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Rückreise Hünxe 20160802

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

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Zweiundfünfzigster Tag, 2. August 2016

Mit dem Zug von Trier über Koblenz und Duisburg nach Voerde und mit dem Fahrrad von Voerde nach Hünxe

Rückreise  Trier – Hünxe

Trier, Koblenz, Duisburg, Voerde, Hünxe

Trier 0,25  Fahrradkilometer
Trier – Koblenz xxx Zugkilometer
Koblenz – Duisburg xxx Zugkilometer
Duisburg – Voerde xxx Zugkilometer
Voerde – Hünxe 11,75  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.435 Fahrradkilometer

Tachoabgleich

Sigma Tacho-Offset Gustav 4.242 km am 12.06.2016
Sigma Tacho-Offset Waltraud 737 km am 12.06.2016

Sigma Tacho-Offset Gustav 5.610 km am 02.08.2016
Sigma Tacho-Offset Waltraud 2.089 km am 02.08.2016

Gesamtstrecke gemäß Tacho Gustav 1.368 km
Gesamtstrecke gemäß Tacho Waltraud 1.352 km
Gesamtstrecke gemäß Navi Gustav 1.435 km
Die Abweichungen von 67 km bzw. 16 km erklären sich im Wesentlichen aus zwei Effekten:
a) manchmal vergisst man/frau den Tacho anzudocken
b) durch die Abweichung bei der Positionsermittlung des GPS ergeben sich auch Strecken-km bei den Pausen.

Tatsächliche Route vom Dienstag, den 2. August 2016

Voerde-Huenxe

volle Distanz: 11150 m
Maximale Höhe: 68 m
Minimale Höhe: 22 m
Gesamtanstieg: 83 m
Gesamtabstieg: -124 m
Download

Trier Hbf 02.08. ab 10:32 Uhr
Koblenz Hbf 02.08. an 11:55 Uhr Gleis 9
RE 4113, RE 5113

Koblenz Hbf 02.08. ab 12:13  Uhr Gleis 3
Duisburg Hbf 02.08. an 13:44 Uhr Gleis 13
45 Minuten verspätet
IC 2218 2 Sitzplätze, 2 Fahrräder, Wg. 3, Pl. 45 46,
151-152, Tisch, Nichtraucher, Res.Nr. 8029 8008 8303 29

Duisburg Hbf 02.08. ab 14:45 Uhr Gleis 12
Voerde(Niederrhein) 02.08. an 15:25 Uhr Gleis 2

Rückreise vom Dienstag, den 2. August 2016

Nach vielen schönen Tagen mit blauem Himmel und bestem Wetter begleitet uns am letzten Tag leichter Nieselregen von Trier bis Hünxe.

In Trier starten wir leicht verspätet. Der Anschlusszug in Koblenz hat ebenfalls eine Verspätung. Der IC ist im Fahrradabteil komplett voll. Viele Fahrradfahrer sind auf der Rückreise. Beim Einsteigen helfen wir uns gegenseitig. Alles klappt gut. Wir führen das eine oder andere interessante Gespräch mit Radreisenden aus Bremen, Oldenburg und Magdeburg. In Duisburg kommen wir mit einer 45 minütigen Verspätung an. Auch der Regionalzug nach Voerde ist verspätet.

In Voerde machen wir in der Bäckerei noch mal halt für einen Kaffee und nehmen Brötchen für das Abendbrot zu Hause mit. Im Nieselregen fahren wir abschließend von Voerde nach Hünxe.

Kurz nach 16:30 Uhr sind wir nach einer langen Pilgereise wohlbehalten, glücklich, zufrieden, dankbar und demütig wieder zu Hause in Hünxe. Unverletzt und ein wenig stolz blicken wir auf unsere 52 Tage und 1.435 km mit dem Fahrrad „Auf den Spuren der Jakobspilger“ zurück.

Organisatorisches und technisches Fazit

Wetter

Insgesamt war das Wetter sehr gut. Bei 52 Tagen haben wir natürlich nicht nur Sonne und strahlend blauen Himmel erwartet. An der Loiré waren auch ab und zu Nieselregen und Schauern dabei. Ein, zwei, drei Regentage am Anfang und am letzten Tag konnten uns die wunderbare Reise natürlich nicht verderben. Dank Funktionsklamotten sind wir damit gut klar gekommen. Der am fünten Tag nachgekaufte Regenponcho kam erfreulicherweise nur einmal beim Schauern zum Einsatz.

An der Loiré begann unser Tag nach dem Wecken um 7 Uhr meist mit einem Blick auf die Wetter-App. Später am Atlantik reichte dafür ein Blick in den blauen Himmel.

Hochwasser

Die Loiré ist gut gefüllt. Die Hochwasser durch den europaweiten Starkregen Anfang Juni 2016 waren verschwunden. Einige Auswirkungen in Form von Pfützen und verschlammten Wegen haben wir noch „erfahren“. Hier und da war auch noch ein Wegabschnitt gesperrt.

