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Rückreise Biarritz, Paris, Thionville 20160730-31

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Neunundvierzigster und fünfzigster Tag, 30. und 31. Juli 2016

Abstecher nach Biarritz und dann mit dem Nachtzug von Bayonne nach Paris. Durch Paris mit dem Fahrrad vom Bahnhof Austerlitz zum Bahnhof Ost. In Thionville vom Bahnhof zur Unterkunft.

Rückreise  Anglet – Biarritz – Bayonne – Paris – Thionville

Anglet, Biarritz, Bayonne, Paris, Thionville

Anglet – Biarritz – Bayonne 18  Fahrradkilometer
Bayonne – Paris Gare Austerlitz  XXX Zugkilometer
Paris Gare Austerlitz – Paris Gare Est  Fahrradkilometer
Paris Gare Est – Thionville XXX Zugkilometer
Thionville 2  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.388 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Samstag, den 30. Juli 2016

Anglet – Biarritz – Bayonne 

volle Distanz: 17893 m
Maximale Höhe: 57 m
Minimale Höhe: 1 m
Gesamtanstieg: 245 m
Gesamtabstieg: -257 m
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IHR E-TICKET Service inklusive: Vélo
BAYONNE > PARIS AUSTERLITZ
Gleis B
30.07 um 20:06 bis 31.07 um 07:20
WAGEN 17 – PLATZ 025 + 026
2. KLASSE / LIEGE
VELO WAGEN 17 OBEN
ZUGNUMMER 4054

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 31. Juli 2016

Paris Gare Austerlitz – Paris Gare Est 

volle Distanz: 7855 m
Maximale Höhe: 65 m
Minimale Höhe: 25 m
Gesamtanstieg: 160 m
Gesamtabstieg: -130 m
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13h40 PARIS EST – THIONVILLE 15h27
Zugnr. 2817
• Fahrgast 1 : Wagen 011 – Platz 028.
• Fahrgast 2 : Wagen 011 – Platz 027.

Thionville

volle Distanz: 1772 m
Maximale Höhe: 189 m
Minimale Höhe: 170 m
Gesamtanstieg: 51 m
Gesamtabstieg: -63 m
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Abstecher nach Biarritz und Rückreise vom Samstag, den 30. Juli 2016

Nach dem Frühstück holen wir unsere Räder aus dem privaten Garten des Hotel-Direktors in Anglet. Wir fahren sicherheitshalber  mit  unseren gelben Warnwesten zunächst auf der kombinierten Radfahrer- und Bus-Spur in Richtung Biarritz. Dann zweigen wir auf eine Nebenstraße ohne Radweg ab. Über einen ordentlichen Anstieg den wir ein kurzes Stück lieber schieben ereichen wir nach einer längeren Abfahrt den „Grande Plage“ von Biarritz. Das nach wie vor mondäne Seebad hat sich trotz einiger grässlicher Häuser an der Küste seinen Charme – zumindest teilweise – erhalten können.

In Biarritz fahren und schiebem wir zum Strand und den Radweg aus der Stadt hoch. Wir genießen den tollen Ausblick und die Postkarten-Ansichten der Küste und den Leuchtturm.

Kurz nach dem Leuchtturm ist der Radweg neu und doppelspurig mit herrlichen Aussichten angelegt. Wir geniessen unsere letzte Fahrt am Atlantik und kommen zum Hafen von Bayonne zurück. Dort machen wir Mittag.

Nach der guten Mittagspause fahren wir den Radweg am Fluss Ardor entlang zum Bahnhof. Vor dem Bahnhof spielt eine Kapelle und sehr viele Basken feiern kräftig Ihre Fete de Bayonne.

Auch der Gare Bayonne ist stark frequentiert. Wir sehen auch Pilger mit Ihren Rucksäcken und Wanderschuhen aus vielen Ländern. Zum normalen Reisverkehr kommem auch zahlreiche rot/weiße Basken. Die einem reisen teils stark alkoholisiert ab, die anderen kommen feucht fröhlich zum mehrtägigen Stadtfest nach Bayonne.

Wir betrachten das bunte Treiben. Dazwischen jede Menge stark aufgerüstets Sicheheitspersonal von Polizei, Bahn und Militär. Sprengstoffhunde sehen wir im Einsatz.

