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Rückreise Trier 20160801

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Einundfünfzigster Tag, 1. August 2016

Mit dem Fahrrad von Thionville nach Perl und mit dem Zug von Perl nach Trier.

Rückreise  Thionville – Perl – Trier

Thionville, Perl, Trier

Thionville – Perl 34,75  Fahrradkilometer
Perl – Trier  50 Zugkilometer
Trier 0,25  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.423 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Montag, den 1. August 2016

Thionville – Perl 

volle Distanz: 34319 m
Maximale Höhe: 190 m
Minimale Höhe: 148 m
Gesamtanstieg: 208 m
Gesamtabstieg: -245 m
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Reise: Perl nach Trier Hbf
Datum: 01.08.2016
ab Perl 13:25 Uhr
an Trier Hbf 14:15 Uhr

Rückreise vom Montag, den 1. August 2016

Zum vierten Mal habe ich in diesem Hotel hier in Thionville übernachtet. Das Frühstück hat sich vom französischen petit-déjeuner  in Richtung leckerem continental breakfast entwickelt. Auch das Internet ist jetzt blitzschnell. Sogar ein Backup dieser Website inkl. der MySQL-Datenbank in die Cloud auf mein Googeldrive ist heute Nacht gelungen.

Wir satteln vor der Velo-Garage im Hof auf und schieben die Räder kurz durch die Innenstadt zum Bäcker, um ein Baguette für unterwegs zu kaufen. Dann sitzen wir auf und queren die Mosel.

Als der Lärm der Stadt leiser wird, freuen wir uns auf unsere heutige Etappe über die Grenze. Leichte Schleifgeräusche werden an Wallis Rad hörbar. Wir halten an und stellen fest: Der Kettenschutz hat die gestrige Zugfahrt nicht überlebt und ist unten gebrochen. Jetzt kommt zum ersten mal unser SOS-ERSTE-HILFE Beutel zum Einsatz. (Gott sei Dank). Mit dem Tape können wir den Kettenschutz fixieren und die Schleifgeräusche sind weg.

Es geht den Radweg flussabwärts die Mosel entlang. Der Radweg ist gut fahrbar und führt über weite Strecken über Wirtschaftswege direkt am Fluss entlang und leider auch an einem maroden Atomkraftwerk vorbei.

Wir fahren an den Brombeer-Hecken vorbei, die bei der Hinfahrt blühten. Jetzt sind sie fast abgeerntet. Einige Pflücker begegnen uns.

Nach gut 20 Kilometern kaufen wir Wasser nach und machen Mittagspause. Wir sitzen mit einem anderen Radfahrer auf der Terasse eines Restaurants, dass heute erst im 19 Uhr öffnet. Es gibt Baguette und Dauerwurst aus unseren Vorräten.

Dann folgen wir dem Radweg und queren ein vorletztes Mal die Mosel. Nach rund sechs Wochen Frankreich kommt nun Deutschland immer näher. Noch ein kurzes Stück Landstraße, dann vor unserer letzten Moselbrücke noch eine Trinkpause. Jetzt die Auffahrt zur Brücke mit Schwung anfahren und rüber über die Mosel. Der Radweg läuft jetzt neben der Mosel und den Bahngleisen lang. Auf der anderen Seite der Mosel blicken wir auf Luxemburg.

Kurz vor Perl wird’s nochmal hügelig. Ein letzter steiler Anstieg und wir halten am ehemaligen deutsch/französischen Grenzpunkt. Hier steht auch ein Model vom Eifelturm und es gibt Hinweis-Tafeln auf die französischen Jakobswege.

Wir rollen bergab nach Perl zum Bahnhof ab und sitzen zwei Stunden früher als geplant im Nahverkehrszug nach Trier. Der Zug fährt die Mosel entlang. Wir geniessen die Zugfahrt und den Moselblick. Wir resümieren glücklich, dankbar und demütig über unsere Pilgerfahrt.

Vor dem Einchecken trinken wir noch eine selbstgemachte leckere Limonade im Studentenlokal der Unterkunft. Den Rest-Durst löschen wir mit zwei Kölsch nebenan im Straßencafe beim Türken.

Wir beschliessen noch in der Altstadt und am Dom die Reise bei strahlend blauem Himmel langsam ausklingen zu lassen. Also Klamotten aufs Zimmer, Fahrräder in die Abstellkammer, kurz frisch machen und ein letztes Mal in die „Ausgehkleidung“ schlüpfen, Sandalen an und zu Fuß ab in die City.

In der Dominformation holen wir uns den Abschluss-Pilgerstempel und genießen den Rest des Tages entschleunigt in der Trierer Altstadt. Es ist Fotografier-Wetter.

Bilder des Tages

Unterkunft

TOP EMBRACE
Hotel Vinum Trier
Bahnhofsplatz 7
54292 Trier
Telefon 49 651 994740
Deutschland

Rückreise Biarritz, Paris, Thionville 20160730-31

My Camino Orlèans – Bayonne

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Neunundvierzigster und fünfzigster Tag, 30. und 31. Juli 2016

Abstecher nach Biarritz und dann mit dem Nachtzug von Bayonne nach Paris. Durch Paris mit dem Fahrrad vom Bahnhof Austerlitz zum Bahnhof Ost. In Thionville vom Bahnhof zur Unterkunft.