Essen und Trinken

Das Essen während der gesamten Tour war – bis auf eine Ausnahme in einem Imbiss – wirklich gut bis sehr gut. Sowohl unsere Vespern im  Freien mit Baguette und Wurst oder Käse als auch die Imbisse, Brasserien und Restaurants haben wir sehr genossen. Dabei haben wir versucht landestypisches und regionaes bei unserer Auswahl den Vorzug zu geben. Wir konnten viel neues im Abauf und Inhalt kennenlernen und geniessen. Nicht zu vergessen unsere Kaffee- und Wasserpausen am Vormittag, die wir während der Reise zu einem sehr schönen Ritual entwickelt haben.

Trotz des guten Essens ist unser Gewicht stabil geblieben! Wahrscheinlich ist der Fettanteil etwas geringer geworden und der Muskelanteil etwas gestiegen. Walli sieht schlanker aus und meine heimatlichen Hosen rutschen etwas. 🙂

Sprache

Unsere paar Brocken französich für die Reise haben uns  gut geholfen und sind oft der „Türöffner“. Die App von Pons auf unseren Smartphones konnte uns auch gelegentlich beim Studieren der Speisekarte weiter bringen. Auch das Vorsprechen der Vokabeln durch die Smartphone-App hat uns in den sieben Wochen doch hier und  da noch etwas weiter gebracht. Meine täglich meist mehrfach aufgegebene Bestellung mit zwei erhobenen  Fingern und breitem Lächeln: „deux grand café s’il vous plaît“ konnte ich in den sieben Wochen perfektionieren. 😉

Im übrigen sprechen heute viele (junge) Franzosen englisch. Nach unseren Erfahrungen tun sie das inzwischen sogar gerne, sofern man/frau sich bemüht hat die Begrüßung und sein Anliegen mit einigen französischen Vokabeln vorzubringen.

Hotels

Die Hotels und privaten Unterkünfte in Frankreich sind nicht billig. Meist bekommt man dafür auch gute bis sehr gute und teilweise luxeriöse Unterkünfte. Aber wir hatten auch abgewohnte Einrichtungen und schlichte Hotels dabei. Die Betten sind meist französich und von den Maßen eher knapp und haben eine gemeinsame Zudecke. Die Qualität der Matratzen war jedoch fast immer ausgezeichnet. Wo es ging, hatte ich Einzelbetten gebucht. Dabei viel mir während der Reise auf, dass dies wohl in Frankreich für ein Paar eher ungewöhnlich ist. Denn in jedem Hotel wo ich Einzelbetten gebucht hatte, wurde von der Rezeption mindestens ein bis zwei mal charmant nachgefragt, ob ich auch wirklich zwei Einzelbetten statt einem französichen Bett haben wolle.

Da wir in der französichen Ferienzeit und am französischen Nationalfeiertag unterwegs waren und wir kein Riskio bei den Übernachtungen haben wollten, hatte ich fast alle Unterkünfte letztes Jahr im Oktober vorgebucht. Einige Hotels habe ich im Internet direkt gebucht. Die meisten jedoch über ein Buchungsportal. Damit konnten wir sehr gut die Übersicht behalten. Auch gelegentliche  Rückfragen und die Nachfrage für den Fahrradunterstand haben damit sehr gut funktioniert.

Waschen

Wenn man/frau 52 Tage unterwegs ist, ist in der Regel jeden zweiten, spätestens jeden dritten Tag Waschtag. Unsere mitgeführtes Waschmittel haben wir ungenutzt wieder mitgebracht. Mit den Shampoo im Hotel ging auch das Wäsche waschen sehr gut. Manchmal haben wir normale Kleiderbügel oder einen Fön zum schnelleren Trocken vermisst. Als Wäscheklammern haben wir Sicherheitsnadeln benutzt.

Wege, Etappen und Ruhetage

Insgesamt elf Ruhetage sorgten für Entspannung, Erholung und Entschleunigung zwischendurch. Die einzelnen Etappen hatte ich meist so kurz gewählt, dass diese in der Regel bequem und ohne Stress zu schaffen waren. Wobei die Entfernung der Etappe nur ein wichtiger Parameter ist. Der andere ist die Beschaffenheit und der Belag der Strecke. Und der dritte Parameter ist das Höhenprofil. Mit dem vierten Parameter Gegenwind hatten wir meistens sehr viel Glück. So können 60 Kilometer auf einer frisch asphaltierten Strecke viel harmloser sein, als 25 Kilometer auf Schotter oder Asphalt mit Baumwurzeln und Schlaglöchern.

Gefühlte 80 % des diesjährigen Streckenabschnitts Orléans – Bayonne sind asphaltierte Wege mit unterschiedlicher Qualität. Am Atlantik fahren wir auch sehr oft zweispurige Fahrradautobahnen, die kilometerlang geradeaus gehen, um dann eine scharfe 90 ° Kurve zu machen. Weitere geschätzte 15 % sind rauhe Pisten aus Schotter, Pflaster, aufgebrochenem Teer mit teilweise freiliegenden Baumwurzeln und plötzlich auftauchenden Schlaglöchern oder „tauben und blinden“ Fußgängern. 😉 Die gefühlten restlichen 5 % sind schwierige Strecken mit Schlamm, Pfützen oder schmalen Pfaden und engen Wegen an steilen Abgründen – manchmal nicht ungefährlich. Einige Brücken erforderten auch konsequentes Fahren ohne zu zögern. Das gilt auch im gut funktionierenden und oft anzutreffenden Kreisverkehr. Relativ selten waren wir auf Straßen mit stärkerem Autoverkehr unterwegs. Hier haben wir sicherheitshalber unsere gelben Warnwesten übergezogen.  Alles in allem ein guter Weg und  ein wunderbarer Streckenabschnitt.