Der Nachtzug startet pünktlich um kurz nach 20 Uhr. Mit uns steigen noch zwei junge Radfahrerinnen in Bayonne ein. Abgesattelt bekommen wir gemeinsam die Räder die drei Stufen hoch. Das Radabteil ist gut gefüllt. Kaum ist auch Walli mit den Radtaschen drin, rollt der Zug los. Ein junger Radfahrer aus unserem Schlafwagenabteil hilft mit alles unter zu kriegen. Wir haben die oberen Liegeplätze der dreistöckigen Liegen. Ich kann die Mädels leicht motivieren mit uns zu tauschen. Kaum haben wir die Kopfkissen und Decken ausgepackt setzt ein Gewitter ein.

In der Nacht klappt alles besser als erwartet. Wir schlafen zu fünft. Spannend ist es an den Bahnhöfen besonders wenn Fahrräder dazukommen oder andere Radler aussteigen.

Rückreise vom Sonntag, den 31. Juli 2016

Gegen 7:20 Uhr treffen wir in Paris am Gare d’Austerlitz ein. Unser Team von der Nacht lädt zusammen aus. Ein kurzer, herzlicher Abschied und schnell noch ein Foto. Der junge Rafler muss rüber zum Gare Lyon. Für die netten braungebranten Mädels ist Ihr zweiwöchiger Radurlaub am Atlantik zu Ende.

Wir bewegen uns vom Bahnhof Austerlitz zur Seine und zum Gare de L’Est. Paris ist – im Vergleich zu Bayonne gestern abend – morgens um 8 Uhr noch ruhig, wie ein Dorf. Die Pariser und die Touristen scheinen noch zu schlafen oder sind  vielleicht alle am Atlantik. ☺ Selbst die meisten Cafés haben noch zu. Auffällig sind in der sonst noch leeren Stadt die zahlreichen Obdachlosen. Wir kommen ohne den hektischen Verkehr sehr gut durch Paris. Kurz vorm Bahnhof Ost frühstücken wir in einem Straßen-Café.

Nach dem ausgedehnten Frühstück schieben wir unsere Räder zum Bahnhof Ost rüber und fahren mit einem TVG Doppelzug über Metz nach Thionville. In Thionville bin ich nun zum vierten Mal. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel fahren wir über die Mosel und am Rathaus vorbei in die Altstadt. Dort machen wir in der Sonne eine lange Kaffeepause.

Zum Hotel ist es jetzt nu noch ein kurzes Stück. Wir checken ein und testen im Zimmer 15 die Betten. Den Tag beschließen wir in der Altstadt beim Italiener. Hier saßen wir auch vor fünfzig Tagen beim Start unserer Pilgerreise.

Bilder der Tage

Unterkunft

Nachtzug Bayonne – Paris

CITOTEL DES OLIVIERS
1 Rue du Four Banal
57100 Thionville
Frankreich

Orléans 20160614-15

My Camino Orlèans – Bayonne

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Dritter und vierter Tag, Dienstag 14. und Mittwoch 15. Juni 2016

Das Ziel vom letzten Jahr und der Startpunkt in diesem Jahr: Orléans, Frankreich.

Anreise Thionville-Paris-Orléans

Thionville, Paris, Orléans

Hotel Thionville – Bahnhof Thionville 2 Fahrradkilometer
Thionville – Paris Est xxx Bahnkilometer
Paris Est – Paris Austerlitz 6 Fahrradkilometer
Paris Austerlitz – Orléans Gare ES AUBRAIS xxx Bahnkilometer
Orléans Gare – Orléans Hotel 2 Farradkilometer

Rundfahrt Orléans 12 Fahradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 70 Fahrradkilometer

Tatsächliche Routen vom Dienstag, den 14.06.2016

Hotel – BahnhofThionville

volle Distanz: 1395 m
Maximale Höhe: 188 m
Minimale Höhe: 176 m
Gesamtanstieg: 29 m
Gesamtabstieg: -38 m
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Paris Gare Est – Paris Gare Austerlitz

volle Distanz: 5577 m
Maximale Höhe: 63 m
Minimale Höhe: 25 m
Gesamtanstieg: 83 m
Gesamtabstieg: -111 m
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Orleans Gare – Orleans Hotel

volle Distanz: 1655 m
Maximale Höhe: 140 m
Minimale Höhe: 127 m
Gesamtanstieg: 26 m
Gesamtabstieg: -39 m
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Bahnfahrt, Dienstag 14. Juni 2016

