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Saumur 20160623-24

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Zwölfter und dreizehnter Tag, 23. und 24. Juni 2016

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Saumur an der unteren Loire zum geistigen Mittelpunkt der Hugenotten. Saumur ist heute Zentrum eines Weinbaugebietes mit Wein- und Sektkellereien. Zudem ist Saumur führend in der Produktion und Weiterverarbeitung von Champignons. Der Gartenbau spielt ebenfalls eine große Rolle.

Etappe Beaumont-en-Véron – Saumur

Beaumont-en-Véron, Candes Saint-Martin, Montsoreau, Parny, Saumur

Beaumont-en-Véron – Saumur 32  Fahrradkilometer
Saumur 9 + 3 = 12  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 343 + 12 = 355 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Donnerstag, den 23. Juni 2016

Beaumont-en-Véron – Saumur
Heute geht’s von Beaumont-en-Véron entlang der Vienne zurück zur Loire und dann weiter über Montsoreau nach Saumur.

Gesamtstrecke: 31710 m
Maximale Höhe: 52 m
Minimale Höhe: 23 m
Gesamtanstieg: 225 m
Gesamtabstieg: -244 m
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Tatsächliche Route vom Freitag, den 24. Juni 2016

Rundfahrt Saumur

Gesamtstrecke: 8659 m
Maximale Höhe: 62 m
Minimale Höhe: 26 m
Gesamtanstieg: 179 m
Gesamtabstieg: -184 m
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My Camino am Donnerstag, den 23. Juni 2016

Das Frühstück im Landsitz Logis Manoir De La Giraudière ist sehr gut. Wir werfen einen letzten Blick auf die Riesen-Magnolie. Schon um 8:30 Uhr satteln wir auf und starten bei sommerlichen 25 °C. Der Himmel ist blau/weiß.

Der Fahrradweg führt über eine Nebenroute des Loire-Radwegs uns noch einige Kilometern  am Fluss La Vienne entlang. An der Mündung in die Loire in Candes Saint-Martin machen wir eine ausgiebige Trinkpause vor einem kleinen  Dorf-Laden. Hier gibt es alles Baguette, Wasser, Kaffee, Lotto, Zeitungen, Ansichtskarten und wenig Mücken.

Dann geht’s die Loire entlang an der D751a und der D947 weiter. Das Schloss Montsoreau liegt direkt am Ufer der Loire. Nach einer kurzen Film- und Fotopause biegen wir wieder auf den Loire-Radweg ein, der direkt an der Loire entlang führt. Der Weg ist geschottert um vom letzten Hochwasser noch an vielen Stellen schlammig.

Bei Parny entfernen wir uns vom Loireufer und radeln entlang der Felsenhöhlen. Hier und am Unterlauf der Loire baute man früher den begehrten Kalkstein (Tuff) ab. Zurück blieben ausgehöhlte Felsen, die bald zu Wohnraum und Viehställen umfunktioniert wurden. Die tiefer gelegenen Höhlen nutzt(e) man als Keller und Lagerräume.Ursprünglich waren die Höhlen in erster Linie Wohnraum für arme Leute – inzwischen sind sie begehrte Feriendomizile, für die man mitunter etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Die meisten der Troglodyten, wie die Wohnhöhlen an der Loire genannt werden, wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts aufgegeben. Auch Pilze werden heute in den Höhlen gezüchtet.

Zwischendurch führt uns der Radweg wieder dicht an die Loire zurück. Auch hier passieren wir öfter ausgetrocknete Wasserlöcher in denen der Schlamm uns gelegentlich geschicktes Manövrieren abverlangt.

Die letzten Kilometer bis Saumur nehmen wir den Radweg an der D971. Das Schloss Saumur glänzt oben am Hang in der Sonne.

Über die große moderne Brücke entlang der D347 queren wir die Loire. Am anderen Ufer fahren wir Richtung Bahnhof. Dort liegt unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte.

Offensichtlich gehören wir nicht unbedingt zur Zielgruppe der Ibis Styles Gäste. Trotzdem ist das Hotel für uns ok. Die Zimmer sind nicht ganz so eng, wie in den üblichen einfachen Ibis Unterkünften. Ansonsten ist alles halt „sehr stylisch“ eher für die Juppies dieser Welt oder die, die sich dafür halten .