Kirchen, Schlösser, Spuren der Jakobspilger, Begegnungen

Eine unübersehbare Zahl von oft prachtvollen Gebäuden aus vergangenen Zeiten, alte geschichtsträchtige Schlösser und Kirchen konnten wir sehen. Viele Zeugnisse der Pilgerwege haben wir gefunden. Zeit zum Innehalten haben wir uns oft genommen. Kurze und längere Begenungen haben uns beflügelt und beseelt. Beeindruckt haben mich u.a. besonders zwei Kirchen der Jakobspilger am Atlantik, die von Wanderdünen verschüttet waren und die heute wieder frei sind.

Bausünden und Natur

Neben den modernenBausünden in einigen Badeorten, gab’s auch viel Bewahrtes und geschmackvoll integriertes zu bestaunen. Auch bei den Radwegen und Boulevars  gibt es  oft tolle Ausführungen, die uns gut gefallen und gut getan haben.

Reichlich Natur mit interessante Landschaften, Feldern, Flüssen, Wäldern, Dünen, Strände, Steilküsten, Klippen, Sümpfe, Salzwiesen und Auen haben wir gequert, überwunden, durchfahren, erleben, geniessen und bestaunen können.

Karten, Reiseführer, Navigation, Blog

Wir sind praktisch ohne  Karten aus Papier gefahren. Die Etappe habe ich an Hand der dokumentierten Pilger- und Radwege im Navi zu Hause am PC vorgeplant. Dazu habe ich im Vorfeld umfangreich im Internet recherchiert und mehrere Reiseführer sowie zahlreiche Reiseberichte gelesen.

In den größeren Städten haben wir die touristischen Karten der Hotels oder von der Tourist Information zusätzlich zur Orientierung benutzt.

Die einzelnen Etappen und wichtige Wegpunkte sowie Alternativen habe ich mit Basecamp editiert, als Backup-System auf meinem Blog in den Planungsbereich geladen und natürlich in den Fahrrad-Navi überspielt. Getreu dem Moto: „Wer gut plant, kann nachher besser improvisieren.“

Auf der Reise hat Walli parallel zwei gedruckte Reiseführer benutzt. Zum einen aus dem Marco Polo Verlag: „Loire-Tal“ von Peter Bausch und zum anderen den französichen Radführer  über den Radweg „Vélodyssée“ mit dem Titel „La côte Atlantique à vélo de Nantes à Hendaye„.

Die Blogartikel habe ich als verstecken Beitrag zu Hause pro Tag vor der Reise vorbereitet. Und in der Regel am gleichen Abend unterwegs mit Text und Bildern gefüllt und dann aktiviert. Die Bilder stammen bis auf wenige gekennzeichnete Ausnahmen von Walli und mir. Die Blogbeiträge sind dadurch aus der noch frischen Erinnerung entstanden. Während des Fahrens habe ich versucht möglichst für mich Interessantes gedanklich aufzunehmen und im Kopf vor zu formulieren. Diese Gedanken sind dann oft abends abrufbar und direkt in den Blog als Tagesbericht geflossen.  Parallel dazu hat Walli die Texte in einem ersten Durchgang korrektur gelesen. Für die Arbeiten am Blog haben wir meist den Laptop und gelegentlich auch die Smartphones benutzt. Die realen gefahrenen Routen habe ich tagsüber mit dem Navi aufgezeichnet und via Laptop in den Blog hochgeladen.  Kleinere Nacharbeiten und Korrekturen erfolgen in der nächsten Zeit.

Zusätzlich habe ich unterwegs kurze Videos gedreht und original Tonaufnahmen erstellt. Alles zusammen bilden das  Rohmaterial für einen neuen Vortrag, den ich nach dem dritten Streckenabschnitt 2017 erstellen möchte – nachdem wir Santiago de Compostela als Radpilger erreicht haben.

 Pannen und Verschleiß

1 Satz Pedale, 1 Mantel, 1 Schlauch, Flickzeug, Kettenöl, 1 Luftpumpe bis  6 Bar, 1 Kettenschutz, 1 Schutzblechhalterung, 1 Paar Radlerschuhe, 1 Sattel

Was hatten wir mit und was haben wir davon nicht gebraucht

Noch beim Auspacken sortieren wir die Dinge an die Seite, die wir nicht gebraucht haben oder das nächste mal zu Hause lassen wollen:

Unbenutzte TeileGewichtEinsparpotential
Summe Total7,8 kg5,5 kg
Jacke Walli183 g183 g
2 Pullover Walli283 g283 g
Handtuch Walli161 g-
Gamaschen Walli46 g46 g
Summe Walli673 g512 g
Gamaschen Gustav180 g180 g
aufblasbares Kopfkissen214 g214 g
Biwak Sack530 g530 g
Iso-Matte808 g808 g
Reserve Akkus
Reserve Ladegerät
598 g598 g
Reserve Kettenöl
Reserve Kleinteile
319 g250 g
Reserve Erste Hilfe396 g200 g
Reserve Werkzeug976 g700 g
Reserve Waschzeug,
Puder, Salben
517 g517 g
Laptop2.200 g1.000 g
Powerriegel375 g-
Summe Gustav7.113 g4.997 g

Mit anderen Worten 5,5 kg Gepäck könnten wir das nächste mal einsparen!