THIONVILLE – PARIS
Dienstag 14 Juni 11h32 THIONVILLE TGV 2865
PARIS EST 13h20
WAGEN 11 – PLATZ 027 und 28

PARIS  – ORLEANS
Abfahrt um :16h22 Vom Bahnhof : PARIS AUSTERLITZ
Transporteur :TER
Numéro du train :60515
Services à bord :Fahrradtransport Komfort 2. Klasse
Ankunft um: 17h48 Am Bahnhof : ES AUBRAIS

Tatsächliche Route vom Mittwoch, den 15.06.2016

Rundfahrt Orléans

volle Distanz: 11415 m
Maximale Höhe: 157 m
Minimale Höhe: 94 m
Gesamtanstieg: 204 m
Gesamtabstieg: -235 m
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My Camino, Dienstag, den 14.06.2016

In Thionville frühstücken wir im Hotel sehr gut. Gegen 9:30 Uhr haben wir aufgesattelt und bewegen uns gemütlich schiebend durch die Altstadt von Thinoville in Richtung Bahnhof. Auf dem Weg kaufen wir beim Metzger (boucher) noch zwei Scheiben Schinken (deux tranches de jambon). Beim Bäcker (boulanger) kaufen wir natürlich noch ein Baguette. Damit ist unser Mittag gesichert.

Vom Bahnstreik merken wir in Thionville nix. So kommen wir pünktlich in Paris Est an. Der TGV ist gut gefüllt und das Fahrradabteil hat nur 4 enge Stellplätze. In Metz steigen zwei deutsche Fahrradurlauber zu. Wir satteln unsere Räder ab, damit wir alle vier Fahrräder im knappen Stellbereich unterkriegen. So kommen wir mit den zugestiegenen Radfahrern in ein gutes Gespräch …

In Paris fahren wir vom Bahnhof Ost mit dem Fahrrad zum Bahnhof Austerlitz. Hier am Gare Austerlitz ist derStreik der französischen Bahnangestellten voll aktiv. Es fahren zunächst überhaupt keine Züge. Wir haben aber Glück: Unser Zug ist der zweite Zug der wieder fährt. Der alte … Zug startet fast pünktlich.

Gegen 18:15 Uhr sind wir in Orléans im Hotel. Die Fahrräder kommen im Keller zu den Waschmaschinen. Wir wohnen für die nächste zwei Nächte im 2. Stock.

Wir gehen über die Rue de la Lionne und die Rue Bannier zum Place Du Maritroi. Auf dem Weg sehen wir schon die mächtige Cathédrale Sainte-Croix (Heiligkreuzkathedrale) aus verschiedenen Perspektiven.  Wir haben natürlich erst mal ein Date mit der Jungfrau von Orléans (Jeanne d’Arc). Anschließend essen wir noch zu Abend im Le Bistrot. Wir sind froh, dass wir dem Eisenbahnerstreik knapp entkommen und unseren Startpunkt Orléans planmäßig erreicht haben. Das ist uns zum Tagesabschluß ein französiches Bier (0,5 Liter für 7,20 €) wert.

My Camino, Mittwoch, den 15.06.2016

Wir beginnen diesen Ruhetag mit einem ordentlichen Hotelfrühstück. Nach der immerhin 3-tägigen entschleunigenden Anreise wollen wir heute Orléans auf uns wirken lassen dabei steht das Entschleunigen und Innehalten oben an.

Der Himmel wird blau/weiss. Es ist trocken und der Regen in der Nacht hat die Luft am Morgen etwas abgekühlt. Walli redet wieder von der Schafskälte.

Da wir noch etwas organisatorisches im Zimmer auf den Weg bringen wollen, rüsten wir zur geplanten kleinen Orléans Rundfahrt etwas später. Wir starten letztendlich bei immer besser werdendem Wetter erst kurz vor 11 Uhr. Über Nebenstraßen fahren wir zum Place du Martroi, begrüßen kurz Jeanne d’Arc 😉 und fahren über die Rue Jeanne d’Arc in Richtung Kathedrale. Natürlich machen wir bei strahlender Sonne von dieser Prachtstraße aus einige Aufnahmen. Da werden natürlich meine Erinnerungen an meine Ankunft in Orléans letztes Jahr wach.