Rückreise  Anglet – Biarritz – Bayonne – Paris – Thionville

Anglet, Biarritz, Bayonne, Paris, Thionville

Anglet – Biarritz – Bayonne 18  Fahrradkilometer
Bayonne – Paris Gare Austerlitz  XXX Zugkilometer
Paris Gare Austerlitz – Paris Gare Est  Fahrradkilometer
Paris Gare Est – Thionville XXX Zugkilometer
Thionville 2  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.388 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Samstag, den 30. Juli 2016

Anglet – Biarritz – Bayonne 

volle Distanz: 17893 m
Maximale Höhe: 57 m
Minimale Höhe: 1 m
Gesamtanstieg: 245 m
Gesamtabstieg: -257 m
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IHR E-TICKET Service inklusive: Vélo
BAYONNE > PARIS AUSTERLITZ
Gleis B
30.07 um 20:06 bis 31.07 um 07:20
WAGEN 17 – PLATZ 025 + 026
2. KLASSE / LIEGE
VELO WAGEN 17 OBEN
ZUGNUMMER 4054

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 31. Juli 2016

Paris Gare Austerlitz – Paris Gare Est 

volle Distanz: 7855 m
Maximale Höhe: 65 m
Minimale Höhe: 25 m
Gesamtanstieg: 160 m
Gesamtabstieg: -130 m
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13h40 PARIS EST – THIONVILLE 15h27
Zugnr. 2817
• Fahrgast 1 : Wagen 011 – Platz 028.
• Fahrgast 2 : Wagen 011 – Platz 027.

Thionville

volle Distanz: 1772 m
Maximale Höhe: 189 m
Minimale Höhe: 170 m
Gesamtanstieg: 51 m
Gesamtabstieg: -63 m
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Abstecher nach Biarritz und Rückreise vom Samstag, den 30. Juli 2016

Nach dem Frühstück holen wir unsere Räder aus dem privaten Garten des Hotel-Direktors in Anglet. Wir fahren sicherheitshalber  mit  unseren gelben Warnwesten zunächst auf der kombinierten Radfahrer- und Bus-Spur in Richtung Biarritz. Dann zweigen wir auf eine Nebenstraße ohne Radweg ab. Über einen ordentlichen Anstieg den wir ein kurzes Stück lieber schieben ereichen wir nach einer längeren Abfahrt den „Grande Plage“ von Biarritz. Das nach wie vor mondäne Seebad hat sich trotz einiger grässlicher Häuser an der Küste seinen Charme – zumindest teilweise – erhalten können.

In Biarritz fahren und schiebem wir zum Strand und den Radweg aus der Stadt hoch. Wir genießen den tollen Ausblick und die Postkarten-Ansichten der Küste und den Leuchtturm.

Kurz nach dem Leuchtturm ist der Radweg neu und doppelspurig mit herrlichen Aussichten angelegt. Wir geniessen unsere letzte Fahrt am Atlantik und kommen zum Hafen von Bayonne zurück. Dort machen wir Mittag.

Nach der guten Mittagspause fahren wir den Radweg am Fluss Ardor entlang zum Bahnhof. Vor dem Bahnhof spielt eine Kapelle und sehr viele Basken feiern kräftig Ihre Fete de Bayonne.

Auch der Gare Bayonne ist stark frequentiert. Wir sehen auch Pilger mit Ihren Rucksäcken und Wanderschuhen aus vielen Ländern. Zum normalen Reisverkehr kommem auch zahlreiche rot/weiße Basken. Die einem reisen teils stark alkoholisiert ab, die anderen kommen feucht fröhlich zum mehrtägigen Stadtfest nach Bayonne.

Wir betrachten das bunte Treiben. Dazwischen jede Menge stark aufgerüstets Sicheheitspersonal von Polizei, Bahn und Militär. Sprengstoffhunde sehen wir im Einsatz.

Der Nachtzug startet pünktlich um kurz nach 20 Uhr. Mit uns steigen noch zwei junge Radfahrerinnen in Bayonne ein. Abgesattelt bekommen wir gemeinsam die Räder die drei Stufen hoch. Das Radabteil ist gut gefüllt. Kaum ist auch Walli mit den Radtaschen drin, rollt der Zug los. Ein junger Radfahrer aus unserem Schlafwagenabteil hilft mit alles unter zu kriegen. Wir haben die oberen Liegeplätze der dreistöckigen Liegen. Ich kann die Mädels leicht motivieren mit uns zu tauschen. Kaum haben wir die Kopfkissen und Decken ausgepackt setzt ein Gewitter ein.

In der Nacht klappt alles besser als erwartet. Wir schlafen zu fünft. Spannend ist es an den Bahnhöfen besonders wenn Fahrräder dazukommen oder andere Radler aussteigen.