Was haben wir vermisst und was wollen wir das nächste mal mitnehmen

eigentlich nix, oder vielleicht doch einen Fön (?),
meint Walli (zum Socken trocknen)

Packliste Walli

Aus den Erfahrungen der diesjährigen Tour hat Walli für sich eine überarbeitete Packliste erstellt:

3 Paar Socken
2 Unterhosen
2 Radler-Unterhosen
1 Unterhemd für abends
1 Top
2 Funktionsunterhemden
2 Radler-Funktionsshirts
1 Radler-Weste
1 Radler-Short kurz
1 Radler-Short 3/4
1 Radler-Hose 3/4
1 Zipp-Hose für Abends
2 Shirts für abends
1 Plüsch-Shirt für abends
1 Jacke für abends
1 leichte Strickjacke für abends
1 Nachthemd
1 gelbe Warnweste
1 Schirm
1 Regenponcho
1 Funktions-Regenjacke
1 Regenhut
1 Sonnenblende
1 Badeanzug
1 Bademantel
1 Fön
1 Badetasche mit Inhalt
1 Paar Pantoletten
1 Brille
1 Sonnenbrille
1 Smartphone
2 Trinkflaschen
das passt locker in zwei Radtaschen und die Lenkertasche

Packliste Gustav

2 Paar Falke Socken R/L
2 Unterhosen für abends
1 Unterhemd für abends
1 Funktions-Polo-Shirt für abends
1 Funktions-Zipp-Hose für abends
1 Paar wasserfeste Sandalen für abends
2 Funktions-Radler-Shirts halbarm
1 Funktions-Radler-Shirt langer Arm
1 Funktions-Radler-Shirt ohne Arm
2 Radlerunterhosen
1 Funktions-Radlerhose kurz
1 Funktions-Radlerhose 3/4
1 Hosenträger
1 Funktions-Weste
1 Funktionsjacke
1 Badehose
1 Multiladegerät
1 Powerbank
1 Windows 10 Pad mit Tastatur
1 Navigator
1 Smartphone
1 Taschenmesser
1 Ersatzbrille
1 Sonnenbrille
1 Paar Handschuhe
1 Unterhelmmütze
1 Fahrradhelm
1 gelbe Warnweste
1 Stirnband
1 Badetasche mit Inhalt
1 Waschmittel
1 Satz Werkzeuge
1 Flickzeug
1 Luftpumpe bis 6 Bar
2 Ersatzschläuche
1 Erste-Hilfe Set
1 wasserdichten Brustbeutel
1 Funktions-Portemonnaie
1 Set Notfall-Medikamente
3 Trinkflaschen
das passt in 2 Radtaschen, 1 Quertasche und die Lenkertasche

Bilder des Tages
Unterkunft

zu Hause in Hünxe
Deutschland

Rochefort sur Mer 20160712-14

My Camino Orlèans – Bayonne

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Ein-, zwei und dreiunddreißigster Tag, 12. bis 14. Juli 2016

Rochefort liegt am Fluss Charente sowie zwischen Meer und Binnenland. Wir wollen auch zum Fête nationale bzw. 14 juillet an diesem Ziel drei Tage bleiben und damit zwei Ruhetage einlegen.

Etappe Angoulins-sur-Mer – Rochefort sur Mer

Angoulins-sur-Mer, Rochefort sur Mer

Rundfahrt in Angoulins-sur-Mer 10  Fahrradkilometer
Angoulins-sur-Mer – Rochefort sur Mer 22 Bahnkilometer
Rundfahrt in Rochefort sur Mer   5  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 890 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Dienstag, den 12. Juli 2016
volle Distanz: 36762 m
Maximale Höhe: 28 m
Minimale Höhe: -6 m
Gesamtanstieg: 339 m
Gesamtabstieg: -337 m
Download
Tatsächliche Route vom Mittwoch, den 13. Juli 2016

Wir machen uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Dabei laufen wir an dem langen Gebäude der Königlichen Seilerei (Corderie Royale) entlang durch den Garten der Marine (Jardin del a Marine) zum place colbert. Zurück gehen wir über das Gelände des Marinemuseums (Musée de la Marine).

Tatsächliche Route vom Donnerstag, den 14. Juli 2016

Wir gehen nochmal zum Stadtviertel am Marinemuseum.

My Camino vom 12. bis 14. Juli 2016
Vorab

Plan C hat funktioniert. Der neue Mantel ist drauf. Wir sitzen wieder auf den Rädern und wir müssen heute nicht schieben.

Und jetzt der Reihe nach:

Dienstag, 12. Juli 2016

Wir frühstücken schon um 7:30 Uhr im Freien am Rand des Pools in der Résidence les Platanes La Rochelle Sud. Danach schauen wir uns sicherheitshalber auf dem Laptop nochmal ein Video von Bikebuilds zum Thema Mantel und Schlauch an. So gehen wir gut informiert ans Werk und tauschen den in der Flanke gebrochenen Schwalbe Mantel 700-38c  gegen den etwas schmaleren Billig-Mantel 700-35c erfolgreich aus. Der Mantel sitzt perfekt auf der Felge. Und der bereits am Sonntag getauschte Schlauch passt auch.