Wir füllen in einem kleinen Laden unsere Wasservorräte auf und sind wenige Minuten später an der heiligen Pforte der Kathedrale. Unsere Räder und Helme haben wir vorher an den Fahrradständern der Touristinfo angeschlossen. Wir wollen heute in der Cathédrale Sainte-Croix (Heiligkreuzkathedrale) etwas länger Innehalten.

Neben den neuen Pilgerstempeln und dem einen oder anderen Foto ist uns zum Beginn unserer langen Reise eine intensive Besinnung in diesem überwältigenden Kirchenraum besonders wichtig.  Dafür nehmen wir uns heute viel Zeit. Wir sind dankbar, demütig und tief bewegt. Bei aller Freude auf die uns bevorstehenden Tage, denken wir auch an unsere alten und neuen Freunde und an die Menschen die uns Nahe stehen sowie die eine oder andere Einladung oder Begegnung, die wir auf Grund der Reise abesagt haben. Für zwei besonders liebe Menschen, die uns oft schon virtuell begleitet haben, entzünden wir an diesem besonderen Ort zwei Kerzen. Beiden wünschen wir mit dieser Symbolik viel Kraft und Stärke.

Nach einer kleinen Kaffee-Pause kaufen wir in der Tourist-Info noch ein paar Aufkleber, um unsere Taschen besser auseinander halten zu können. Dann noch ein paar Fotos vom Bereich Hôtel de Ville und wir fahren runter zur Loiré. Nach einem Jahr bin ich wieder hier auf dem Jakobsweg. Das letztjährige Ziel ist der diesjährige Start. Das ist für mich ergreifend und überwältigend.

Beachtlich ist auch der Wasserstand der Loiré. Nach der langanhaltenden Trockenheit in 2015 führte die Loiré letztes Jahr wenig Wasser. Das ist heute ganz anders: „Ganz schön voll!“ ist unser gemeinsamer spontaner Kommentar als wir eben die Loiré erblicken.

Wir fahren ein Stück den Loiré-Radweg bis zum Château de Saint-Loup am Rande von Orléans. Hier wenden wir und genießen die Rückfahrt. Mittag machen wir kurz in einer exzellenten Belgischen Frittenbude in der Rue de la Poterne. Mit der Betreiberin kommen wir ins Gespäch über unsere Reisen …

Den Rest des Tages verbringen wir in der City, hauptsächlich am Place du Martroi. Hier können wir bei ein, zwei, drei Kaffee wunderbar abhängen. Die Sonne meint es sehr gut. Es ist inzwischen sommerlich warm. Das Abendessen nehmen wir auch an diesem schönen Platz ein. Heute wählen wir zum Abschluß holländisches statt französisches Bier. Anschließend fahren wir die knapp zwei Kilometer zurück zur Unterkunft. Jetzt noch kurz Socken waschen und duschen. Ein perfekter „Ruhe-„Tag.

Morgen geht’s los auf der Via Turonensis von Orléans nach Beaugency mit dem Fahrrad auf den Spuren Jakobspilger.

Bilder der beiden Tage
Videoschnipsel des Tages

Unterkunft

Appart’City Orléans
4 Rue de Lahire,
45000 Orléans
Frankreich

2015-07-22 Neununddreissigster Tag: Rückreise Paris – Trier

Details zur Rückreise findest Du hier.
Den gesamten realen Verlauf der Hinreise findest Du hier.

Rückreise Paris – Thionville – Perl – Trier 22.07.2015

Tatsächliche Routen vom 22.07.2015
Tageskilometer:
Paris Hotel – Ost Bahnhof Paris: 0,25 km
Thionville – Perl: 35,5 km
Trier- Hotel:  0,25 km
Bahnkilometer: ca. xxx km Paris – Thionville (Luftlinie ca. 284 km)
Bahnkilometer: ca. 48 km Perl – Trier (Luftlinie ca. xxx km)
Streckenabschnitt (mit dem Fahrrad) insgesamt: 1.496 km.

volle Distanz: 35252 m
Maximale Höhe: 175 m
Minimale Höhe: 147 m
Gesamtanstieg: 242 m
Gesamtabstieg: -261 m
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My Camino