Rückreise vom Sonntag, den 31. Juli 2016

Gegen 7:20 Uhr treffen wir in Paris am Gare d’Austerlitz ein. Unser Team von der Nacht lädt zusammen aus. Ein kurzer, herzlicher Abschied und schnell noch ein Foto. Der junge Rafler muss rüber zum Gare Lyon. Für die netten braungebranten Mädels ist Ihr zweiwöchiger Radurlaub am Atlantik zu Ende.

Wir bewegen uns vom Bahnhof Austerlitz zur Seine und zum Gare de L’Est. Paris ist – im Vergleich zu Bayonne gestern abend – morgens um 8 Uhr noch ruhig, wie ein Dorf. Die Pariser und die Touristen scheinen noch zu schlafen oder sind  vielleicht alle am Atlantik. ☺ Selbst die meisten Cafés haben noch zu. Auffällig sind in der sonst noch leeren Stadt die zahlreichen Obdachlosen. Wir kommen ohne den hektischen Verkehr sehr gut durch Paris. Kurz vorm Bahnhof Ost frühstücken wir in einem Straßen-Café.

Nach dem ausgedehnten Frühstück schieben wir unsere Räder zum Bahnhof Ost rüber und fahren mit einem TVG Doppelzug über Metz nach Thionville. In Thionville bin ich nun zum vierten Mal. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel fahren wir über die Mosel und am Rathaus vorbei in die Altstadt. Dort machen wir in der Sonne eine lange Kaffeepause.

Zum Hotel ist es jetzt nu noch ein kurzes Stück. Wir checken ein und testen im Zimmer 15 die Betten. Den Tag beschließen wir in der Altstadt beim Italiener. Hier saßen wir auch vor fünfzig Tagen beim Start unserer Pilgerreise.

Bilder der Tage

Unterkunft

Nachtzug Bayonne – Paris

CITOTEL DES OLIVIERS
1 Rue du Four Banal
57100 Thionville
Frankreich

Orléans 20160614-15

My Camino Orlèans – Bayonne

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Dritter und vierter Tag, Dienstag 14. und Mittwoch 15. Juni 2016

Das Ziel vom letzten Jahr und der Startpunkt in diesem Jahr: Orléans, Frankreich.

Anreise Thionville-Paris-Orléans

Thionville, Paris, Orléans

Hotel Thionville – Bahnhof Thionville 2 Fahrradkilometer
Thionville – Paris Est xxx Bahnkilometer
Paris Est – Paris Austerlitz 6 Fahrradkilometer
Paris Austerlitz – Orléans Gare ES AUBRAIS xxx Bahnkilometer
Orléans Gare – Orléans Hotel 2 Farradkilometer

Rundfahrt Orléans 12 Fahradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 70 Fahrradkilometer

Tatsächliche Routen vom Dienstag, den 14.06.2016

Hotel – BahnhofThionville

volle Distanz: 1395 m
Maximale Höhe: 188 m
Minimale Höhe: 176 m
Gesamtanstieg: 29 m
Gesamtabstieg: -38 m
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Paris Gare Est – Paris Gare Austerlitz

volle Distanz: 5577 m
Maximale Höhe: 63 m
Minimale Höhe: 25 m
Gesamtanstieg: 83 m
Gesamtabstieg: -111 m
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Orleans Gare – Orleans Hotel

volle Distanz: 1655 m
Maximale Höhe: 140 m
Minimale Höhe: 127 m
Gesamtanstieg: 26 m
Gesamtabstieg: -39 m
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Bahnfahrt, Dienstag 14. Juni 2016

THIONVILLE – PARIS
Dienstag 14 Juni 11h32 THIONVILLE TGV 2865
PARIS EST 13h20
WAGEN 11 – PLATZ 027 und 28

PARIS  – ORLEANS
Abfahrt um :16h22 Vom Bahnhof : PARIS AUSTERLITZ
Transporteur :TER
Numéro du train :60515
Services à bord :Fahrradtransport Komfort 2. Klasse
Ankunft um: 17h48 Am Bahnhof : ES AUBRAIS

Tatsächliche Route vom Mittwoch, den 15.06.2016

Rundfahrt Orléans

volle Distanz: 11415 m
Maximale Höhe: 157 m
Minimale Höhe: 94 m
Gesamtanstieg: 204 m
Gesamtabstieg: -235 m
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My Camino, Dienstag, den 14.06.2016

In Thionville frühstücken wir im Hotel sehr gut. Gegen 9:30 Uhr haben wir aufgesattelt und bewegen uns gemütlich schiebend durch die Altstadt von Thinoville in Richtung Bahnhof. Auf dem Weg kaufen wir beim Metzger (boucher) noch zwei Scheiben Schinken (deux tranches de jambon). Beim Bäcker (boulanger) kaufen wir natürlich noch ein Baguette. Damit ist unser Mittag gesichert.