Den Tag schließen wir auf der mückenfeien Loire-Insel im Restaurant Le Bouche à Oreille sehr entspannt mit einem sehr guten Abendessen und einem guten Rotwein ab. Wir gehen zu Fuß zurück und über der Loire gibt’s zum krönenden Abschluss noch einen schönen Sonnenuntergang.

My Camino am Freitag, den 24. Juni 2016

Das ibis Styles in Saumur überzeugt uns mit einem exzellenten Frühstück.

Auch bei unserem weitgehenden Verzicht auf Fernsehen bleibt es auch uns nicht verborgen: Die Mehrheit der Britten ist per Referendum für den Austritt aus der EU. Der deutsche Aktienindex stürzt heute morgen um 10% ab. Das britische Pfund fällt auf ein historisches Tief.

Trotz der  Turbulenzen in Europa haben wir heute Ruhetag. Das Altstadtviertel am Fuße des Schlosses mit der Kirche Saint-Pierre und dem Rathaus stehen bei uns auf dem Programm.

Der Cadre Noir in Saumur ist die berühmteste französische Reitschule. Im Gegensatz zur spanischen Hofreitschule ist zudem nicht nur die Dressur, sondern auch Spring- und Geländereiten Gegenstand der Ausbildung.

Unsere Rundfahrt ist 9 km lang. Das Wetter dafür ist bei blau/weißem Himmel und 24 °C super angenehm.

Anschließend steht noch ein bisschen Fahrradpflege auf dem heutigen Tagesplan. Meine hydraulischen Felgenbremsen für das Hinterrad habe ich am Bremshebel etwas nachgestellt. Aber hier muss ich die Bremsgummis über kurz oder lang erneuern. Gestern habe ich schon in der Nähe der Unterkunft einen Fahrradshop entdeckt. Zu dem fahre ich noch mal los, um mir  Bremsgummis für meine Magura HS11/33, Felgenbremsen zu besorgen. Die kennt der lokale Händler zwar, führt sie allerdings nicht. Er verweist mich auf einen Laden auf der anderen Seite der Brücke. Da fahre ich noch mal hin, bin allerdings auch hier nicht erfolgreich. Wieder im Hotel versuche ich im Internet einen Fahrradladen im nächsten größeren Ort durch den wir kommen zu finden. Auch die virtuelle Suche in Angers bleibt ohne Erfolg. Ich entschließe mich die Teile (Magura Set de 4 patins de freins pour Magura HS 33 Rouge) in einem französischen Internetshop ins übernächste Hotel nach Le Mesnil-en-Valée mit Expresslieferservice und extra Versandkosten (Frais d’envoi) für den 27.06.2016 zu bestellen. Bin mal gespannt, ob das klappt.

Am morgigen Samstag geht’s weiter nach Angers.

Bilder der Tage
Videoschnipsel der Tage

Unterkunft

ibis Styles Saumur Gare Centre
15 avenue David d’Angers
49400 Saumur
Frankreich

Beaumont-en-Véron 20160622

My Camino Orlèans – Bayonne

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Elfter Tag, Mittwoch 22. Juni 2016

Die Einwohner vom heutigen Tagesziel  Beaumont-en-Véron werden Bellimontois(es) genannt..

Etappe Azay-le-Rideau – Beaumont-en-Véron

Azay-le-Rideau, Rigny-Ussé, Avoine, Beaumont-en-Véron

Azay-le-Rideau – Beaumont-en-Véron 36 Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 311 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Mittwoch, den 22. Juni 2016

Azay-le-Rideau – Beaumont-en-Véron

Gesamtstrecke: 35635 m
Maximale Höhe: 55 m
Minimale Höhe: 32 m
Gesamtanstieg: 235 m
Gesamtabstieg: -242 m
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My Camino am Mittwoch, den 22. Juni 2016

Unsere Unterkunft in Azay-le-Rideau ist wirklich ausgezeichnet. Das unterstreicht auch noch mal das hervorragende Frühstück. Das Hôtel de Biencourt können wir wirklich sehr empfehlen.