Mit dem TGV geht’s heute auf der Strecke Paris – Luxemburg Richtung  Heimat. Auf dem Bahnhof Paris Gare de L’Est am Bahnsteig 26 frage ich nach, wo dann das Fahrradabteil im gerade bereitgestellten TGV ist. Die Beschriftung ist sehr dezent. Es ist im Wagen 11 direkt hinter der Look. Die Reservierung ist für das Fahrrad im TGV Pflicht. Geht aber zur Zeit nicht online. Da noch Plätze frei sind, darf ich im Zug die Fahrradmitnahme für 20,- € nachlösen. Der Einstieg in den TGV ist einfacher, da die Türen breiter und es nur zwei Stufen sind.

Unterwegs in Metz steigt ein zweiter sehr gut ausgerüsteter  Fahrradfahrer zu. Ich helfe ihm selbstredend beim Einsteigen.  Es ist Bill aus Sydney in Australien. Er ist dieses Jahr von Juli bis September in Europa unterwegs und hat sein Fahrrad auf einem Passagierschiff über Korea und London mit gebracht. Er will noch über Wien nach Rom pilgern.  Wir haben einander viel zu erzählen.

In nur zwei Stunden legt der TGV die Strecke zügig zurück. In Thionville hilft mir Bill beim Aussteigen.

Kurz danach bin ich auf dem Moselradweg Richtung Perl. Unterwegs überhole ich zwei Frauen aus Thüringen. Wir treffen uns später auf der Strecke mehrfach. Sie sind mit dem Zug gestern über Metz aus Thüringen gekommen und haben heute Ihre Mosel-Fahrradreise in Thinoville gestartet.

In Malling mache ich kurz vor der Moselbrücke eine Trinkpause. Mein Route führt mich dieses mal nicht über Schengen, wie auf dem Hinweg. Ich passiere die beinahe unsichtbare Grenze Frankreich/Deutschland kurz vor Perl gegenüber von Schengen. In Perl mache ich fast direkt am Bahnhof Mittagspause in einem traditionellen Gasthof. Von hier aus sieht man Schengen und den Bahnhof Perl. Kurz danach treffen auch die beiden Thüringerinnen im Gasthof ein, nehmen am Nachbartisch Platz und wir kommen nach dem Essen ins Gespräch.

Am kleinen Bahnhof Perl spricht mich ein Ehepaar aus dem Sauerland an. Sie machen Sternfahrten mit dem Fahrrad von Trier aus. Sie warten schon lange auf den Zug nach Trier. Sie fragen nach den Abfahrzeiten. Mit Hilfe mein Bahn-App kann ich helfen und schon kommt auch der Zug. Wir steigen zusammen ein und fahren zusammen nach Trier. Natürlich kommen wir ins Gespräch übers Fahrradfahren allgemein und übers Fahrradpilgern in meinem speziellem Fall.

Im Hotel werde ich bereits erwartet. Heute morgen hatten sie schon eine Mail geschickt und gefragt, ob mich mein Zimmer 102 von der Hinfahrt wieder haben möchte. Nach dem Anmelden ziehe ich mich schnell um und trinke unten im Lokal erst mal eine selbst gemachte Limonade. Während dessen kommen fahrradfahrende Jakobspilger aus dem Bahnhof Trier und sind schnell weiter, noch bevor ich ihnen ein „Buen Camino“ zurufen kann. Anschließend geh‘ ich noch rüber zum Chinesen eine Wan-Tan Suppe essen, die hab ich von der Hinfahrt noch in bester Erinnerung. Auch die drei Bier runden diesen Rückreisetag ab.

Morgen ist der vierzigste und letzte Tag dieses wunderbaren Streckenabschnitts. Es geht mit der Bahn über Trier, Koblenz, Duisburg und Voerde zurück in die Heimat.  Ab Voerde dann das letzte Stück mit dem Fahrrad nach Hünxe.

Bilder des Tages

2015-07-20 bis 21 Sieben- und Achtunddreissigster Tag Paris

Details zur Rückreise findest Du hier.
Den gesamten realen Verlauf der Hinreise findest Du hier.

