell.

Wie erwartet ist neben der Kirche ein Gasthaus (Tabak, Lotterie, Bar). Hier ist es warm und trocken und die ungefähr 40 Stühle der Bar sind nahezu vollständig besetzt. Das Publikum ist gemischt – Einheimische und Touristen. Mir fällt die hohe Quote an Frauen ins Gesicht.  Auch einige Gruppen gut gekleideter Damen der Generation 70 plus nehmen hier ihren Kaffee und Rose. Wir bekommen auch noch einen Platz und wärmen uns bei zwei, drei großen Kaffee  auf. Dabei beobachten wir das interessante Treiben. Die Frequenz ist beachtlich. Sonntagmittag in einer Kleinstadtkneipe in Frankreich – irgendwie anders diese Welt.

Durch die Abkürzung und ohne die sonst üblichen Pausen sind wir viel früher hier als erwartet. Wir beschließen hier im Ortskern Mittag zu essen. Bei der Ankunft an der Église Notre-Dame ist uns ein Hinweisschild auf eine Crêperie aufgefallen. Die finden wir am Ortsausgang der viel befahrenen D758. Als ich höflich lächelnd und mit zwei Fingern aufzeigend nach einem Tisch frage: „table pour deux„, erwidert die Empfangsdame am Eingang freundlich aber bestimmt: „… complet,  desole„.

Also zurück nach Bouin zum Schnellimbiss. Wir essen ein halbes gegrilltes Hähnchen (demi-Poulet) mit Pommes-Frites (Frites). Das erinnert mich irgendwie an die 70er und an Tante Lene im Gasthaus Sommer in Udenhausen. Zu der Zeit waren halbe Hähnchen aus der Fritteuse eine neue Delikatesse auf unserem Dorf. Heute passte allerdings unser Mittagessen eher zum Wetter und das war schlecht – ganz im Gegensatz zu unseren bisherigen Erfahrungen hier in Frankreich.

Unsere Unterkunft ist eine ländliche Herberge etwas außerhalb von Bouin „auf einer wilden Insel“  (l’Ile Sauvage à Bouin) mitten in den Salzwiesen. Hochland Rinder (Vaches Highlands), Esel, Maultiere, Pferde, Schafe, Enten und mehr Getier grast direkt vor unserem Zimmer. Gräben, Teiche und Seen direkt daneben. Hier hätten wir  besser zu Mittag gegessen. Ich hatte nicht mehr auf dem Plan, dass die Unterkunft auch über ein Restaurant verfügt. Die traditionelle Küche bietet landwirtschaftliche Bio-Produkte. Die testen wir jetzt zum Abendessen erfolgreich.

Im Laufe des Nachmittags hat sich das Wetter gebessert. Es nieselt nicht mehr und auf unsere Terrasse scheint ab und zu die Sonne. Da lassen sich die Klamotten gut trocknen.

Morgen geht’s weiter nach Saint-Jean-de-Monts. Entweder über die Insel Île de Noirmoutier und den nur bei Ebbe befahrbaren Damm Le Passage Du Gois oder über PLAN B: eine alternative Route entlang der D768. Das machen wir morgen früh vom Wetter abhängig.

Bilder des Tages


Leider heute überhaupt kein Fotografier-Wetter!

Unterkunft

Ferme Auberge L’Ile Sauvage
Le Jaunay – L’Ile Sauvage
85230 Bouin
Frankreich