Mit unseren kleinen Notluftpumpen bekommen wir nur ca. 4 Bar statt 6 Bar in die Reifen.  Bei meiner Vollalu-Ministand-Pumpe, die sonst 6 Bar schaffte macht eine O-Ring Dichtung am Druckmesser auch um die 4 Bar rum schlapp. Auch die hiesigen Tankstellen haben erfahrungsgemäß Stress mit 6 Bar.  Mit 4 Bar kann ich das sonst unbelastete Rad fahren. Mit dem Gepäck ist mir das aber einfach zu wenig.

Wir überlegen kurz, schwingen uns auf die Räder und fahren ohne Gepäck noch mal zum Einkaufzentrum und kaufen eine kleine und leichte Fuß-Pumpe mit Druckmesser.  Damit kriege ich knapp 6 Bar mühelos auf den Hinterreifen. Zurück in der Unterkunft satteln wir auf und machen eine längere Rundfahrt mit Gepäck durch Angoulins-sur-Mer.  Der schmale Reifen läuft dabei sauber und hält der Last stand.

Der kleine Ort pulsiert. Es ist Markt und am heutigen Dienstag sind alle Geschäfte auf. Besonders der Feinkostenladen gegenüber der Bar erfreut sich großer Beliebtheit. Die Kunden stehen bis auf den Bürgersteg an. Das Geschehen beobachten wir bei unserem Abschieds-Kaffee in oder besser gesagt vor der Bar.

Da wir noch die Zugfahrkarte vom Plan B nach Rochefort haben, benutzen wir den Zug dort hin. In Rochefort fahren wir vom Bahnhof in die Altstadt und genießen den Nachmittag. Viele historische Gebäude erinnern an die früheren glanzvollen Zeiten der Stadt.

Anschließend radeln wir zum Hotel. Die Unterkunft La Corderie Royale befindet sich auf dem ehemals bedeutenden Marine-Arsenal direkt am Fluss Charente.  Als Relikt aus damaliger Zeit ist heute noch die Königliche Seilerei („Corderie Royale“) als Teil des Arsenals zu besichtigen.

Wir bleiben wegen des französischen Feiertags erst mal 3 Nächte hier. Wir werden bereits erwartet. Unsere Fahrräder bekommen eine noble Fahrradgarage in einem Konferenzraum. Unser Zimmer ist groß und komfortabel. Der überaus höfliche und sehr gut englisch sprechende Mitarbeiter an der Rezeption fragt mich noch, ob ich wirklich zwei einzelne Betten, – die ich extra so bestellt hatte – haben möchte und dabei schaut er lächelnd  zu Walli rüber … wir denken das dies ein Lustschloss ist: Frankreich, Frankreich. Aber nach 30 Tagen in meist schmalen französischen Betten mit nur einer Zudecke, freuen wir uns auf je ein einzelnes breites Bett mit jeweils eigener Zudecke.  😉

Unser Zimmer liegt direkt über dem Pool. Wir packen unsere Badesachen als erstes aus und schwimmen einige Runden. Vorher macht uns der Mitarbeiter mit den weiteren Einrichtungen am Pool vertraut. Stolz zeigt er uns auch den Fitnessraum.  😉

Aber bei drei Tagen Aufenthalt steht natürlich auch die große Wäsche an. Während ich mich um WiFi, Laptop und die beiden Smartphones kümmere, übernimmt heute Walli die Wäsche alleine. Da bin ich echt froh.

Auf den letzten Metern zum Hotel ist uns am Hafen ein Restaurant aufgefallen: CAP NELL. Hier bekommen wir noch einen Tisch und essen lecker zu Abend.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Wir frühstücken am heutigen Ruhetag erst spät und im Wintergarten der La Corderie Royale,  quasi fast direkt am Ufer des Charente. Das Frühstück ist in diesem Haus wie erwartet exzellent.

Heute steht zunächst etwas Nacharbeit am Blog auf dem Programm. Außerdem will ich den Artikel für den Gemeindebrief über den Deutschen Evangelischen Posaunentag in Dresden vorbereiten. Da der Redaktionsschluss naht.

Als der Text für den DEPT fertig und das Pressebild ausgewählt ist, machen wir uns über die oben beschriebene Route auf den Weg in die Altstadt. Wir hängen in unserem Lieblings-Cafe Colbert ordentlich ab und essen und trinken eine Kleinigkeit. Auf dem Rückweg kaufen wir noch Obst und Getränke.

Im Hotel entspannen wir noch am Pool bis die Sonne hinter unserem Zimmerfenster quasi verschwindet. Die Ereignisse am Vorabend des französischen Nationalfeiertages werfen Ihre Schatten voraus. Hier neben dem Hotel ist ein großes Feuerwerk und Party. Der Soundcheck für eine Live-Band ist im vollem Gange.

Die Velo-Garage im Konferenzraum ist voll geworden. Wir hören deutsche Stimmen. Die Truppe hat mit einem Ihrer E-Bike Leihräder einen Plattfuß mit defektem Mantel. Wir bieten unsere Hilfe an und empfehlen eine Werkstadt am Museum, die vorher noch offen hatte. Jetzt ist aber inzwischen 19 Uhr und morgen ist Feiertag. Die Truppe hat eine Notrufnummer und wendet sich an die Rezeption.

