Schlagwort-Archive: Belleville-sur-Loire

2015-07-17 Vierunddreissigster Tag Gien

Die Planung zu dieser Etappe findest Du nirgends.
Den gesamten realen Verlauf des Streckenabschnitts findest Du hier.
Es geht weiter an der Loire entlang.

Etappe Belleville-sur-Loire – Gien

Tatsächliche Route vom 17.07.2015
Tageskilometer: 35 km
Streckenabschnitt (mit dem Fahrrad) insgesamt: 1.334 km.

Gesamtstrecke: 34841 m
Maximale Höhe: 152 m
Minimale Höhe: 124 m
Gesamtanstieg: 237 m
Gesamtabstieg: -248 m
Herunterladen

My Camino

Nach der Hitze gestern, gab es heute Nacht Wetterleuchten und entfernte Gewitter. Heute Morgen beträgt die Temperatur angenehme 28 °C. Ich lasse mir heute Morgen etwas Zeit, schlafe bis 8 Uhr, da die Strecke mit gut 30 km kurz ist. Ich frühstücke im Freien. Kurz vor 9:30 Uhr fahre ich los.

Zunächst geht’s über die D951 aus dem Ort raus und dann zur Loire runter, den Radweg am linken Ufer entlang. Der befestigte Weg ist etwas rauer. Bei Bonny-sur-Loire überquere ich die Loire. Danach folgt eine sehr schöne Streckenführung und ein sehr guter Weg an einem Seitenarm und teilweise direkt am Fluss entlang.

In Briare kreuzen sich Kanäle mit der Loire. Hier wird ein Kanal über eine 663 m lange Trogbrücke über den Fluß geführt. Nach einer schattigen Trinkpause vor einem Schleusenwärterhaus quere auch ich auf der Treidlerspur der Trogbrücke die Loire. Auf dem linken Ufer geht’s 10 km mit Gegenwind und gefühlt leicht bergauf auf der verkehrsreichen D951 bis zum Tagesziel weiter.

Erst in Grien geht’s wieder auf einen staubigen Radweg. An einer schattingen Bank treffe ich zwei holländische Fahrradfahrer. Beide Räder sind reichlich bepackt. Die beiden sind mit dem Zelt unterwegs. Wir kommen natürlich in ein längeres Gespräch. Einer von beidem ist vor einigen Jahren auch mit dem Fahrrad von Leiden aus bis nach Santiago de Compostela gefahren. Stolz zeigt er mit an seiner vorderen Satteltasche das Wappen seiner holländischen Pilgergruppe.

Das Hotel ist anschließend schnell gefunden. Ich checke ein. Danach fahre ich ohne Gepäck über die historische Brücke in die Altstadt von Gien. Ich mache am rechten Ufer Mittag in einem Restaurant, hänge danach am Ufer im Schatten ab, fahre kurz im Touristenbüro vorbei und schiebe mein Rad dann durch die Altstadt und ein Stück die alte Brücke hoch. Ab dem Brückenscheitel fahre ich zurück zum Hotel. Das Fahrrad kommt in die „velo-garage„. Ausspannen ist angesagt, denn morgen steht nochmal eine lange Strecke von fast 80 km nach Orléans auf der Tagesplan.

Bilder des Tages

2015-07-16 Dreiunddreissigster Tag Belleville-sur-Loire

Die Planung zu dieser Etappe findest Du nirgends.
Den gesamten realen Verlauf des Streckenabschnitts findest Du hier.
Es geht weiter an der Loire entlang.

Etappe Pouilly-sur-Loire – Belleville-sur-Loire

Tatsächliche Route vom 16.07.2015
Tageskilometer: 41 km
Streckenabschnitt (mit dem Fahrrad) insgesamt: 1.299 km.

Gesamtstrecke: 40765 m
Maximale Höhe: 184 m
Minimale Höhe: 138 m
Gesamtanstieg: 217 m
Gesamtabstieg: -255 m
Herunterladen

My Camino

Um 6:30 Uhr weckt mich mein Smartphone. Eigentlich will ich heute wegen der zu erwartenden extremen Temperaturen früh aufbrechen. Gerade als ich den Laptop abbauen will, bemerke ich: Es gibt wieder Internet. Also schnell die Hotels für das kommende Wochenende buchen, denn auf Grund der Erfahrungen vom letzten Wochenende ist das ratsam. Auch heute morgen sind schon viele Hotels ausgebucht, je näher ich nach Orléans gehe. Statt der idealen angedachten 2 x 55 km muss ich auf 31 km und 79 km die Strecken aufteilen, um für mich passende Unterkünfte an der Loire zu finden.

Unter meinem Hotelfenster treibt ein Schäfer seine Schafherde vorbei. Das Frühstück ist sehr gut. Als ich um kurz vor 10:00 Uhr losfahre, sind es bereits 32°C. Ich fahre vom Hotel zur Stadt hoch und dann über die Brücke zurück auf den linken Loire-Deich auf den Radweg. Der Belag ist heute stellenweise etwas holprig. Aber im großen und ganzen sehr gut. Ich komme trotz der steigenden Temperaturen gut voran.

Die Dichte der Ortschaften, Kirchen und Gasthäuser ist heute höher. Das ist auch gut so. So kann ich bei den extremen Temperaturen mehr Trinkpausen mit gekühltem Wasser machen. Eine Gaststätte füllt meine Wasserflasche nicht nur kalttem Wasser, sondern auch mit Eis auf. Einige Etappenteile verlaufen sogar im Schatten. Die letzten 10 km brennt  die Sonne in der Mittagszeit heftig. Mein Tacho-Thermometer liegt im Fahrtwind und in meinem Körperschatten und zeigt stolze 44,4 °C an.

Nach dem guten Frühstück und in der Hitze verzichte ich auf eine Mittagspause. Die Bauern sind mit der Ernte – mal abgesehen vom Mais- ziemlich durch. Unterwegs tauchen auch die ersten Schlösser oder Burgen auf.

Mal sehen was die Ortschaft und der Abend bietet. Kurz vor der Ankunft kommt aber erst mal ein Kernkraftwerk. Die beiden Kühltürme sind schon von weiten zu sehen. Auch wenn ich sie am liebsten gar nicht sehen möchte. Der Radweg führt unmittelbar an den beiden Druckwasser-Reaktoren aus den 80ern des vorigen Jahrhunderts und am Umspannwerk vorbei. Die Pampe soll 2028/29 abgeschaltet werden. Ich bin froh als ich vorbei bin.

Das Hotel heute ist um so schöner. Modern, zweckmäßig, klimatisiert, freundlich. Die Küche ist offen und sieht gut aus. Das Hotel liegt wunderschön direkt am Loire-Kanal. Von meinem Zimmer kann ich auf den Kanal und die Kühltürme schauen. Ja, ja kein Kraftwerk sehen wollen; aber über die Klimaanlage freuen.

Heute ist nach der Hitze ein kleiner  Waschtag fällig. Duschen sowieso. Die Wäsche ist schnell trocken. Internet  via WiFi funktioniert. Und der morgige Routenverlauf ist am Laptop schnell fertig. Zeit sich auch mal wieder zu Hause telefonisch zu melden.

Nach über 10 Tagen steht auch mal wieder ein Abendessen an. Das mehrgängige Menü auf der Garten-Terrasse ist abendfüllend und sehr gut. Ab dem Hauptgangspielt eine zwei Mann Band. Reichlich Zeit zum Innehalten.

Morgen geht’s eine kurze Etappe nach Gien weiter. Und Übermorgen kommt noch einmal eine richtig lange Etappe nach Orléans.

Bilder des Tages