Schon gestern haben wir mitbekommen, dass hier viele Radfahrer übernachten. Dieser Eindruck verfestigt sich beim Frühstück und beim Aufsatteln. Es sind sehr viele deutsche Radfahrer mit Gepäcktransport dabei.

Um 9:15 Uhr schieben wir los. An der Hauptstraße kaufen wir noch Wasser und ein Baguette.

Die heutige Route folgt zunächst dem Hinweg, natürlich in umgekehrter Richtung. Es sind bereits 25 °C und es wird aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit schnell schwül. Das finden die Stechmücken toll. Entlang der versumpften Wasserläufe sind sie in übergroßer Zahl vorhanden und sind für uns Menschen lästig.

Kurz vor Brèhèmont kreuzen wir noch mal den Nebenfluss L’Indre und queren den Le Vieux Cher und erreichen dann wieder die Loire. In Brèhèmont selbst machen wir schon eine erste Trinkpause. Hier holen uns auch die Pauschal-Radfahrer wieder ein. Wir fahren weiter am und auf dem Loire-Deich entlang und kommen sehr gut voran.

Der kurze Abstecher zum Château D’Ussé, Rigny-Ussé, das zu den bekanntesten der französischen Loireschlösser gehört, wird uns vor allem wegen der vielen Mücken in Erinnerung bleiben. Der L’Indre macht sich vor dem Schloss breit und bietet wohl hier eine lokale Hochburg für die diesjährige Mückenpopulation.  Den Kaffee am Eingang des Schlosses trinken wir schnell aus. Es ist über 30 °C warm und extrem schwül. Trotz des drohenden Gewitters wollen wir den Mücken kein Blut mehr spenden und eilen zum Loire-Deich zurück. Der leichte Regen während der Weiterfahrt ist uns willkommen, er bringt eher eine Abkühlung und vertreibt nach und nach die Mücken.

Kurz vor der Mündung des L’Indere in die Loire ist die Weiterfahrt auf dem Deich und der D7, wegen des Hochwassers noch gesperrt. Wir folgen der Rad-Umleitung, die für uns eine Abkürzung zum heutigen Tagesziel ist.

Am Abzweig zu Avione machen wir in einer Bushaltestelle eine Pause. Das ferne Gewitter und der leichte Regen haben längst aufgehört. Walli sammelt  Kräuter am Straßenrand. Mit Spitzwegerich behandeln wir unsere zahlreichen Einstiche. Das hilft und unser Juckreiz lässt tatsächlich nach. Es sind nur noch knapp 8 Kilometer bis zur heutigen Unterkunft.

Als wir bereits kurz nach 13 Uhr ankommen ist es wieder extrem schwül und drückend. Unser Zimmer in dem alten Gemäuer ist angenehm kühl und wir haben sogar ein schnelles Internet. Der Hotelier des alten Landhauses serviert uns zwei Liter Wasser auf dem Zimmer. Einziger Wehrmutstropfen: das ehemalige Weingut liegt weit vom Schuss und das Restaurant hat heute Ruhetag. Aber wir haben ja noch unser Baguette und die Müsliriegel für solche Fälle. Trotz kurzer Tagesetappe können wir uns wegen des drohenden Gewitters nicht aufraffen noch mal einige Kilometer zum nächsten Ort zu fahren.

Im Laufe des Nachmittages trocknen wir unsere Klamotten und Walli macht einen kleinen Fotorundgang. Die Schwüle und die Mücken haben sich verzogen. Es ist herrlich ruhig hier. Die Vögel zwitschern prächtig.  Ab und zu treffen noch andere Gäste ein. Und gelegentlich unterbricht die Außenklingel des Hoteltelefons diese Ruhe und Idylle nur kurz. – Hier kann man/frau prima Innehalten!

Morgen geht’s entlang der Vienne zurück zur Loire und dann weiter über Montsoreau nach Saumur.

Bilder des Tages
Unterkunft

Logis Manoir De La Giraudière
15 Rue de la Giraudière
37420 Beaumont-en-Véron
Frankreich