Wir ziehen uns auf unser Zimmer zurück und hängen weiter Ruhetags gerecht ab.

Um kurz nach 23 Uhr startet das Feuerwerk (feu d’artifice) mit lautem Getöse. Von unserem Zimmer aus, können wir die Feuerwerkskörper am Himmel geradeso sehen. Nach gut 20 Minuten ist das Pulver verschossen. 😉

Donnerstag, 14. Juli 2016

Heute ist französischer Nationalfeiertag (Fête nationale oder 14 juillet) und für uns ein weiterer Ruhetag.

Die Zustellbenachrichtigung der Teile für unseren Plan B   ist per Mail vom DHL-Partner, dem französischen Paketdienst Service Livraison Colissimo eingetroffen. Der am Montag bestellte Schwalbe-Mantel soll am morgigen Freitag via la poste zugestellt werden. Dumm gelaufen, da werden wir die Sendung wohl knapp verpassen, da wir am Freitag morgen planmäßig weiter fahren. Die überschaubaren Kosten können wir wohl auf das Konto Erfahrungen buchen. Schade, dumm gelaufen. Aber wir haben ja unseren Plan C bereits erfolgreich realisiert.

So jetzt zum Feiertags-Frühstück und dann noch mal Abhängen am Pool. Das Frühstück besticht wirklich mit Lebensmitteln von ausgezeichneter Qualität. Der rohe und der gekochte Schinken sind wirklich absolut exzellent. Auch der frisch gepresste Orangensaft schmeckt sehr gut, hat Säure und unterscheidet sich deutlich vom gelben Zuckerwasser, welches man oft vorgesetzt bekommt.

Am frühen Abend bewegen wir uns nochmal zu Fuß in Richtung Marine Museum, im coop etwas Wasser nachkaufen, einen ordentlichen Kaffee im Straßencafé (Bar, Lotto, Tabak) trinken und in der Rue Toufaire im Freien etwas zu Abend essen.

Morgen geht’s wieder auf dem Fahrrad ca. 45 km weiter in Richtung Küste nach La Tremblade  mit dem Badeort Ronce-les-Bains am Mündungstrichter des Flusses La Seudre.

Bilder der Tage
Unterkunft

La Corderie Royale
Rue Audebert – BP 275
17300 Rochefort sur Mer
Frankreich

Hotel Restaurant De La Corderie Royale
Rue Audebert – BP 30275
17305 Rochefort sur Mer Cedex
Frankreich

Angoulins-sur-Mer 20160711

My Camino Orlèans – Bayonne

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Dreißigster Tag, Montag 11. Juli 2016

Etappe La Rochelle – Angoulins-sur-Mer

La Rochelle, Angoulins-sur-Mer

La Rochelle – Angoulins-sur-Mer   7  Farradkilometer schiebend
La Rochelle – Angoulins-sur-Mer  7 Bahnkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 875 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Montag, den  11. Juli 2016

La Rochelle – Angoulins-sur-Mer

volle Distanz: 12911 m
Maximale Höhe: 22 m
Minimale Höhe: -4 m
Gesamtanstieg: 161 m
Gesamtabstieg: -180 m
Download

My Camino am Montag, den  11. Juli 2016

Gegen 9 Uhr satteln wir zum  Schieben in Rochelle auf. Die Luft ist über Nacht im Reifen stabil geblieben. Deshalb können wir das Gepäck am Rad befestigen und einigermaßen bequem schieben. Der Mantel ist so stark beschädigt, dass der Schlauch sicherlich einer Belastung beim Fahren nicht stand hält.

Ich habe die Etappe zunächst nur leicht angepasst und  wir schieben zum Hafen. Leider hat entgegen unserer gestrigen Internet-Recherche  der Fahrradladen Cyclable La Rochelle auch Montags geschlossen. Da machen wir neben einem anderen Kunden mit Plattfuß erst mal ein langes Gesicht und unser Plan A ist hinfällig.

Wir schieben ein Stück zurück und ich packe neben der Tourist-Information auf einer Bank unseren Laptop aus. Es gibt hier freies WiFi. Auch der dritte Fahrradladen in La Rochelle hat montags geschlossen. Im heutigen Zielort Angoulins-sur-Mer finden wir im Internet keinen offenen Fahrradladen.

Wir ziehen in ein Café um, und ich bestelle mir im Internet für den übernächsten Zielort Rochefort – an dem wir planmäßig drei Nächte bleiben – bei einem deutschen Versender den passenden Mantel 700-38c (Schwalbe Marathon Plus 28″ SmartGuard 40-622 28″ x 1,50″ / 622 x 40 mm) nebst Schlauch (Schwalbe Schlauch DV 17 ).

Unser Plan B geht davon aus, dass wir mein Fahrrad bis zum Bahnhof La Rochelle schieben und von da aus mit dem Zug bis zum Tagesziel fahren. Vom Bahnhof in Angoulins-sur-Mer schieben wir bis zur heutigen Unterkunft. Da wir zunächst annehmen, dass wir in Angoulins-sur-Mer keinen Fahrradhändler oder eine andere Bezugsquelle auftreiben können,  nehmen wir an auch morgen bis nach Rochfort mit dem Zug zu fahren. Die Fahrkarten bestelle und bezahle ich via Internet. Über mein APP der französischen Bahn voyages-sncf kann ich später die Karten mir im Bahnhof am Fahrkartenschalter ausdrucken lassen.