Vom Bahnstreik merken wir in Thionville nix. So kommen wir pünktlich in Paris Est an. Der TGV ist gut gefüllt und das Fahrradabteil hat nur 4 enge Stellplätze. In Metz steigen zwei deutsche Fahrradurlauber zu. Wir satteln unsere Räder ab, damit wir alle vier Fahrräder im knappen Stellbereich unterkriegen. So kommen wir mit den zugestiegenen Radfahrern in ein gutes Gespräch …

In Paris fahren wir vom Bahnhof Ost mit dem Fahrrad zum Bahnhof Austerlitz. Hier am Gare Austerlitz ist derStreik der französischen Bahnangestellten voll aktiv. Es fahren zunächst überhaupt keine Züge. Wir haben aber Glück: Unser Zug ist der zweite Zug der wieder fährt. Der alte … Zug startet fast pünktlich.

Gegen 18:15 Uhr sind wir in Orléans im Hotel. Die Fahrräder kommen im Keller zu den Waschmaschinen. Wir wohnen für die nächste zwei Nächte im 2. Stock.

Wir gehen über die Rue de la Lionne und die Rue Bannier zum Place Du Maritroi. Auf dem Weg sehen wir schon die mächtige Cathédrale Sainte-Croix (Heiligkreuzkathedrale) aus verschiedenen Perspektiven.  Wir haben natürlich erst mal ein Date mit der Jungfrau von Orléans (Jeanne d’Arc). Anschließend essen wir noch zu Abend im Le Bistrot. Wir sind froh, dass wir dem Eisenbahnerstreik knapp entkommen und unseren Startpunkt Orléans planmäßig erreicht haben. Das ist uns zum Tagesabschluß ein französiches Bier (0,5 Liter für 7,20 €) wert.

My Camino, Mittwoch, den 15.06.2016

Wir beginnen diesen Ruhetag mit einem ordentlichen Hotelfrühstück. Nach der immerhin 3-tägigen entschleunigenden Anreise wollen wir heute Orléans auf uns wirken lassen dabei steht das Entschleunigen und Innehalten oben an.

Der Himmel wird blau/weiss. Es ist trocken und der Regen in der Nacht hat die Luft am Morgen etwas abgekühlt. Walli redet wieder von der Schafskälte.

Da wir noch etwas organisatorisches im Zimmer auf den Weg bringen wollen, rüsten wir zur geplanten kleinen Orléans Rundfahrt etwas später. Wir starten letztendlich bei immer besser werdendem Wetter erst kurz vor 11 Uhr. Über Nebenstraßen fahren wir zum Place du Martroi, begrüßen kurz Jeanne d’Arc 😉 und fahren über die Rue Jeanne d’Arc in Richtung Kathedrale. Natürlich machen wir bei strahlender Sonne von dieser Prachtstraße aus einige Aufnahmen. Da werden natürlich meine Erinnerungen an meine Ankunft in Orléans letztes Jahr wach.

Wir füllen in einem kleinen Laden unsere Wasservorräte auf und sind wenige Minuten später an der heiligen Pforte der Kathedrale. Unsere Räder und Helme haben wir vorher an den Fahrradständern der Touristinfo angeschlossen. Wir wollen heute in der Cathédrale Sainte-Croix (Heiligkreuzkathedrale) etwas länger Innehalten.

Neben den neuen Pilgerstempeln und dem einen oder anderen Foto ist uns zum Beginn unserer langen Reise eine intensive Besinnung in diesem überwältigenden Kirchenraum besonders wichtig.  Dafür nehmen wir uns heute viel Zeit. Wir sind dankbar, demütig und tief bewegt. Bei aller Freude auf die uns bevorstehenden Tage, denken wir auch an unsere alten und neuen Freunde und an die Menschen die uns Nahe stehen sowie die eine oder andere Einladung oder Begegnung, die wir auf Grund der Reise abesagt haben. Für zwei besonders liebe Menschen, die uns oft schon virtuell begleitet haben, entzünden wir an diesem besonderen Ort zwei Kerzen. Beiden wünschen wir mit dieser Symbolik viel Kraft und Stärke.

Nach einer kleinen Kaffee-Pause kaufen wir in der Tourist-Info noch ein paar Aufkleber, um unsere Taschen besser auseinander halten zu können. Dann noch ein paar Fotos vom Bereich Hôtel de Ville und wir fahren runter zur Loiré. Nach einem Jahr bin ich wieder hier auf dem Jakobsweg. Das letztjährige Ziel ist der diesjährige Start. Das ist für mich ergreifend und überwältigend.

Beachtlich ist auch der Wasserstand der Loiré. Nach der langanhaltenden Trockenheit in 2015 führte die Loiré letztes Jahr wenig Wasser. Das ist heute ganz anders: „Ganz schön voll!“ ist unser gemeinsamer spontaner Kommentar als wir eben die Loiré erblicken.

Wir fahren ein Stück den Loiré-Radweg bis zum Château de Saint-Loup am Rande von Orléans. Hier wenden wir und genießen die Rückfahrt. Mittag machen wir kurz in einer exzellenten Belgischen Frittenbude in der Rue de la Poterne. Mit der Betreiberin kommen wir ins Gespäch über unsere Reisen …

Den Rest des Tages verbringen wir in der City, hauptsächlich am Place du Martroi. Hier können wir bei ein, zwei, drei Kaffee wunderbar abhängen. Die Sonne meint es sehr gut. Es ist inzwischen sommerlich warm. Das Abendessen nehmen wir auch an diesem schönen Platz ein. Heute wählen wir zum Abschluß holländisches statt französisches Bier. Anschließend fahren wir die knapp zwei Kilometer zurück zur Unterkunft. Jetzt noch kurz Socken waschen und duschen. Ein perfekter „Ruhe-„Tag.

