OL5 Lünen-Haltern

Pilgern mit dem Fahrrad vor der Haustür

Meine Planung zu dem Westfälischen Jakobsweg 1 Route Osnabrück-Wuppertal finden Sie / findet Ihr hier.  Das zugehörige Stempelstellenverzeichnis und das Unterkunftsverzeichnis sind auf den Seiten des LWL zu finden.

Mittwoch, 27. April 2016

Fahrradkilometer:  43 km
Gesamt-Fahrradkilometer: 200 km

OL5 Lünen-Haltern

Tatsächliche Route Lünen – Haltern am See
43 km

Gesamtstrecke: 42621 m
Maximale Höhe: 109 m
Minimale Höhe: 31 m
Gesamtanstieg: 598 m
Gesamtabstieg: -646 m
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Nach dem anstrengenden Gegenwind von gestern und dem langsamen Internet lag ich früh in der Kiste und habe sehr gut geschlafen.  Pünktlich um 8 Uhr sitze ich alleine im Foyer der etwas in die Jahre gekommenen Jugendherberge bei einem exklusiven Frühstück, da ich in dieser Nacht der einzige Gast der DJH Lünen am Cappenberger See bin. „Gleich reisen 60 Kinder an„, erzählt mir die Leiterin Bettina Tröster und fragt nach meinem Tagesziel für heute.

Die Betreiberin der DJH – früher hätte man gesagt die Herbergsmutter- lächelt mich mitleidig an, als sie mir die Tür aufhält und mich zusammen mit meinem Fahrrad in den Nieselregen entlässt.  Ich sehe den Regen entspannt entgegen. Man kann nicht immer schönes Wetter haben. In den letzten Tagen hatte ich meistens nur sehr kurze Schauern. Heute Morgen sieht es allerdings zunächst nach Dauerregen aus.

Nach einem sehr steilen aber kurzem Abgang führt der Pilgerweg am See entlang. Der anhaltende Nieselregen und 7 °C bin ich bis auf ein paar Gassigeher alleine unterwegs. Als ich den nördlichen Teil der Stadt Lünen erreiche sind auch hier nur wenig Leute unterwegs. Der Pilgerweg führt am Bahnhof Lünen vorbei. Kurz danach mache ich noch vor der Lippe-Brücke einen Abstecher zur Kirche St. Marien. Das Pfarrheim wird allerdings renoviert und ist geschlossen. Pilgerbuch und Stempel sind in der Kirche leider nicht zu finden. Als ich nach einer Weile wieder aus der Kirche komme, hat es aufgehört zu regnen.

Ich folge wieder dem Pilgerweg und überquere die Lippe. Der Weg führt durch die „anspruchsvoll gestalteten Fußgängerzone, in der sich altes Fachwerk und moderne Architektur harmonisch gegenüberstehen„.

Alsbald erreiche ich die Kirche St. Georg. Hier hat das Pfarrbüro geöffnet und ich bekomme einen Pilgerstempel in meinen voller werdenden Pilgerausweis. Die Kirche ist zwar geschlossen aber die Mitarbeiterin macht sich einen Weg in die Sakristei und schließt mir die Kirche auf. Auf dem Rückweg kommen wir über meine Rad-Pilgerei ins Gespräch.

Ich fahre weiter in südlicher Richtung und quere die Bundesstraßen B54 / B236 Nach der Überquerung des Datteln-Hamm-Kanals, verlasse ich – für diesen Abschnitt – den Jakobsweg. Ich folge zunächst dem Kanal in Richtung Westen Richtung Heimat. Dem vom Westen kommenden Wetter fahre ich entgegen und habe mal wieder entsprechenden Gegenwind. Allerdings ist der Gegenwind heute nicht so heftig, wie gestern. Gelegentlich schauert es. Die Regen- oder Graupelschauern sind wieder sehr kurz. Meist nehme ich mir dann vor unter der nächsten Brücke zu schauern. Bevor ich aber jeweils die nächste Brücke erreiche ist der Spuk meist vorbei. Der Himmel wird dann oft auch wieder blau. Es ist halt April-Wetter. Wenn die Sonne mal länger scheint, steigen auch die Temperaturen auf manchmal 14 °C und mehr an.

Ich erreiche das mehrfache Kanalkreuz Datteln und wechsele vom Datteln-Hamm-Kanal zum Dortmund-Ems-Kanal. Anschließend umfahre ich den Dattelner Liegehafen. Dann quere ich nochmal den Dortmund-Ems-Kanal und schwenke auf den Wesel-Datteln-Kanal ein. Die Streckenführung ist hier durch die Brücken dreidimensional. Da mein Navi aber nur zwei Dimensionen kennt, muss ich mich bei den vielen Wasserstraßen und Brücken öfter mal vergewissern, ob ich noch die richtige Richtung habe. Alles klappt. Kurz bevor ich auf den Wesel-Datteln-Kanal einschwenke mach ich noch beim Kiosk „Kilometer 21“ kurz Station, nehme einen Kaffee, ein Mineralwasser und ein Bockwürstchen. Der Kiosk-Chef füllt mir auch noch meine Wasserflasche auf, während draußen sich mal wieder eine Hagelschauer austobt.

Eigentlich habe ich vor in der Schutzhütte an der Lippe bei Olften endlich mal wieder meinen Spirituskocher anzuwerfen und mir eine Reispfanne zu kochen. Der Abstecher zum Unterstand gehe ich forsch an; aber die Querung der Lippe, die ich erwartet hatte, gibt’s so nicht. Oder sie ist nicht zugänglich. Um nicht einen größeren Umweg während der nächsten sich ankündigen Hagelschauer fahren zu müssen, breche ich die Schutzhütten-Koch-Aktion ab und kehre über die Römerroute und Ahsen an den Wesel-Datteln-Kanal zurück um meinen Weg zur Jugendherberge in Haltern am See  fortzusetzen. Gut, dass ich am Kiosk „Kilometer 21“ mir für alle Fälle eine Bockwurst mit Brötchen zugeführt habe. 😉

Die Lippe mäandert sich neben dem Kanal entlang, ist aber vom Kanal aus selten zu sehen. Kurz bevor ich den Kanal verlasse und auf den Flaesheimer-Damm einschwenke könnte man alternativ auch die Lippe-Fahrradfähre „Maifisch„, die so wie der „Quertreiber“ konzipiert ist, nehmen. Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis zur modern und komfortablen Jugendherberge Haltern am See, dem heutigen Tagesziel. Hier kennt man mich noch vom letzten Jahr, als ich bei einer meiner Trainingstouren hier Station machte. Um kurz vor 3 Uhr hab ich abgesattelt und nehme erst mal einen vorzüglich Kaffee-Crema aus dem Brennautomaten. – Klasse!

Bilder des Tages

Unterkunft

Jugendherberge Haltern am See
Stockwieser Damm 255
45721 Haltern am See
Der Check-in ist zwischen 14:00 bis 20:00 möglich
Tel.: 02364-2258
Fax: 02364-169604
E-Mail: jh-haltern@djh-wl.de
N51° 45.072′ E7° 14.743′

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