In La Rochelle haben wir nun insgesamt 6 km unsere Räder geschoben. Walli schiebt aus Solidarität ihr Fahrrad mit und hat meine hintere Quertasche übernommen, um die Last auf meinem Hinterrad so gering wie möglich zu halten. Zur Belohnung hat der Bahnhof La Rochelle keinen Fahrstuhl. Also mit den Rädern die Treppe runter unten absatteln und die Fahrräder ohne Gepäck die Treppe zum Gleis C rauftragen. Oben wieder aufsatteln. Das hält uns fit. 😉 Der Nahverkehrszug ist neu und wir kriegen die Räder barrierefrei in das kleine Fahrradabteil geschoben. Allerdings ist es dort recht eng, so dass wir einseitig absatteln.

Nach zwei Stationen und nach kaum sieben Minuten sind wir am heutigen Zielbahnhof. Räder und Gepäck schnell raus und wieder aufsatteln. Der kleine Bahnhof ist renoviert und barrierefrei und nach nur 1 km schieben sind wir an unserer heutigen Unterkunft. Die Vermieter sind allerdings nicht da und so können wir erst mal nicht einchecken.

Walli fährt vorab eine Erkundungsrunde durch das Ortszentrum. Sie kommt freudestrahlend zurück: „Bar, Bäcker, Metzger, coop, Pizzeria etc. alles da!“ Wir parken unsere Fahrräder im Hof und gehen erst mal in die Mitte der Stadt, platzieren uns in der geöffneten Bar  und warten, dass um 16 Uhr die übrigen Läden aufmachen. Aber um 16 Uhr tut sich nix. Auch hier sind die Geschäfte montags geschlossen.

Wir kehren zu der Unterkunft zurück. Von anderen Gästen und den Vermietern keine Spur. Ich rufe an. Leider kann ich der Ansage auf dem AB nur bedingt folgen. Es wird offensichtlich eine Handynummer angesagt. Gerade als wir unser Wörterbuch bemühen wollen, um die Zahlen zweifelsfrei zu übersetzen, kommt ein französischer Gast vom Strand zurück. Dem spielen wir den AB vor, er schreibt uns die Handynummer auf. Wir telefonieren mit der Vermieterin erfolgreich und können unkompliziert unser Zimmer belegen.

Wir sind froh im Zimmer zu sein und machen eine Schlafpause. Die freundliche und hilfsbereite Vermieterfamilie schlägt gegen 19 Uhr auf. Wir kommen ins Gespräch und erzählen von unserem defekten Mantel (pneu). Wir erfahren, dass nur 1,5 km von hier ein Einkaufzentrum ist. Im riesigem Carrefour gibt’s fast alles auch Pneus für Fahrräder. Wir bekommen dort ein Chinaprodukt mit Maßen 700 x 35c und hoffen, dass der Mantel passt. Sicherheitshalber nehmen wir noch einen Schlauch und Ventiladapter mit. Morgen früh wissen wir mehr, wenn wir den Plan C umsetzen. Auf dem Rückweg essen wir noch gut und preiswert in der Pizzeria.

Backup

Da das Internet hier in der Résidence les Platanes La Rochelle Sud ordentlich schnell ist, mache ich noch ein Datenbank-Backup und lade via FTP die seit dem letzten Backup vom 03.07.2016 geänderten Dateien auf mein Googel Drive.

Nachtrag

Plan C hat funktioniert. Wir sitzen wieder auf den Rädern. Mehr heute im Bericht.

Bilder des Tages
Video des Tages

Unterkunft

Résidence les Platanes La Rochelle Sud
11, Avenue du Commandant Lisiack,
17690 Angoulins-sur-Mer
Frankreich

La Rochelle 20160710

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Neunundzwanzigster Tag, Sonntag 10. Juli 2016

La Rochelle ist ein wichtiges Schifffahrts-, Handels– und Fremdenverkehrszentrum.

Etappe L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle

L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle

L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle 41  Fahrradkilometer
L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle    3 km zu Fuß schiebend
L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle 10 km per Kleintransporter

Streckenabschnitt insgesamt: 868 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 10. Juli 2016

L’Aiguillon sur Mer – La Rochelle

volle Distanz: 53292 m
Maximale Höhe: 52 m
Minimale Höhe: -2 m
Gesamtanstieg: 372 m
Gesamtabstieg: -379 m
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My Camino am Sonntag, den 10. Juli 2016