Rückreise Orléans – Paris 20.07.2015

Tatsächliche Routen vom 20.07.2015
Tageskilometer:
Orléans: 1,5 km Hotel – Bahnhof Orléans
Paris: 5,5 km Bahnhof Austerlitz – Bahnhof Ost – Hotel
Paris: Stadtrundfahrt am 21.07.2015 mit dem Fahrrad: 23 km
Bahnkilometer: ca. 122 km Orleans – Paris (Luftlinie ca. 112 km)
Streckenabschnitt (mit dem Fahrrad) insgesamt: 1.460 km.

volle Distanz: 5144 m
Maximale Höhe: 107 m
Minimale Höhe: 46 m
Gesamtanstieg: 73 m
Gesamtabstieg: -129 m
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volle Distanz: 22696 m
Maximale Höhe: 64 m
Minimale Höhe: 28 m
Gesamtanstieg: 396 m
Gesamtabstieg: -379 m
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Ruhetag auf der Rückreise in Paris 21.07.2015

Heute möchte ich u.a. die Kathedrale Notre Dame de Paris besuchen  und die Seine weiter entlang bis zum Place de la Concorde, dann die Champs-Élysées hoch bis zum Place Charles de Gaulle zum Arc de Triomphe. Und dann wieder zurück zum Ost-Bahnhof (Gare de L’Est).

Wunderschön, erholsam und voller Eindrücke: Eine selbst geplante Stadtrundfahrt mit dem eigenem Fahrrad über 23 km in Paris – prickelnd und klasse!

Nach dem guten Frühstück fahre ich mit dem Fahrrad runter zur Seine. Mit den gestrigen Erfahrungen „mit dem Fahrrad in Paris“ klappt das gut. Schon bald kann ich von der Seine aus die Kathedrale Notre Dam sehen. Von Brücke zu Brücke wird sie größer und beeindruckender. Je näher ich ran komme, um so dichter die Zahl der Menschen, die in die Kirche möchten. Zwei riesige, unübersehbar lange Menschen-Schlangen überwiegend mit internationalen Touristen zerschlagen dieses Vorhaben für heute. Das bedeutet stundenlang Schlange stehen. Das passt so gar nicht in meinen Kopf. Ich mache im Schatten der Kathedrale eine Kaffee-Pause und fahre dann weiter die Seine entlang. Hier reiht sich historisches Bauwerk an historisches Bauwerk. Manchmal schiebe ich, um möglichst viel zu sehen und mit zu bekommen. An der Seine sind den Sommer über ganze Abschnitte als Strand mit Sand und Liegestühlen aufgemotzt. Später im Park mache ich Mittag und lege mal die Füße hoch. Ich nehme mir Zeit.

Mittlerweile haben sich die Wolken von heute Morgen weitgehend verzogen und es sind wieder über 30 °C.

Auf der Champs-Élysées schaue ich noch bei Cartier vorbei. Die haben extra einen Fahrrad-Parkpatz für mich frei gehalten. Leider habe ich heute bei Cartier nichts passendes gefunden. 😉 Da muss ich mir als Mitbringsel etwas anderes einfallen lassen.

Auf dem Rückweg fahre ich durch den Pariser Feierabendverkehr. Da darfst Du nicht zu rücksichtsvoll sein. Ich habe mich über weite Abschnitte immer an vermutlich Pariser Radfahrer angehangen. Die zeigen ein wie du zügig voran kommst und Deine Spur behauptest. Außerdem folge ich weitgehend der Route im Navi, die fahrradtaugliche Streckenabschnitte wählt. Im libanesischen Viertel mache ich erst mal eine Trinkpause in einer schattigen Cafe-Strasse. Hier gibt’s tatsächlich den 1/2-Liter Feierabend Bier für günstige 3,30 €. Da hab ich unterwegs in Frankreich schon fast das dreifache berappen müssen.

Ich kaufe noch etwas Obst und Getränke für die Reise morgen beim Araber um die Ecke. Morgen früh geht’s zeitig los. Zuerst mit dem Zug von Paris Ost nach Joinville. Dann ca. 35 km mit dem Fahrrad wieder die Mosel entlang über die Grenze nach Perl. Zum Schluss mit Zug von Perl nach Trier.