Morgen geht’s los auf der Via Turonensis von Orléans nach Beaugency mit dem Fahrrad auf den Spuren Jakobspilger.

Bilder der beiden Tage
Videoschnipsel des Tages

Unterkunft

Appart’City Orléans
4 Rue de Lahire,
45000 Orléans
Frankreich

Thionville 20160613

My Camino Orlèans – Bayonne

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Zweiter Tag, Montag 13. Juni 2016

Auf dem Weg nach Frankreich …

Anreise Trier-Thionville

Trier, Perl, Schengen, Thionville

Trier-Perl xxx Bahnkilometer
Perl-Schengen-Thionville 32 Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 48 Fahrradkilometer

Tatsächliche Routen vom Montag, 13.06.2016

volle Distanz: 31309 m
Maximale Höhe: 203 m
Minimale Höhe: 136 m
Gesamtanstieg: 334 m
Gesamtabstieg: -387 m
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Bahnfahrt, Montag, 13.06.2016

Trier Hbf ab 09:46  Uhr
RB 12154 an 10:36 Uhr Perl

My Camino, Montag, 13.06.2016

Nach dem – mir schon von früheren Aufenthalten bekannten – sehr guten Frühstück im Hotel Vinum sind wir pünktlich um 9:30 Uhr am Hauptbahnhof Trier und fahren mit dem Zug bis Perl in das Dreiländereck Deutschland, Luxembourg, Frankreich. In Trier-Süd steigt ein Pärchen in unserem Alter ebenfalls mit Trecking-Rädern zu. Wir kommen schnell ins Gespräch. Unsere Themen sind natürlich Ausrüstung, Routen und Navigation. Die beiden kommen aus Solingen und wollen von Perl an der Mosel entlang bis Koblenz zurück.

Ab Perl fahren wir mit den Rädern über die Grenzen. Auf der Grenz-Brücke mache ich ein paar Videoaufnahmen. Dabei kippt mein Fahrrad um. In Schengen richten wir kurz mein vorderes Schutzblech. Es fängt an leicht zu regnen. So lassen wir das Denkmal in Schengen schnell hinter uns und fahren los. Nach wenigen hundert Metern sind wir schon in Frankreich. Der Nieselregen hat längst aufgehört. Die Temperaturen liegen heute bei ganz angenehmen 17 °C bis 19 °C. Ab und zu kommt die Sonne raus, dann werden’s sogar 21 °C. Ok, das ist eher frühlingshaft statt sommerlich. Walli meint, das sei die Schafskälte.

Insgesamt schauern wir heute zwei mal kurz. Die Regenschauer ist „Gott Lob“ kurz und nicht so heftig. Der Gegenwind ist selten und wenig stark. Trotz grauem Himmel ist es einigermaßen warm und die Fahrt mit den Rädern macht richtig Spaß. Die Mosel ist ganz schön voll. Aber der französische Moselradweg ist weder verschlammt noch nass.

Die gegen Mittag angedachte Kaffee-Pause auf halber Tagesstrecke fällt leider aus, da das Restaurant in Malling heute erst um 19 Uhr öffnet. Walli hat heute morgen in Trier noch Brötchen gekauft und von gestern haben wir noch Käse übrig. So sitzen wir im geschlossenen Biergarten in Malling und machen Mittag. Statt Kaffee gibt’s halt Wasser.

Auch die zweite Hälfte der Strecke führt wieder durch viel Natur. Wir hören oft Kuckucks-Rufe, sehen Störche, Reiher, sehr viel Schwäne und viel mehr. Allerdings fahren wir leider auch lange Abschnitte in Sichtweite des Kernkraftwerk Cattenom. Der lebensgefährliche Schrott stammt aus dem Jahr 1979 und wir sind froh als wir endlich außer Sichtweite sind.

Gegen 15 Uhr kommen wir an der Unterkunft an und parken unsere Räder in der Velo-Garage. Wir kramen unsere paar Worte französisch aus unseren hinteren Gehirnwindungen hervor und checken ein. Das Hotel kenne ich ja auch schon vom letzten Jahr.

Die Sonne kommt in Thionville raus und wir machen einen kleinen Stadtrundgang. Am Place du marche kehren wir ein. Auch hier schaffen wir mit unseren noch stark eingerosteten französischen Wortfetzen bei der charmanten Kellnerin Kaffee, Pizza und Penne Carbonare zu bestellen. Ok, ich gebe zu, dass klinkt eher deutsch oder italienisch. Aber wir legen nach: Mineralwasser  mit Kohlensäure (l’eau minérale gazeuse)  und ein Glas trockenen Rotwein (un verre de vin rouge sec) schaffen wir zu bestellen. Als dann noch tatsächlich das richtige kommt, geniessen wir – nicht ohne Stolz – die bestellten Getränke.

