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OJ3 Weingarten-Konstanz

Pilgern mit dem Fahrrad von
Ulm nach Konstanz am Bodensee

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Die Planung zum Oberschwäbischen Jakobusweg  Route Ulm-Konstanz finden Sie / findet Ihr hier.

Dienstag, 3. Mai 2016

Fahrradkilometer:  61 km – 4 km + 1 km = 58 km
Fähre 4 km
Gesamt-Fahrradkilometer: 190 km

OJ3 Weingarten-Konstanz

Weingarten, Ravensburg, Leimbach, Markdorf, Ittendorf, Stetten, Meersburg, Konstanz

Tatsächliche Route Weingarten-Konstanz
58 km

volle Distanz: 60241 m
Maximale Höhe: 480 m
Minimale Höhe: 392 m
Gesamtanstieg: 570 m
Gesamtabstieg: -641 m
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Das ausgezeichnete Frühstück im Bären nehme ich voller Genuss – eine Stunde früher als in de letzten Tagen – zu mir. Beim Auschecken bekomme ich noch einem Stempel in meinen Pilgerausweis. Das interessiert Stephan einen freundlichen, jungen österreichischen Bergwanderer, der heute geschäftlich in Weingarten im selben Hotel ist. Wir kommen nur kurz übers Pilgern ins Gespräch, da wir es beide heute morgen eilig haben. Offensichtlich habe ich beim Aufsatteln den zur gleichen Zeit ausparkenden Stephan zum Thema Pilgern neugierig gemacht. Er lässt die Scheibe seine Autos runter und hat noch ein paar Fragen. Ich gebe ihm noch kurz durch, wie er diesen Blog über eine Suchmaschine finden kann.

Von der Planung weiß ich, dass die Strecke heute ist nicht ohne ist und außerdem meint meine Wetter-App es könnte in der zweiten Tageshälfte regnen.  Deshalb der frühe Aufbruch. Am frühen Morgen ist jedoch der Himmel blau und die Temperatur bereits 2-stellig. Bereits um kurz nach 8 Uhr sitze ich im Sattel, mache noch ein, zwei Abschiedsfotos von der Basilika und folge meiner Radroute zwischen den beiden zusammengewachsenen Städten Weingarten und Ravensburg. Ravensburg überrascht mich angenehm mit gut durchkonzipierten Radwegführungen, da könnten sich viele andere Verkehrsplaner in Schwaben ein dicke Scheibe abschneiden.

Kurz vor der Stadtmauer bin ich wieder auf dem Jakobusweg unterwegs. Ravensburg, die  Stadt der Türme und Tore passiere ich in aller Ruhe. Für Pilgerstempel ist es noch zu früh. Die Tourist-Information hat genau wie vorher in Weingarten noch geschlossen. Aber ich bin ja nicht wegen der Stempel unterwegs, sie sind nur ein kleines schmückendes Beiwerk. Ich schiebe mein Rad über den Marienplatz. Über ein im Norden gelegenes Stadttor verlasse ich Ravensburg. Es geht erst mal ordentlich bergauf. Die letzten Meter über die Kuppe schiebe ich. Aber das ist erst der erste ordentliche Anstieg dieses Tages.

… 

Weiterer Text zu dieser Etappe folgt irgendwann in den nächsten Tagen …

Bis dahin lasse ich die Bilder des Tages sprechen …

Kurz vor 18 Uhr passiere ich die Altstadt von Konstanz, leider ist kein gutes Licht und mir ist inzwischen auch kalt. Deshalb fahre ich zügig zum Hotel weiter. Die Unterkunft heute ist das Gegenteil von einem Traditionslokal. Menschenfreier Service: Buchungsautomat, Check-in Automat, Bezahlautomat,  Bierautomat, Schließautomat, Klimaautomat …

Zum Abendessen flüchte ich mit meinem abgesattelten Fahrrad  ins Brauhaus Joh. Albrecht nur wenige hundert Meter von hier in die Altstadt. Ich freue mich in dem gut besuchtem Lokal von freundlichen Menschen bedient zu werden und genieße das süffige naturtrübe Bier und die traditionelle Küche. – Wunderbar!

Bilder des Tages

Video: Der Bodensee von oben © Kurt Gerster 2015

Meersburg ab Minute 3:36
Konstanz ab Minute  7:26

Unterkunft

Boardinghouse HOME GmbH
Fürstengutweg 4
78462 Konstanz
Deutschland

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OJ2 Biberach-Weingarten

Pilgern mit dem Fahrrad von
Ulm nach Konstanz am Bodensee

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Montag, 2. Mai 2016

Fahrradkilometer:  58 km
Gesamt-Fahrradkilometer: 132 km

OJ2 Biberach-Weingarten

Biberach, Bad Waldsee, Weingarten

Tatsächliche Route Biberach-Weingarten
58 km

volle Distanz: 57408 m
Maximale Höhe: 640 m
Minimale Höhe: 447 m
Gesamtanstieg: 825 m
Gesamtabstieg: -847 m
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Nach dem wiederum sehr guten schwäbischen Abendessen habe ich erneut entspannt und sehr gut geschlafen. Das Frühstück war sehr gut. Beim Auschecken lasse ich mir noch einen Stempel vom Hotel in meinen Pilgerausweis drücken.