My Camino Rückeise 20.07.2015

Natürlich habe ich heute länger geschlafen und spät gut gefrühstückt. Vom Hotel bis zum Bahnhof in Orléans sind es nur 1,5 km. Mein Zug fährt erst um 12:47 Uhr ab. Ich bin frühzeitig am Bahnhof und schaue mir das Treiben an. Vor den Bahnsteigen in der Halle unter der Zuganzeige steht ein Klavier. Ab und zu klimpern ein paar Kidis, später improvisiert ein dunkelhäutiger über 45 Minuten alte und neue Musik vom feinsten. So geht die Warte zeit schnell vorbei.

Auf welchem Gleis die Züge abfahren steht immer erst kurz vor Abfahrt auf den Anzeigen. So warten praktisch vorher alle in der Halle. Bei Einsteigen hilft mir eine sehr freundliche dunkelhäutige schöne Frau mit Kinderwagen ohne zu zögern.  Es geht drei Stufen hoch. Der Wagen mit dem Fahrradabteil ist diesmal in dem TER etwas geräumiger. Es passen hängend vier Fahrräder rein. Ich lasse wegen des Gewichts mein Fahrrad auf dem eigenen Ständer stehen, was sich aber gegen Ende der Strecke nicht bewährt, da der Zug mit sehr hoher Geschwindigkeit fährt. Die Fliehkräfte bringen dann in den Kurven schon mal das Fahrrad zum kippen. Also das nächste mal doch lieber am Vorderrad aufhängen. Aber es geht alles gut und die letzten paar km verbringe ich neben meinem Rad stehend.

Um 14:10 Uhr kommen wir pünktlich in Paris auf dem Gare Austerlitz an. Ein junger Mitreisender, den ich anspreche, hilft mir beim Aussteigen. Alleine wäre das bei 18 kg Gepäck auf dem Hinterrad die drei Stufen runter und bei der engen Tür nicht so leicht zu schaffen.

Am Bahnhofsvorplatz schalte ich den Navi ein und stelle fest, dass ich die Strecke innerhalb von Paris vor lauter Jungfrau in Orlèans vergessen hat in den Navi zu laden. Also zur nächsten Bank, Laptop raus und schnell mit dem Navi verbinden; dann die schon vor Wochen geplante Strecke in den Navi laden. Das geht wegen der in den letzten Tagen entwickelten Routine sehr schnell.

Der Navi führt mich zügig vom Bahnhofsvorplatz zur Seine. Ich muss über die Brücke, die hat einen breiten kombinierten Fuß- und Radweg. Schon nach wenigen Metern auf der Brücke steige ich ab und genieße die Bilder. Mache ein paar Fotos. Da kommt eine charmante Französin erkennt meine Muschel und wünscht betont freundlich  „Buen Camino„. Nur wenige Augenblicke später die gleiche Szene nochmal: „Buen Camino“ Ja, das ist ja ein klasse Empfang!

Am Ende der Brücke sitze ich auf und folge verdutzt meinem Navi und dem mehrspurigen Fahrradweg. Das fängt ja gut an, denke ich. Mein nächster Gedanke: Ich glaube die Bahnhöfe sind durch ein einziges vernetztes Cafe verbunden. Es reiht sich Cafe an Cafe. Ich habe allmählich Hunger und kann kaum widerstehen. Die Fahrt geht gut, besser als ich angenommen hatte. Später muss ich improvisieren, teilweise auf der Straße oder wie die anderen Radfahrer es vormachen teilweise auf dem Bürgersteig fahren. Nur zögern sollte man nicht. Bei grün immer zügig losfahren. Wer bremst hat verloren.

Alles geht gut. Im Hotel werde ich schon erwartet. Ich darf mein Fahrrad im Hinterhof anschließen. Jetzt aber schnell umziehen und erst mal was essen. Die Auswahl und das Angebot ist groß. Rechts, links, oben, unten, hinten vorne überall gibt’s was zu essen. Schon sitze ich und bestelle ein Bier und die Speisekarte. Die Gerichte des Tages lesen sich auch gut. Aber ich habe Zeit und bestelle à la carte: Es gibt gewürfelte Tomaten mit gewürfeltem Mozzarella als Vorspeise und im Hauptgang Bandnudeln Carbonare – köstlich. Zum Nachtisch zwei Kugeln Vanille. Ein schöner Tag!

Bilder der Tage 20.07.2015 und 21.07.2015