Morgen fahren wir mit dem Zug von Thionville nach Paris Ost. Dann vom Bahnhof Gare de l’Est durch Paris mit dem Rad nach dem Bahnhof Gare d’Austerlitz. Von dort geht’s mit dem Zug zum eigentlichen Startpunkt unserer diesjährigen Pilgerfahrt nach Orléans.

Bilder des Tages

Unterkunft

Citotel-Logis des Oliviers
1 Rue Du Four Banal
57100 Thionville
Frankreich

2015-07-22 Neununddreissigster Tag: Rückreise Paris – Trier

Details zur Rückreise findest Du hier.
Den gesamten realen Verlauf der Hinreise findest Du hier.

Rückreise Paris – Thionville – Perl – Trier 22.07.2015

Tatsächliche Routen vom 22.07.2015
Tageskilometer:
Paris Hotel – Ost Bahnhof Paris: 0,25 km
Thionville – Perl: 35,5 km
Trier- Hotel:  0,25 km
Bahnkilometer: ca. xxx km Paris – Thionville (Luftlinie ca. 284 km)
Bahnkilometer: ca. 48 km Perl – Trier (Luftlinie ca. xxx km)
Streckenabschnitt (mit dem Fahrrad) insgesamt: 1.496 km.

volle Distanz: 35252 m
Maximale Höhe: 175 m
Minimale Höhe: 147 m
Gesamtanstieg: 242 m
Gesamtabstieg: -261 m
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My Camino

Mit dem TGV geht’s heute auf der Strecke Paris – Luxemburg Richtung  Heimat. Auf dem Bahnhof Paris Gare de L’Est am Bahnsteig 26 frage ich nach, wo dann das Fahrradabteil im gerade bereitgestellten TGV ist. Die Beschriftung ist sehr dezent. Es ist im Wagen 11 direkt hinter der Look. Die Reservierung ist für das Fahrrad im TGV Pflicht. Geht aber zur Zeit nicht online. Da noch Plätze frei sind, darf ich im Zug die Fahrradmitnahme für 20,- € nachlösen. Der Einstieg in den TGV ist einfacher, da die Türen breiter und es nur zwei Stufen sind.

Unterwegs in Metz steigt ein zweiter sehr gut ausgerüsteter  Fahrradfahrer zu. Ich helfe ihm selbstredend beim Einsteigen.  Es ist Bill aus Sydney in Australien. Er ist dieses Jahr von Juli bis September in Europa unterwegs und hat sein Fahrrad auf einem Passagierschiff über Korea und London mit gebracht. Er will noch über Wien nach Rom pilgern.  Wir haben einander viel zu erzählen.

In nur zwei Stunden legt der TGV die Strecke zügig zurück. In Thionville hilft mir Bill beim Aussteigen.

Kurz danach bin ich auf dem Moselradweg Richtung Perl. Unterwegs überhole ich zwei Frauen aus Thüringen. Wir treffen uns später auf der Strecke mehrfach. Sie sind mit dem Zug gestern über Metz aus Thüringen gekommen und haben heute Ihre Mosel-Fahrradreise in Thinoville gestartet.

In Malling mache ich kurz vor der Moselbrücke eine Trinkpause. Mein Route führt mich dieses mal nicht über Schengen, wie auf dem Hinweg. Ich passiere die beinahe unsichtbare Grenze Frankreich/Deutschland kurz vor Perl gegenüber von Schengen. In Perl mache ich fast direkt am Bahnhof Mittagspause in einem traditionellen Gasthof. Von hier aus sieht man Schengen und den Bahnhof Perl. Kurz danach treffen auch die beiden Thüringerinnen im Gasthof ein, nehmen am Nachbartisch Platz und wir kommen nach dem Essen ins Gespräch.

Am kleinen Bahnhof Perl spricht mich ein Ehepaar aus dem Sauerland an. Sie machen Sternfahrten mit dem Fahrrad von Trier aus. Sie warten schon lange auf den Zug nach Trier. Sie fragen nach den Abfahrzeiten. Mit Hilfe mein Bahn-App kann ich helfen und schon kommt auch der Zug. Wir steigen zusammen ein und fahren zusammen nach Trier. Natürlich kommen wir ins Gespräch übers Fahrradfahren allgemein und übers Fahrradpilgern in meinem speziellem Fall.

Im Hotel werde ich bereits erwartet. Heute morgen hatten sie schon eine Mail geschickt und gefragt, ob mich mein Zimmer 102 von der Hinfahrt wieder haben möchte. Nach dem Anmelden ziehe ich mich schnell um und trinke unten im Lokal erst mal eine selbst gemachte Limonade. Während dessen kommen fahrradfahrende Jakobspilger aus dem Bahnhof Trier und sind schnell weiter, noch bevor ich ihnen ein „Buen Camino“ zurufen kann. Anschließend geh‘ ich noch rüber zum Chinesen eine Wan-Tan Suppe essen, die hab ich von der Hinfahrt noch in bester Erinnerung. Auch die drei Bier runden diesen Rückreisetag ab.