Um viertel nach 9 Uhr sitze ich bei erfreulichen 12 °C im Sattel. Das Wetter ist sehr gut. Keine Wolke am blauen Himmel und die Sonne scheint. Es ist leicht dunstig.

Ich kreise mit dem Fahrrad zunächst durch die Altstadt von Biberach um noch an einer der offiziellen Stempelstellen einen Pilgerstempel zu bekommen, bin aber nur bedingt erfolgreich. Lediglich im Hotel Kapuzinerhof habe ich Glück. Direkt hinter dem Hotel geht’s flott aus der Stadt und hinein in die Natur.

Heute ist keine Etappe für Warmduscher. Der Schwierigkeitsgrad ist nach meiner Einschätzung abschnittsweise mittel bis schwer. Über 8 Hügel-/Bergkuppen mit einem Gesamtanstieg von 825 m stehen auf dem Tages-Programm. Die steilste Abfahrt hat 13% Gefälle. Die meisten Wege sind zwar asphaltiert aber es sind heute auch genug schlecht befestigte Schotterpisten und Wiesenwege sowie feuchte und schlammige Waldwege mit dabei. Weiterhin sind Treppen zu überwinden. Außerdem führt die Strecke auch mehrfach über Autostraßen. Hier ist eine sehr hohe Aufmerksamkeit erforderlich, da die Quote der Auto- und Mopedfahrer sowie Jogger mit rücksichtslosen Vollpfostenpotential  gegenüber den scheinbar unerwünschten Radfahrern mir im Autofahrerländle erheblich scheint. Insgesamt belohnt werde ich jedoch durch sehr schöne Landschaften, beindruckende Gebäude etc. – und es gibt sie natürlich auch die höflichen und rücksichtsvollen Menschen und Autofahrer, die guten Begegnungen die schönen Gespräche.

Kurz nach Ortsausgang schwenkt die Pilgeroute auf den Radweg entlang des Wolfentalbachs ein. Auf der Strecke ist noch wenig los. Die Vögel sind in der Mehrheit. Ich höre den Kuckuck rufen, Spechte klopfen, Lerchen sehe ich sich in die Lüfte heben und singen und viele andere Vogelrufe die ich zu wenig kenne. Die Akustik ist beindruckend. Da fällt es mir schwer die entgegenkommenden Jogger mit Ihren Kopfhörern zu verstehen.

Die meisten Anstiege kann ich fahren ohne zu schieben. Nach jeder Kuppe eröffnen sich fantastische Ausblicke. Die Temperatur steigt auf über 18 °C im Schatten. Ich passe mich mit meiner Kleidung an. Die Weste verschwindet in einer Packtasche. Neben der Sonne halten die Anstiege mich warm. Es ist nahezu windstill. Ich komme auf Grund der vielen Anstiege langsamer voran als sonst. – Entschleunigen. Die Pausen sind schön und notwendig. Meine Wasservorräte nehmen rapide ab. In den kleinen Orten entlang der Strecke gibt es keine Lebensmittelgeschäfte mehr.

In Muttensweiler sehe ich einen Mann in seinem gepflegten Vorgarten gärtnern. Ich fahre seine Auffahrt hinauf und frage nach einem Lebensmittelladen und anschließend, ob er meine Trinkflasche mit Leitungswasser auffüllen kann. Ja, er hilft mir gerne und fragt nach meinem Weg. Er sieht die Jakobspilger, die an seiner Haustür vorbeiziehen gelegentlich und gibt mir Tipps zum weiteren Streckenverlauf. Es entwickelt sich mal wieder eine sehr schönes Gespräch.

Von Oberessendorf nach Bad Waldsee versuche ich durch den Wald abzukürzen. Das klappt aber nicht, da ein Waldweg auf Grund von Holzrückarbeiten für mich zur Zeit nicht befahrbar ist. So muss ich die Kreis-Straße K8033 nehmen, die aber erfreulich wenigen Autoverkehr hat.

Mittag mache ich heute beim Italiener in Bad Waldsee direkt im Biergarten an der Uferstraße. Es gibt hervorragende Penne, natürlich viel Wasser und Kaffee. Bad Waldsee ist sehr einladend. Am liebsten würde ich noch bleiben, aber auch der entschleunigte Rad-Pilger muss irgendwann weiter.

Zwei Drittel der Tagesetappe sind geschafft. Von hier aus sind es noch 20 km bis zum Tagesziel. Über 5 km ein letzter ordentlicher Anstieg und dann fast 15 km eine rasante Abfahrt über Wiesenwege, unbefestigten Schotter, Wirtschaftswege und ein längerer Abschnitt entlang der zum montäglichen Feierabend stark befahrenen Land-Straße L314. Obwohl die Abfahrt auf der L314 schnell war, würde ich das nächste Mal eine andere Möglichkeit für diesen Abschnitt wählen.

Kurz vor halb 6 Uhr komme ich im Hotel Gasthof Bären an. Leider hat die Gaststube heute Ruhetag. Aber die Wirtin ist freundlich und stellt mir zwei Flaschen Mineralwasser raus. Davon leere ich eine sofort, noch bevor ich absattele, das Fahrrad in der Hotelgarage parke und mein Zimmer belege.

Bilder des Tages

Unterkunft

Hotel Gasthof Bären
Familie Franz Riegger
Kirchstr. 3
88250 Weingarten
Telefon 0751 56120-0
Deutschland

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