Um es vorab zu sagen: Uns geht’s gut wir sind am Tagesziel. Der Weg dahin ist nach zwei drittel der Tagesstrecke anders als geplant verlaufen. Ich habe eine Panne am hinteren Laufrad mit einem beschädigten Mantel bei knapp 41 Tageskilometern mitten in der Pampa. Wir schieben 3 km, da die Panne unterwegs trotz flicken und Schlauchwechsel nicht behebbar ist und wir zwar Ersatzschläuche; aber keinen Reserve-Mantel dabei haben. Als wir zu Fuß an der Kreuzung unserer Route an die  D202 kommen, sprechen wir einen sehr hilfsbereiten Franzosen an. Unser Plan ist es an diese Stelle ein Taxi zu bestellen für 2 Personen, 2 Fahrräder und unser Gepäck. Der Plan misslingt, trotz intensiver Telefonate durch den überaus hilfsbereiten Franzosen. Auch ein Anruf bei der Polizei hilft nicht weiter.  Wir können hier heute am Sonntagnachmittag einfach kein Taxiunternehmen ausfindig machen, das zwei Fahrräder transportieren kann oder will. Auch der Bahnhof hier ist stillgelegt. Weitere 10 km bis zum Tagesziel schieben ist für uns bei über 30 °C auch keine wirkliche Option.  Alternativ überlegen wir die Fahrräder hier anzuschließen und erst mal mit uns und dem Gepäck zum Hotel zu fahren. Und morgen mit einem Mantel und Werkzeug per Taxi zurück zu kommen. Wir haben jedoch noch Glück der Sohn kommt am Kanal mit seinem Schlauchboot an und auf dem Parkplatz  steht sein Kleintransporter. Vater und Sohn reden kurz und sagen, dass sie uns samt Fahrrädern und Gepäck nach La Rochelle bringen. Wir bedanken uns überglücklich und sind dankbar, als die ganze Familie uns komplett mit zwei Autos am Hotel abliefert.

Aber jetzt der Reihe nach:

Wir frühstücken um 8 Uhr pünktlich auf der Terrasse vor unserem schönen Zimmer. Unsere Radtaschen sind bereits gepackt. Wir wollen pünktlich los, da die Strecke heute für uns etwas länger ist. Ich schreibe noch einen Gästebucheintrag nach dem Aufsatteln. Freundlich verabschieden wir uns von der sehr höflichen und fürsorglichen Maman. Die Vermieterin Dolorès scheint unterwegs zu sein.

Schnell noch Baguette und Wasser kaufen und wir fahren aus L’Aiguillon-sur-Mer über Landstraße und Wirtschaftswege heraus. Wir fahren an größeren Sonnenblumen- und Kornfeldern vorbei. Die Bauern machen Heu und haben mit dem Mähdreschern begonnen.

Die Wirtschaftswege haben unterschiedlichste Oberflächen. Asphalt unterschiedlichster Qualität, Schotter, sehr losen Schotter, unbefestigte Wiesenwege, schmale Deichkronen – das ganze Programm. Die Wege an den kleinen Kanälen und die Brückenunterführungen sind teilweise sehr ruppig und anspruchsvoll. Da wir wenig Wind oder Rückenwind haben, kommen wir trotzdem recht gut voran. Entlang der Kanäle geht’s oft viele Kilometer immer geradeaus. Nach 30 Tageskilometern haben wir nach einer unserer Trinkpausen einen scharfen Richtungswechsel für knapp 2 km Gegenwind.  Danach geht’s wieder viele Kilometer geradeaus und windfrei weiter.

Nach einer weiteren. längeren Trinkpause bei gut 40 km und über 30 °C  stehen die Räder mangels Schatten in der Sonne. Nur ein kurzes Stück nach der Weiterfahrt, platzt mein Schlauch im Hinterrad mit einem lauten Knall.

Wir flicken den Schlauch. Beim Aufpumpen ist noch alles o.k. Irgendwie sitzt der Mantel an einer Stelle komisch. wir denken wir haben einen Fehler gemacht und überprüfen noch mal alles. Aber beim zweiten Versuch geht der Flicken ab. – komisch. Wir ziehen einen neuen Schlauch ein und prüfen den Mantel an der Stelle wo das Loch war genau. Dann wir uns deutlich, dass der Mantel beschädigt ist. Wenn wir Druck drauf geben kommt der Mantel aus der Felge, das ist für den Schlauch bei Belastung tödlich. Ohne Last hält der Luftdruck und wir entscheiden bis zur nächsten Siedlung zu schieben. Den Rest  der Geschichte habe ich oben vorab erzählt.

Zu Abend essen wir um die Ecke in einer kleinen Brasserie. Die ist schon stark für das Endspiel der EU 2016 Portugal : Frankreich aufgerüstet. Es gibt daher kurz vorm Spiel heute nur 3 Gerichte zur Auswahl. Wir wählen Entrecote und belohnen uns für den Pannen-Stress des Tages mit eine paar Bier. Das Essen ist überraschend gut und wir sehen zu, dass wir vor dem Anpfiff wieder im Hotel sind.

Morgen

muss ich versuchen einen neuen passenden Mantel aufzutreiben:

Ein Fahrradladen gib’s in unserer Straße Cycles Chiasson
http://www.chiasson.fr/
Ouvert du mardi au samedi, de 9h à 12h30 et de 14h à 19h30
Leider hat der montags  zu.

Ein zweiter liegt am Radweg Cyclable La Rochelle
8 bis quai Senac de Meilhan, 17000 La Rochelle

Accueil


Telefon 04.81.65.19.16 (du lundi au vendredi de 9H à 17H30)

Bilder des Tages
Videoschnipsel des Tages

Unterkunft

Hôtel Les Rosiers
56 boulevard André Sautel
17000 La Rochelle
Frankreich