Morgen ist der vierzigste und letzte Tag dieses wunderbaren Streckenabschnitts. Es geht mit der Bahn über Trier, Koblenz, Duisburg und Voerde zurück in die Heimat.  Ab Voerde dann das letzte Stück mit dem Fahrrad nach Hünxe.

Bilder des Tages

2015-06-27 Vierzehnter Tag Metz

Die Planung zu dieser Etappe findest Du hier.
Den gesamten realen Verlauf des Streckenabschnitts findest Du hier.

Etappe Thionville bis Metz

Tatsächliche Route vom 27.06.2015

Tageskilometer: 40 km
Streckenabschnitt insgesamt: 635 km

volle Distanz: 39784 m
Maximale Höhe: 206 m
Minimale Höhe: 157 m
Gesamtanstieg: 448 m
Gesamtabstieg: -446 m
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My Camino

Heute Nacht hat es geregnet. Als ich aufwache sehen die Fließen der City nass und glatt aus; aber die Cafés bauen bereits auf. Ich  stelle den Wecker in sleep-mode und pauke noch etwas französisch für die Reise. Ich frühstücke – etwas später als sonst – im Freien unter einem Olivenbaum auf der im Hof liegenden schönen Terrasse des Hotels. Ich bin vorbereitet und weiß: Die Franzosen messen dem Frühstück keine besondere Bedeutung zu. Aber immerhin es gibt Kaffee ohne Milch. Es ist warm und die Regenwolken sind längst weiter gezogen. Das Hotel ist offensichtlich inhabergeführt und der Hotelier ist sehr freundlich und spricht zum Schluss deutsch mit mir, als er den Fahrradschuppen aufschließt wünscht er mir eine gute weitere Pilgerreise.

Ich schiebe zunächst mein Fahrrad zum Metzger, Araber und komme dann am Wochenmarkt vorbei. Es gelingt mir auf französisch ein Baguette zu kaufen – ohne das die schnelle und redegewaltige Bäckereiverkäuferin nachfragen muss. 😉 Mit drei Knackwürsten,  zwei Äpfeln und einem Baguette und Wasser sowieso fühle ich mich für den bestimmt bald einsetzenden Hunger bestens gerüstet. Das Baguette befestige ich – nach Landessitte –  stolz außen am Gepäck und radele von der Stadt zur Mosel runter.

Der Himmel ist heiter und es sind 29 °C. Die Landschaft ist schön. Die Radwege sind gut bis sehr gut und ich komme gut voran. Meine Gedanken kreisen natürlich zwischendurch um die mitgeführten Lebensmittel. Ich entschließe mich frühzeitig um 11 Uhr zum 2. Frühstück oder Brunch. Der Metzger hat zwar die Knackwürste mit Blick auf meinen Fahrradhelm nochmal mit Alufolie verpackt; aber ich denke: kein Risiko eingehen und alsbald verspeisen. 😉

In Deutschland haben mich oft Rentner der Generation 75plus mit Ihren Hilfsmotoren überholt. Hier fällt mir auf, die Radfahrer sehen eleganter aus, sind jünger und fahren mit Ihren Rennrädern oder Mountainbikes  meist doppelt so schnell, wie ich. Trekking-Radler – wie ich – sind seltener als in den letzten Tagen, grüßen aber meist sehr freundlich …

Kurz vor Erreichen des Hotels weiche ich von der geplanten Route ab. Ich fahre den Türmen folgend in die Altstadt. Metz ist absolut eine Reise wert. Am meisten beeindrucken mich die Kathedrale Saint-Étienne (Stephansdom) und die Cafés. Ich schaffe zu bestellen und zu bezahlen ohne auf deutsch oder englisch ausweichen zu muessen. Der „Grand Café“ ist ohne Milch und schmeckt wie Cafe crema – prima. Der Innenraum der Kathedrale fasziniert mich mit seiner Größe.

Auch hier in Metz ist heute Wochenmarkt, der gerade abbaut als ich eintreffe. Danach bauen sofort die Cafés auf dem sofort gereinigten und frei werdenden Platz ihre Stühle und Tische auf. Faszinierend – irgendwie ticken hier die Uhren anders. Auch gestern in Thionville ist mir genau wie heute in Metz aufgefallen, dass ein großer Teil der einkaufenden Frauen elegant bis sehr elegant und besonders individuell daher kommt.

Der Fahrradweg führt übrigens sehr stressfrei an die Altstadt heran. Auch in der Stadt konnte ich viele neue Radwege erkennen. Ich bin froh heute hier zu sein, wenn ich bedenke, dass ich Metz erst aus radverkehrstechnischen Gründen auslassen wollte. Anni, die Lehrerin der Volkshochschule „Französisch für die Reise“ stammt aus Metz und hatte schon vor Wochen im Kurs mein Interesse an Metz geweckt. – Danke Anni!

Nach meinem gemächlichen Streifzug durch die alte gallische Stadt Metz finde ich schnell wieder auf die geplante Route und zum Hotel – dem Navi sei Dank!

Mein Fahrrad hat heute sein eigenes Zimmer Nr. 100 im ersten Stock. Super Fahrradunterkunft; allerdings ist der Aufzug für mein Fahrrad zu klein. Also Fahrrad eine Etage die Treppe rauftragen.

Heute ist Samstag – also Badetag – sorry Waschtag. Handwäsche für die gepolsterten Fahrradunterhosen und Socken ist dran.

Mein Pilgerausweis hat heute in Metz den 17. Stempel bekommen. Merci Madam!

Bilder des Tages

2015-06-26 Dreizehnter Tag Thionville

Die Planung zu dieser Etappe findest Du hier.

Etappe Perl-Nennig bis Thionville

Tatsächliche Route vom 26.06.2015

Tageskilometer: 45 km
Streckenabschnitt insgesamt: 595 km

volle Distanz: 44352 m
Maximale Höhe: 165 m
Minimale Höhe: 146 m
Gesamtanstieg: 311 m
Gesamtabstieg: -316 m
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My Camino

Das Hotel-Frühstück ist sehr gut. Bereits um 8:15 Uhr sattele ich auf. Und um 8:45 Uhr sind die ersten km an der Mosel hinter mir. Es ist schon so früh am Morgen angenehm warm.

Der Moselradweg ist gut zu fahren. Nach ungefähr 10 km bin ich kurz vor der Grenze zu Luxemburg. Bei der ersten Trinkpause schaue ich auf die Autobahnbrücke der A13 zwischen Deutschland und Luxemburg.

Nur einen km später überquere ich über die Brücke B407/N10 die Mosel. Das mache ich schiebend, um jeden Meter zu genießen. Der Ausblick ist sehr schön. Ich selber bin tief bewegt, dass ich aus eigener Kraft mit meinem Fahrrad hier die Grenze Mitten auf der Brücke passieren kann. Ich nehme mir Zeit und halte zwischendurch immer wieder inne. Nach 570 km Fahrradstrecke in Deutschland bin ich froh und glücklich gesund über diese Grenze nach Schengen zu gehen. Die Brücke wird in beiden Richtungen von Autos und Radfahren überquert. Die Radfahrer u.a. ein sportliches Paar auf einem Tandem grüßen heute besonders freundlich: „Bonjour Monsieur!

In Schengen verweile ich am Monument
Accord de Schengen„. Auch hier treffe ich schwer bepackte Radfahrer. Anschließend geht’s teilweise an der Landstraße entlang und meist auf Radwegen der Luxemburger Weinstraße – Route de Vin entlang.

In Malling finde ich den Radweg an der Mosel erst nach einer kurzen Schleife. Außerdem bin ich längst – ohne dass  ich es bewusst gemerkt hätte – in Frankreich angekommen. Irgendwo um Apach ist die Grenze. Die Weinberge verschwinden allmählich und die Wiesen der französischen Kuhbauern reichen bis an die Mosel. Ab und an ist hier auch ein Getreidefeld zu sehen. In Basse-Ham gibt’s eine riesige Umleitung für Radfahrer. An einer Bank mache ich eine meiner Trinkpausen und lege mich längs auf die Bank, um meinen Po zu entspannen.

Nicht das ich unvorbereitet bin, aber in Frankreich gibt’s keine Biergärten; aber natürlich Cafes und Bars. Die haben natürlich um diese Zeit zu. Zum Mittag gibt’s einen Apfel und meine Wasservorräte neigen sich. Die Sonne strahlt, aber Thinoville ist aber nicht mehr weit.

Das heutige Hotel finde ich dank Navi auf Anhieb. Es liegt mitten in der Fußgängerzone. Die Reinigungsfrau am Eingang erkennt mich als Gast mit Fahrrad und nimmt mich sofort zur Fahrradgarage mit. So werde ich meinen vorbereiteten Satz: „vous avez un abri pour mon velo?“  („Haben Sie einen Unterstand für mein Fahrrad?“) gar nicht los.

Der Rezeptionist hat mich vielleicht tatsächlich verstanden als ich sage:  „bonjour monsieur, je suis Gustav  Sommer et ai réservé„. Ich bekomme mein „chambre“ (Zimmer), meine W-LAN Codes, buche das petit déjeuner (Frühstück) nach und schaffe es sogar zwei gekühlte „eau minérale“ (Mineralwasser) zu bestellen.

Die Innenstadt hier in Thionville hat sehr viel kleine Läden und noch mehr Cafes und Bars. Ich kann mich aber bei meinem Stadtrundgang nicht entscheiden und suche nach einem Bäcker (boulanger) und Metzger (boucher). Beim Metzger kaufe ich Bockwurst (knack boy natural aus dem Elsass), die liegt in der Theke und ist beschriftet. 😉 Beim Araber kaufe ich Käse (fromage) am Stück und ein kleines Fladenbrot (pain plat en forme de galette); da konnte ich drauf zeigen. 😉 So ist das Essen für heute gesichert.

Morgen, Samstag geht’s weiter nach Metz. Das Hotel habe ich über ein Buchungsportal gebucht, da ich auf die gestrige Mail-Anfrage keine Antwort erhalte. Sonntag will ich nach Pont-à-Mousson. Auch das Hotel habe ich bereits heute gebucht.

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